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Seelze Seelzer entdecken die japanische Idee des Waldbadens
Umland Seelze Seelzer entdecken die japanische Idee des Waldbadens
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16:04 27.03.2019
„Die Fichte sticht, Douglasie und Tanne nicht“: Petra (links) und Caren ertasten, was sich mit den Fingerspitzen leicht erfühlen lässt. Quelle: Patricia Chadde
Seelze

Bössel, Esloh und Gümmerwald zählen ebenso wie Großes, Letter, Lohnder, Oster- und Velberholz zu Seelzes Waldflächen. Die Stadt will derzeit die wertvollen Laubwälder –Almhorster Wald und Kirchwehrener Wald – im südlichen Stadtgebiet als Naturschutzgebiet ausweisen. Auch wenn Kanal und Leine sowie Ackerflächen die Seelzer Landschaft stärker prägen als der Baumbestand, finden sich unter den Baumwipfeln romantische Plätzchen. Hundehalter sind wahrscheinlich mit am häufigsten auf den Pfaden zwischen den Stämmen unterwegs. Doch auch der Nachwuchs turnt durch den Wald: Im Velberholz residiert Seelzes Waldkindergarten. Auf 400 Quadratmetern haben die Wurzelzwerge, wie sich die Kindern nennen, viele sinnliche Erlebnis-Möglichkeiten. Aber auch jedem anderen Menschen könnte, wie Petra und Caren, die japanische Idee der Achtsamkeit gegenüber sich selbst und dem Wald gefallen und im besten Falle auch gesundheitliche Vorteile haben.

Schaut man genau hin, offenbart der Wald viele Besonderheiten . Die grüne Umgebung kann Stressgefühle mindern und die Neugier wecken.

Waldbaden liegt im Trend

Schon der zweistündige Aufenthalt im Wald, der auch als „Waldbaden“ bezeichnet wird, kann nachweisbar positive Effekte auf den Körper haben. In Japan wird Shinrin Yoku, dem Waldbaden, eine heilende Wirkung zugesprochen. Denn die grüne Umgebung wirkt Puls- und Blutdruck senkend. Außerdem aktivieren die Botenstoffe der Pflanzen auch das menschliche Immunsystem. Als Terpene werden die chemischen Verbindungen bezeichnet, die Bäumen, Farnen, Sträuchern und Gräsern eine Art Unterhaltung ermöglichen. Schüttet ein Gewächs bestimmte chemische Verbindungen aus, wird das pflanzliche Umfeld auf diesem Weg informiert und kann entsprechend reagieren, falls beispielsweise eine Käfer-Invasion naht oder andere feindselige Einflüsse drohen.

100 Jahre braucht die Entstehung eines Zentimeters Waldboden

Bis sich ein Zentimeter echter Waldboden entwickelt hat, dauert es rund hundert Jahre. Zu den Bodenlebewesen zählen kleinere Wirbeltiere, wie Mäuse und Maulwürfe. Aber auch Schnecken, Würmer, Asseln, Spinnentiere, Tausendfüßler, Milben und Insekten besiedeln das sogenannte Edaphon. Bakterien, Geißeltiere, Wimperntiere und Wurzelfüßer ergänzen neben Algen und Pilzen die Lebensgemeinschaft im Waldboden. So existieren in einer handvoll Erde mehr Kleinstlebewesen, als Menschen auf der Welt. Ein Grund, weshalb die Entsorgung von Gartenabfällen so schädlich für das geschlossene Ökosystem Wald ist. Denn für die Umwandlung von Rasenschnitt und Gemüseresten bedarf es ganz anderer Lebewesen als derer, die im Wald typischer Weise vorkommen.

Ein Spiegel schärft den Blick

Um die Aufmerksamkeit zu steigern, kann man einen Spiegel mit in den Wald nehmen und ungewohnte Perspektiven erleben. Michael Bade hat es ausprobiert und findet: „Das schärft den Blick für unser nahe gelegenes Paradies.“ Kostenlos ist die Nutzung außerdem. Aber Spaziergänger sollten auch beachten, dass der Wald jemandem gehört, weshalb Picknick-Müll selbstverständlich nicht liegen gelassen sondern wieder mit nach Hause genommen wird, sagt Bade.

Von Patricia Chadde

In seiner Sitzung am Donnerstag, 28. März, beschäftigt sich der Rat der Stadt Seelze mit diversen Bauvorhaben, wie unter anderem der Planung für die Fläche des abgerissenen Alten Rathauses in Letter. Außerdem geht es um die Gründung einer Grundstücksenwicklungsgesellschaft und der Ausweisung eines Naturschutzgebietes für zwei Laubwälder.

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