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Sehnde HAZ-Forum mit Lehrke und Kruse zur Bürgermeisterwahl
Umland Sehnde HAZ-Forum mit Lehrke und Kruse zur Bürgermeisterwahl
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21:11 06.05.2019
Beim HAZ-Forum stehen die beiden Kandidaten fürs Bürgermeisteramt, Carl Jürgen Lehrke (CDU) und Olaf Kruse (SPD), Rede und Antwort. Quelle: HAZ
Sehnde

 Wie lässt sich Sehnde gut für die Zukunft aufstellen? Um diese Frage dreht sich das HAZ-Forum zur Bürgermeisterwahl am Montagabend, bei dem Amtsinhaber Carl Jürgen Lehrke (CDU) und Herausforderer Olaf Kruse (SPD) einen verbalen Schlagabtausch wagen. Klar ist: Kruse plädiert für die Abschaffung der Strabs, Lehrke will erst noch auf das Landesgesetz warten – und keine falschen Hoffnungen wecken. Ob beim Umwelt- und Naturschutz, einem Branchenmix an der Mittelstraße oder der Nutzung des ÖPNV: Die Kandidaten nehmen die Sehnder in die Pflicht.

Verfolgen Sie die Debatte hier im Liveticker:

  • 06.05.19 18:59
    Auch das HAZ-Team verabschiedet sich an dieser Stelle und beendet den Live-Ticker - in der Hoffnung auf eine hohe Wahlbeteiligung am 26. Mail
  • 06.05.19 18:58
    "Ich wünsche Ihnen einen guten Heimweg": Mit diesem Satz und einem Dank an die beiden Kandidaten beendet Oliver Kühn das HAZ-Forum nach genau zwei Stunden. Die deutlich mehr als 150 Sehnder verabschieden sich mit großem Applaus.
  • 06.05.19 18:56
    Welches Projekt packen Sie als erstes an? Welches kommt zu den Akten?

    Kruse sieht als erste Aufgabe die Gespräche mit den Mitarbeitern an, dann könnte er andere Prioritäten als der Amtsinhaber setzen können. Beerdigen wolle er keines der aktuellen Projekte.

    Lehrke zählt Turnhallen, Schulen als wichtige Projekte auf. Diese stünden außerhalb jeder Debatte - sie seien nicht mehr umzukehren. E-Mobilität sehe er als ein Thema an, das die Stadt angehen müsse. Gleiches gelte für Carsharing. Auch die Digitalisierung stehe auf der Agenda ganz oben - er wolle seine erfolgreiche Arbeit fortsetzen.
  • 06.05.19 18:53
    Wie viele Prozent der Sehnder Mitarbeiter im Rathaus arbeiten gut und engagiert?, fragt Kühn den Amtsinhaber, nachdem dessen Amtskollege Klaus Sidortschuk von 99,5 Prozent engagierter Mitarbeiter gesprochen hatte.

    "100 Prozent", sagt Lehrke unter dem Applaus des Publikums.
  • 06.05.19 18:52
    Zum Ende formuliert Kühn eine Frage an Kruse mit Blick auf Juso-Chef Kevin Kühnert: Möchte Herr Kruse den Wohnungsmarkt in Sehnde so lösen, indem er privaten Wohnungsmarkt abschaffe?

    "Enteignung ist das letzte, was auf dem Tapet steht", sagt Kruse.
  • 06.05.19 18:49
    Der Fachkräftemangel trifft Sehnde vor allem wegen der Nähe zu Hannover? Lässt sich das Stipendium für Erzieher auf andere Berufe übertragen?, fragt Kühn.

    "Wir brauchen eine starke Wirtschaft", sagt Kruse und bilanziert, dass die Zahl der Unternehmen und der Arbeitskräfte sinkt. Er würde sich für einen engeren Kontakt zu den Firmen vor Ort einsetzen, um Wirtschaftsförderung zu betreiben. Fachkräfte kämen bei guten, bezahlbaren Wohnungen und guten Infrastruktur mit Kita und Schulen, Verkehr und Vereinen.

    "In den letzten 20 Jahren ist die Beschäftigung um 65 Prozent gestiegen", hält Lehrke dagegen. Wenn sich Firmen für Sehnde interessierten, komme stets die Frage nach Wohnraum, nach ÖPNV, nach Infrastruktur. Dort sei die Stadt im Gespräch mit den Firmen, aber sie könne keine Fachkräfte nach Sehnde karren. "Wir haben uns früh aufgestellt", sagt er mit Blick auf Kooperationen zu den Schulen.

    Kruse vermisst in der Stadt entsprechende Fläche für Gewerbebetriebe - die gebe es jetzt in Rethmar. Aber erst auf Druck der Politik, nicht von Seiten der Verwaltung.
  • 06.05.19 18:43
    Wie kann Sehnde den öffentlichen Nahverkehr ausbauen?

