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Seelze Feuerwehr übt den Kampf gegen Feuer auf dem Stoppelfeld
Umland Seelze

Seelzer Ortsfeuerwehren bereiten sich mit Seminar auf Vegetationsbrände vor

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15:08 19.08.2019
Mit der Feuerpatsche gegen den Brand auf dem Stoppelfeld. Quelle: Heike Baake
Dedensen

Das Wetter spielt verrückt – oder doch das Klima? Bei einem Seminar am Wochenende haben sich 24 Teilnehmer der Ortsfeuerwehren mit den Folgen von großer Hitze und Trockenheit auseinander gesetzt. Bei der ganztägigen Fortbildung ging es vor allem um den Kampf gegen Brände auf Stoppelfeldern und im Wald. „Wenn wir von Klima sprechen, dann blicken wir auf die durchschnittlichen Begebenheiten der letzten Jahrzehnte zurück, wenn wir von Wetter sprechen, dann ist das, was aktuell passiert“, erklärte Seminarleiter Rene Corterier.

Dass sich durch den Klimawandel auch die Herausforderungen für die Feuerwehren verändern, zeigte sich im vergangenen Jahr, als sich ein Feuer in Dedensen zum Flächenbrand entwickelte. Auch Sabrina Hennies (19) von der Ortsfeuerwehr Lathwehren hatte sich für die Fortbildung entschieden: „Es ist sehr informativ, man kann alles definitiv mit in die eigene Feuerwehr mitnehmen.“

Stoppelfeldbrand kann sich schnell ausbreiten

„Die Feuerwehrmänner und -frauen müssen sich damit auseinandersetzten, wie sie bei einer Wald- und Flächenbrandbekämpfung vorgehen“, sagte Corterier. Ein Brand auf einem Stoppelfeld könne sich so schnell fortentwickeln, dass im schlimmsten Fall auch Fahrzeuge und Werkzeuge beschädigt würden. Wald und landwirtschaftliche Flächen, die brennen, seien verloren – das Ziel für die Feuerwehr sei es deshalb, eine Ausbreitung zu verhindern. „Wir müssen das Feuer löschen, um die Umwelt zu schonen“, erklärte der Seminarleiter und verwies darauf, dass eine offensive Brandbekämpfung sowie die richtige Vorgehensweise an jeder einzelnen Stelle sehr wichtig sei.

Mulde kann 17.000 Liter Wasser aufnehmen

Der Kampf gegen die Flammen im Wald und auf der Wiese könne auf dem Papier vorbereitet werden, so Corterier. Im Vorfeld könne man viele Fragen klären, etwa wo die Einsatzkräfte im Ernstfall das Wasser herbekommen oder wie das Wasser transportiert wird. „Die Ortsfeuerwehr Seelze hat eine sogenannte Mulde, einen Stahlbehälter, der 17.000 Liter Wasser aufnehmen kann“, sagte Stadtausbildungsleiter Frank Wollny und erklärte, dass dieser bei einem Einsatz mit einem entsprechendem Fahrzeug transportiert werde.

Übung mit der Feuerpatsche

Nach den theoretischen Einweisungen trafen sich alle Teilnehmer auf einem Stoppelfeld am Ortsausgang – zum praktischen Üben. Bedingt durch den starken Regen konnte allerdings kein Feuer gelegt werden. Landwirt Friedrich Kokemöller hatte entsprechende Vorbereitungen getroffen und das angrenzende Feld abgemäht, um ein Ausbreiten des Feuers zu vermeiden. Auch im Ernstfall sei die Feuerwehr sehr dankbar über die Unterstützung der Landwirte, sagte Wollny. Die Seminarteilnehmer schritten das Stoppelfeld ab und setzten auch die Technik der Feuerpatsche ein. Sie dient zum Ausschlagen der Bodenbrände und ist ein Stab, der am Ende mit einer breiten Fläche aus Leder oder Blech ausgestattet ist.

Wissen an die Kollegen weitergeben

Mithilfe ihrer Seminarunterlagen können die teilnehmenden Einsatzkräfte alle theoretischen und praktischen Informationen und ihr erworbenes Wissen an ihre Kollegen weitergeben. Fabian Prahl (20) von der Ortsfeuerwehr Dedensen ist seit seinem sechsten Lebensjahr Mitglied in der Feuerwehr. Das böte ihm Abwechslung zum beruflichen Alltag, außerdem wolle er gern in seiner Freizeit etwas für die Gesellschaft tun, sagte er. Das Fortbildungsseminar sei sehr wichtig, er sei froh darüber, dass die Seelzer Stadtfeuerwehr es so frühzeitig angeboten habe.

Von Heike Baake

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