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Seelze Tiemann: “Ich bin ein Dinosaurier der Malerei“
Umland Seelze

Wolfgang Tiemann zeigt Querschnitt seines Schaffens in Seelze

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00:19 23.06.2019
Wolfgang Tiemann hat sich mit intensiv mit dem Alter beschäftigt, wie das hyperrealistische Porträt von Hugo Lorenz zeigt. Quelle: Thomas Tschörner
Kirchwehren

Einblicke in sein 40-jähriges Schaffen gibt der Maler und Bildhauer Wolfgang Tiemann in seinem Atelier und benachbartem Kunsthaus in Kirchwehren. Zum am Sonnabend, 22. Juni, um 16 Uhr beginnenden Atelierempfang erwartet der Künstler Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik, darunter auch Seelzes Bürgermeister Detlef Schallhorn und den Kolumnisten Dietmar Wischmeyer. Der für ein Grußwort angekündigte Ministerpräsident Stephan Weil hat sich entschuldigen lassen.

Wolfgang Tiemann präsentiert ausgewählte Arbeiten in Atelier und Kunsthaus in Kirchwehren.

Tiemann sieht sich als klassischen Maler

Der 1952 in Eickhorst im Kreis Minden geborene Tiemann sieht sich als klassischen Maler. „Ich bin eine Art Dinosaurier der Malerei.“ So beschäftige er sich als Künstler des 21. Jahrhunderts aktuell mit dem niederländischen Maler Jan Vermeer aus dem 17. Jahrhundert. Es sei ihm wichtig, die europäisch-abendländische Identität zu stärken, ohne sich dabei abzuschotten. Gerade sein soziokulturelles Projekt PaperRoads, mit dem er die Verbreitung des Papiers entlang der Seidenstraße thematisierte, sei ein großer Erfolg gewesen. Die Bereitschaft, klassischer Kultur den Teppich auszurollen, sei derzeit in Deutschland aber nicht so groß.

Aus Kaufmannsladen wird das Atelier

Im Sommer 1979 hatte Tiemann den ehemaligen Kaufmannsladen der Kette Vivo in Kirchwehren gekauft, der bereits seit zwei Jahren leer stand. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sein Grafik-Design-Studium bereits seit einem Jahr abgeschlossen. „Damit wollte ich beruflich auf der sicheren Seite sein, entschied mich dann aber doch für die freie Kunst.“ Es sei ihm klar geworden, dass er eigentlich doch ein Maler sei, vielleicht auch noch Illustrator. Es folgte ein Studium an der Kunsthochschule Braunschweig, an der er 1982 zum Meisterschüler ernannt wurde. Seine Vorausbildung sei dabei ein großer Vorteil gewesen. So habe sein Professor Peter Voigt ihn ermuntert, seinen eigenen Weg zu gehen. Zu seinem Atelier in dem ehemaligen Laden kam später noch das benachbarte Kunsthaus –eine Art Privatmuseum, in dem Tiemann eine Auswahl seiner Arbeiten zeigt.

Porträts alter Menschen machen den Anfang

Nach den Vorbereitungen seines Ateliers konnte der Künstler 1980 richtig loslegen. Tiemann machte eine kleine Serie hyperrealistischer Porträts alter Menschen. „Damals hatte ich einen großen Abstand zum Alter, ich war ein junger Revoluzzer mit langen Haaren.“ Das gelebte Leben, eingegraben in die Gesichtszüge der Porträtierten, habe ihn fasziniert. Bei der Auswahl der Arbeiten für seine Retrospektive sei er aber auch auf Umwelt-Themen gestoßen und habe etwa die Lust der Menschheit am Untergang thematisiert –mit einer Gruppensex-Szene im vom sauren Regen geschädigten Wald. „Ich war ein Mahner“, sagt Tiemann heute. Festgestellt habe er aber auch, dass er seine frühen Arbeiten stiefmütterlich behandelt hat. Einige Werke aus seinem „Ur-Archiv“ seien beschädigt. „Bei einigen Bildern habe ich meine Liebe zu ihnen zu spät entdeckt.“ Zu sehen sind in der 40-Jahre-Schaffensauswahl auch drei Arbeiten aus der Reihe PaperRoads, großformatige Aqua-Tinta-Radierungen. Die Arbeiten wurden an vielen Orten ausgestellt, unter anderem in New York. Zudem bereiste der Künstler viele Länder der ehemaligen Seidenstraße und traf in Damaskus den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Durchquerung der Welten und Zeiten

Seine Retrospektive hat Tiemann „Durchquerung der Welten und Zeiten“ genannt. Zu sehen sind nicht nur Gemälde, sondern auch Bronze-Skulpturen. Dabei greift der Künstler historische und mythologische Elemente auf, die er im jeweiligen Kontext des Zeitgeschehens verarbeitet. Interessierte können sich die Ausstellung bis Sonntag, 7. Juli, anschauen. Eine Voranmeldung ist unter der Rufnummer (0172) 4192303 erforderlich.

Von Thomas Tschörner

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