    Kruse sieht einige Ortschaften, darunter Gretenberg, abgehängt. Es sei notwendig, gute Takte zwischen Bussen in den Ortschaften und S-Bahn zu schaffen. Auch die Kosten müssten im Blick behalten werden. "Wir müssen dahin kommen, den ÖPNV günstiger anzubieten", sagt er und sieht darin die einzige Chance den Individualverkehr von der Straße zu bekommen.

    Lehrke wünscht sich einen Ausbau des ÖPNV unter ökologischem Aspekt - neben dem Geld geht es auch um die Qualität. Die S-Bahn habe einen großen Schritt gemacht, aber der Umstieg zwischen Bus und Bahn müsse verbessert werden. Dort fehle die richtige Abstimmung: "Da muss etwas passieren."
  • 06.05.19 18:39
    Tempo 30 auf den Ortsfahrten in Müllingen, Höver oder Rethmar? Das wünschen sich die Menschen.

    Lehrke macht den Anwohnern Hoffnung - zumindest in Müllingen und Rethmar.

    Kruse verweist auf Gespräche mit den zuständigen Behörden, die Anlass zur Hoffnung gäben.
  • 06.05.19 18:37
    An der Strabs, der Straßenausbaubeitragssatzung, kommt das HAZ-Forum nicht vorbei. Erhalten oder abschaffen?, fragt Kühn im Namen von Lesern.

    Kruse plädiert für eine Abschaffung der Strabs in ihrer jetzigen Form und erhält dafür Applaus aus dem Publikum. Er bezeichnet das jetzige System als nicht gerecht. Einige Länder schaffen die Strabs ab und übernehmen die Kosten - das funktioniere in Niedersachsen nicht. Schon jetzt könnten Eigentümer bei der Kommune stunden. "Ich möchte, dass die Menschen wissen, dass wir pro Jahr an anderer Stelle 1,5 Millionen Euro sparen oder anderswo generieren müssen", sagt er.

    Lehrke sieht für die Strabs in ihrer jetzigen Form keine Zukunft. "Wir wollen die Straßen aber auch nicht vor die Hunde gehen lassen, deshalb schauen wir, welche Möglichkeiten sich landesweit ergeben werden", sagt er. Eins sei klar: Als Alternative bliebe nur die Kreditaufnahme. Er spreche sich dafür aus, dass Gesetz abzuwarten und dann mit den Sehndern diskutieren. Sonst führe die Stadt die Debatte doppelt. Er wolle auf keinen Fall Hoffnungen wecken, die er am Ende nicht halten könne. Auch dafür gibt es Applaus.
  • 06.05.19 18:32
    Das Essen in den Schulen sei grausig, schreibt eine Leserin. Muss die Stadt mehr Geld in die Hand nehmen?

    "Nein", sagt Lehrke. Die Stadt arbeite mit guten Caterern zusammen, das Essen habe einen angemessenen Preis und werde von der Stadt subventioniert. Er selbst esse auch mal in den Schulen. "Aber die Geschmäcker sind verschieden."
  • 06.05.19 18:30
    Weil in der Stadt die Kita-Plätze fehlen, würden auch nicht schulfähige Kinder eingeschult werden, sagt Kühn. Wie will der künftige Bürgermeister entgegensteuern?

    Kruse bedauert, dass sich seine Fraktion nicht mit einem langfristigen Konzept habe durchsetzen können. Im Krippenbereich gebe es viele private Initiativen und Tagesmütter. Zudem müsse die Stadt beispielsweise in Rethmar nur so viele Flächen an Familien verkaufen, wie die Infrastruktur in Kita und Schulen verkrafte. Das gelte umso mehr unter dem Aspekt des Fachkräftemangels, er plädiere für eine Fortsetzung der Stipendien für Erzieher und für attraktive Arbeitsplätze. Diesem Thema wolle er sich bei Amtsantritt intensiver widmen.

    Lehrke hält dagegen: Alle Kinder seien untergebracht worden - nicht alle zu den gewünschten Zeiten, nicht alle in der gewünschten Einrichtung. Wegen eines neuen Gesetzes könnten Eltern bis Mai entscheiden, wann sie ihr Kind einschulen lassen. Das betreffe in Sehnde gut 60 Kinder. Darauf habe die Kommune zu reagieren. Er verweist auf anstehende Erweiterungen oder Neubauten, darunter ein neues Familienzentrum mit der Kirche oder in Rethmar. "Wir schauen nach vorn." Der Umfang und die Nachfrage nach Qualität der Betreuung steigt. "Räume können wir wuppen, aber den Fachkräftemangel müssen wir bundesweit thematisieren." Er wünsche sich eine duale Ausbildung.
  • 06.05.19 18:22
    Gibt es in Sehnde zu wenig Kultur?, fragt Kühn.

    "Wir müssen das Angebot kürzen, weil die Besucher fehlen", sagt Lehrke bedauernd - zugleich im Kulturverein engagiert. Die gute Verkehrsanbindung nach Hannover sei eher ein Nachteil, weil sich die Einwohner auch noch um 18 Uhr entscheiden können, dort ins Hannover zu gehen. Er hoffe auf ein Bergfest im nächsten Jahr.

