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Seelze Zig Störche stärken sich in Gümmer für ihre Reise
Umland Seelze

Seelze: Zahlreiche Störche sind in Gümmer zu Gast

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18:14 07.08.2019
Mit Einbruch der Dämmerung kehren die Störche von der Wiese zurück, landen auf Hofgebäuden und Bäumen. Quelle: Heike Baake
Gümmer

 Zahlreiche Weißstörche sind derzeit im beschaulichen Ort Gümmer zu sehen. Während sie sich am Tag auf den grünen Wiesen und Feldern aufhalten, kehren viele von ihnen mit der Dämmerung zum Hof von Christian Schomburg zurück. Dann sind sie gut zu sehen – stolz und anmutig stehen sie auf dem Dach des Wohnhauses oder in den Baumkronen. „Vor drei Wochen habe ich fast 100 Störche auf den Wiesen gezählt“, verrät Schomburg, der auch Gümmers Ortsbürgermeister ist. Gestört fühle er sich von den tierischen Besuchern auf keinen Fall, sagt er und erklärt, dass die Störche auch relativ wenig Schmutz hinterlassen würden.

Auf dem Dach der Scheune lassen sich auch am Tag einige Störche nieder. Quelle: privat

Störche kehren in Horst zurück

Mittlerweile sind nicht mehr ganz so viele Störche in und um Gümmer, viele von ihnen sind bereits auf dem Weg in den Süden. „Manche fliegen über Spanien nach Marokko, andere über die Türkei, den Sudan bis nach Südafrika“, sagt Friedhelm Ilse, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Seelze. Auch in Lohnde, so sagt er, gebe es jedes Jahr bis zu drei Störche. Der dort von Naturschützern und Storch-Liebhabern auf einem Mast aufgebaute Horst wird jedes Jahr aufgesucht. „Die Störche kommen immer in ihren Horst zurück“, erklärt Ilse. Das Zuhause des Storchenpaares dient der Brut und Aufzucht des Nachwuchses und liegt immer in schwindelerregender Höhe. „Da sind sie sicher vor ihrem natürlichen Feind, dem Fuchs“, erklärt der Nabu-Vorsitzende.

Tagsüber verweilen die Störche auf den angrenzenden Wiesen. Quelle: privat

Anzahl der Horste gestiegen

Viele Storchenpaare sind derzeit noch mit der Fütterung ihres Nachwuchses beschäftigt. Im Horst herrscht Gleichberechtigung, denn beide Elternteile brüteten bereits abwechselnd und kümmern sich auch gemeinsam um die Aufzucht der Jungtiere. Mit Regenwürmern, Insektenlarven, Käfern und Heuschrecken päppeln sie ihre Kleinen auf. „Der Nachwuchs verlässt ganz unterschiedlich den Horst, manche früher, andere später“, erzählt Ilse. Es gebe immer mehr Horste in der Region – während es früher 53 waren, sind es heute bereits 70. Begünstigst durch die Wetterverhältnisse, mit milden Temperaturen im Februar/März und wenig Regen, haben Störche höhere Überlebenschancen. „Die letzten zwei Jahre ist wenig passiert, und alle Störche sind durchgekommen“, sagt Ilse.

Alle haben Flugplan im Kopf

Neben den Elternpaaren sind derzeit viele Jungstörche in der Region Hannover unterwegs. Manche sind in diesem Jahr geboren, andere sind bereits drei Jahre alt und haben erste Erfahrungen mit der Flugreise in den Süden gemacht. Da sie noch nicht geschlechtsreif sind und sich noch nicht gepaart haben, gehören sie zu den ersten, die ihre Reise in die Ferne antreten. „Den Flugplan haben sie im Kopf und wissen genau, wo sie hinmüssen“, erklärt Ilse und ergänzt, dass die älteren Störche den jüngeren meisten nach drei Wochen folgen.

Besonders günstig wirkt sich in diesem Jahr der warme Sommer für die Störche aus. Denn bedingt durch die Trockenheit finden sie besonders viel Mäuse auf den frisch gemähten Feldern. Aber auch Eidechsen, Schlangen, Maulwürfe, Schnecken und Fische stehen auf ihrem Speiseplan. Alle Störche bereiten sich derzeit auf ihre lange Reise vor und tanken mit Hilfe der Nahrung Kraft.

Lesen Sie auch: So viele Jungstörche wie dieses Jahr gab es in der Region noch nie.

Von Heike Baake

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