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Sehnde Andrea Gaedecke ist neue Sehnder SPD-Chefin
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Andrea Gaedecke ist neue Sehnder SPD-Chefin

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17:37 30.09.2019
Silke Lesemann (rechts) beglückwünscht ihre Nachfolgerin Andrea Gaedecke. Quelle: Privat
Sehnde

Zeitenwechsel bei der SPD Sehnde: Die Ratsfrau und bisherige stellvertretende Vorsitzende des Ortsvereins Andrea Gaedecke rückt als neue Chefin an die Spitze der Sozialdemokraten auf. Sie ist Nachfolgerin von Silke Lesemann, die sich nach 13 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. Sie wolle den Ortsverein „politischer machen“, mehr Anträge schreiben, die auch in die Ratsfraktion gelangen und sich in der Öffentlichkeit eigenständig und stärker positionieren, beschreibt die 54-Jährige ihre persönliche Ausrichtung für den Neuanfang. Neue Möglichkeiten eröffne auch die Tatsache, dass mit Olaf Kruse ab November erstmals ein SPD-Bürgermeister Chef im Rathaus wird.

Mit 85 Prozent der Stimmen gewählt

Die 54-jährige Gaedecke erhielt gut 85 Prozent der Stimmen – allerdings waren nur 34 der fast 220 Mitglieder zur Wahl am Freitagabend erschienen. Drei stimmten mit nein, zwei enthielten sich. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Auch wenn die Versammlung nicht so gut besucht war wie erhofft, ist Gaedecke mit dem Votum zufrieden. „Ich kann den Ortsverein gut repräsentieren, denn ich weiß von vielen Nichtanwesenden, dass sie mich trotzdem unterstützen“, sagte sie.

Gaedecke hat in der Sehnder SPD schnell Karriere gemacht. Erst 2007 ist sie in die Partei eingetreten, vier Jahre später trat sie erstmals bei der Kommunalwahl an – und wurde sofort in den Rat gewählt. „Ich war von Anfang an aktiv und bin verlässlich, das hat offenbar überzeugt.“ Die 54-Jährige arbeitet in Hannover bei der AWO als Erzieherin, ist Vorsitzende des Sehnder Ratsausschusses für Kindertagesstätten und Jugend und war vor ihrer Wahl zur Vorsitzenden acht Jahre lang Stellvertreterin von Lesemann.

Ein Ohr an den Genossen in Dörfern haben

Es sei ihr nun „eine Herzensangelegenheit“, etwas anders auf die Dinge zu schauen. Dazu gehöre etwa, die Genossen in den kleinen Ortschaften wieder stärker in den Blick zu nehmen und etwa Vorstandssitzungen dort in den Abteilungen abzuhalten. „So hat man auch ein Ohr an den Genossen in den Dörfern“, beschreibt es Gaedecke. Ihr Ziel sei es, die Gemeinschaft zu stärken und gemeinsame Strukturen zu schaffen – im Verbund mit der Ratsfraktion und dem designierten Bürgermeister aus ihren Reihen.

Welche Themen sie in Zukunft besonders aktiv anpacken will, möchte Gaedecke noch nicht öffentlich machen. Das solle erst einmal intern im Ortsverein diskutiert werden. „Ich bin ja kein Alleinunterhalter, sondern ein Teamplayer“, sagt die Sozialdemokratin. Dass Olaf Kruse ab dem 1. November Bürgermeister wird, sei von Vorteil. Die Zusammenarbeit und auch der Austausch sei leichter, da Kruse auch an den Fraktionssitzungen teilnehme. „Aber als Bürgermeister muss er ja auch neutral sein.“ Von Vorteil sei, dass Kruse sozialdemokratische Ideen kenne und lebe, sagt auch Lesemann. Das habe mit reiner Parteipolitik nichts zu tun.

Rückzug wegen vieler Ämter

Lesemann ist mit dem Übergang vollauf zufrieden, auch wenn bei ihren Wahlen an die Sehnder SPD-Spitze die Zustimmung stets nahezu bei 100 Prozent lag. Auch die Wahlbeteiligung von nur 34 Mitgliedern sei nicht ungewöhnlich. Sie selbst habe ihr Amt aufgegeben, weil sie „viele Hüte“ auf habe: Als SPD-Landtagsabgeordnete, Ortsbürgermeisterin in Bolzum, als Ratsvorsitzende und auch als Vorstandsvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Region Hannover.

Gaedecke sei eine gute Nachfolgerin und habe viel Kontinuität bewiesen, etwa in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Im Ortsverein Sehnde seien inzwischen ein Drittel der Mitglieder Frauen – und damit besser als der Bundesdurchschnitt. Zudem habe es in letzter Zeit drei Neuzugänge jüngerer Mitglieder gegeben: „Ich verlasse also nicht das sinkende Schiff.“

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