    Zu wenig Kultur - das hänge vom Betrachter ab. Wie viel ist viel Kultur? Wöchentlich? Monatlich? Kruse sagt, dass die Stadt den Kulturverein unterstütze - aber es gebe neben weniger Besuchern auch weniger Ehrenamtliche, die sich engagieren wollen. Die Stadt werbe mit gutem ÖPNV nach Hannover und Hildesheim. Dort gebe es ein breites Angebot mit kommunaler Förderung, das die Sehnder nutzen könnten. "Die Kultur in Sehnde finde ich sehr in Ordnung."
  • 06.05.19 18:16
    Wer möchte bei diesen Temperaturen ins kalte Wasser des Waldbads springen?, zitiert Kühn einen Leser.

    Lehrke kündigt für dieses Jahr eine Debatte an, ob dort eine Heizung - möglicherweise als BHKW - installiert werden kann. Dieses könnte im Sommer das Waldbad-Wasser wärmen und im Winter eine andere Einrichtung.

    Kruse bezeichnet das Thema als spannend, zumal die SPD seinerzeit schon eine Heizung gefordert hatte. Es sei gut, dass es nun einen neuen Antrag gebe. Dass nun die Finanzbehörden ein Votum abgeben müssten, verzögere die Diskussion. Er fordert eine Heizung auch unter dem Aspekt des Schulsports, die dort derzeit nicht trainieren könnten, weil das Wasser schlicht zu kalt sei.

    Dazu gibt es eine Nachfrage: Weshalb öffnet das Bad nur in den Sommerferien früher?

    Kruse verweist auf Angebot und Nachfrage: Wenn das Wasser 24 Grad warm sei, dann kämen auch mehr Menschen und die Öffnungszeit könne erweitert werden.

    "Die Nachfrage war nicht so, dass man das nicht guten Gewissens hätten verkaufen können", sagt Lehrke und nennt als Beispiel den Einsatz von Mitarbeitern als Schwimmaufsicht. Steige die Nachfrage, dann betrachte die Stadt dies neu. "Das Waldbad wird sich aber nie wirtschaftlich betreiben lassen", betont Lehrke. Aber: Wenn die Kommune junge Menschen ansiedeln wollen, dann müssten sie mehr bieten als Feuerwehr und Schule. Es gehe um Angebote durch die Vereine, aber auch durch die Kommune.

    Gelächter im Publikum: Lehrke will am 11. April nicht ins Waldbad-Becken springen. "Ich möchte die Schlagzeile nicht lesen: Der Bürgermeister geht baden", sagt er. Kruse will nur mit HAZ-Redakteur Kühn untertauchen.
  • 06.05.19 18:07
    Wie begegnet der künftige Bürgermeister dem steigenden Bedarf an bezahlbaren Wohnraum?

    Kruse sieht die Kommune stärker als bislang in der Pflicht, derzeit übernehme die Privatwirtschaft diese Aufgaben. Er kann sich neue Modelle, beispielsweise Genossenschaften, vorstellen - ebenso wie die städtische Gesellschaft. "Aber ohne entsprechende Flächen dümpeln wir als Kommune herum", sagt er und fordert, dass Sehnde stärker steuern müsse. Die aktuellen Beispiele aus der Kernstadt zeigten, wie teuer derzeit Wohnraum sei. Positiv sei hingegen das Awo-Wohnprojekt in Bolzum.

    Lehrke verweist auf eine Studie der Region, nach der in den nächsten zehn Jahren 80 soziale Wohnungen notwendig seien. "Aber das reicht nicht nach unserer Wahrnehmung", sagt der Amtsinhaber. Im Bereich der Galvanischen Hütte, am Bahnhof, in Rethmar oder an der Friedrich-Ebert-Straße seien Wohnungen im Geschosswohnungsbau vorgesehen. Fast ebenso wichtig sei, dass Sehnde das Bauland selbst entwickele - damit gebe es bezahlbare Bauflächen.
  • 06.05.19 17:58
    Wann setzt die Stadt den Hochwasserschutz am Billerbach um?, stellt Kühn die Frage eines Lesers.

    Kruse spricht von einem komplexen Thema, das sich vor allem bei Starkregen stelle. Dann gebe es einen starken Rückstau. Dafür suche die Stadt die Möglichkeit, eine Fläche als Überschwemmungsgebiet zu finden. Die Gespräche mit einem Landwirt liefen.

    "Wir müssen uns öfter auf Starkregen und Dürre einstellen", sagt Lehrke. Deshalb habe die Stadt ein Gutachten erstellen lassen zum Billerbach, weil in Bolzum kein Hochwasserschutz möglich sie. Die Verwaltung suche Flächen, um dem Bach vor dem Ort "Raum zu geben". Er gehe davon aus, dass mit dem nächsten Haushalt alles erledigt werde.
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