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Sehnde Behörde wehrt sich gegen BUND-Vorwürfe
Umland Sehnde Behörde wehrt sich gegen BUND-Vorwürfe
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00:21 22.09.2018
Will von 2019 an Renotherm als Brennstoff einsetzen: Das Holcim-Zementwerk in Höver. Quelle: Archiv
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Höver

In der Debatte um den beabsichtigten Einsatz des Ersatzbrennstoffs Renotherm im Holcim-Zementwerk in Höver hat sich jetzt das Gewerbeaufsichtsamt (GAA) zu Wort gemeldet. Es hat beim Genehmigungsverfahren die Federführung und wehrt sich nun gegen Anschuldigungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Dieser hatte unlängst in Person des Ahlteners Karsten Poschadel behauptet, das Verfahren werde „ganz schnell und ohne die Beteiligung der Bevölkerung abgeschlossen“. Das sei falsch, sagt jetzt Thoralf Jahn, zuständiger Dezernatsleiter beim GAA. Das Unternehmen Holcim selbst wolle ausdrücklich die größtmögliche Einbindung der Öffentlichkeit erreichen. Im Genehmigungsvorgang sei die Beteiligung außerdem zwingend vorgesehen.

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Holcim will ab 2019 in seiner Anlage in Höver Renotherm einsetzen, das hauptsächlich aus Industrieabfällen besteht, darunter zum Beispiel Farben und Lacke. Der BUND meint nun, das Holcim-Werk sei auf dem Weg, eine „Sondermüllverbrennungsanlage, getarnt als Zementfabrik“ zu werden, und Holcim komme an einem üblichen Verfahren für solch eine Anlage vorbei. Poschadel hatte auch bezweifelt, dass alles mit rechten Dingen zugehe und es kein offenes Verfahren mit Anhörung gegeben habe. Man bekomme das Gefühl, dass die Sache „unter der Hand durchgewunken“ werde.

Dem widerspricht Jahn entschieden. Es sei längst nichts genehmigt, sagt er. Noch lägen nicht einmal alle für das Verfahren nötigen Unterlagen von Holcim in der Behörde vor. „Es gibt noch Nachforderungen“, betont Jahn. Erst wenn die erfüllt seien, beginne ein „völlig normaler und transparenter Beteiligungsvorgang“. „Wir werden den Antrag, wenn er komplett fertig ist, in Sehnde für die Dauer von einem Monat öffentlich auslegen“, stellt der Dezernatsleiter klar. Anschließend bestehe für jedermann sechs Wochen lang die Möglichkeit, Einwendungen zu erheben. Auch ein öffentlicher Erörterungstermin sei geplant. Man sei also noch „ganz weit weg“ von der Entscheidung, ob Holcim den Ersatzbrennstoff Renotherm verwenden dürfe oder nicht.

Von Achim Gückel