Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sehnde Weniger Einbrüche, aber mehr Vandalismus in 2018
Umland Sehnde Weniger Einbrüche, aber mehr Vandalismus in 2018
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:29 11.04.2019
Deutlich mehr Drogendelikte als in 2017 verzeichnet die Polizei für das vergangene Jahr. Quelle: Archiv (Daniel Karmann)
Lehrte

 Einen deutlichen Rückgang der Straftaten im vergangenen Jahr vermeldet jetzt die Polizei für Lehrte und Sehnde: Demnach registrierte die Behörde 4307 Straftaten, das sind knapp sieben Prozent weniger als im Jahr 2017. Als besonders auffallend bezeichnet Mario Mantei, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, die Entwicklung in Sehnde: Dort verzeichnete die Polizei 1142 Straftaten – das entspricht einer Verringerung von 26 Prozent.

„Unsere Zahlen decken sich mit der landes- und bundesweiten Tendenz“, sagt Ina Nentwig, Leiterin des Polizeikommissariats Lehrte. Sie und ihre Kollegen verweisen zudem darauf, dass sich die ohnehin schon gute Aufklärungsquote noch einmal um 1,6 auf nun 64 Prozent verbessert habe. Gleichwohl nutzen die Lehrter Beamten die Vorstellung der Kriminalstatistik, um auf ein zunehmendes Problem hinzuweisen: „Leider müssen wir feststellen, dass Menschen immer respektloser gegenüber den Kollegen werden“, sagt Bernd Steindam, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes.

Beamte erleben zunehmende Respektlosigkeit

Das schlage sich zwar nicht unmittelbar in den Zahlen nieder: So leisteten im vergangenen Jahr 17 Personen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, das sind drei Fälle mehr als in 2017. „Aber auf der Täterseite haben sich die Grenzen des Machbaren verschoben“, sagt Steindam und berichtet von Einsätzen, bei denen Täter versuchen, den Polizeibeamten die Waffe zu entreißen, sie körperlich attackieren, dass sie krank geschrieben werden müssen, oder beschimpfen. „Das setzt sich in diesem Jahr fort“, sagt Nentwig mit Blick auf zwei Polizisten, die bei einem Einsatz verletzt wurden.

Weniger Körperverletzungen: Diese Zahl lag in 2018 bei 546 Straftaten, das sind 77 Taten weniger als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote liegt dabei deutlich über 90 Prozent. „Das ergibt sich daraus, dass sich die Beteiligten meist kennen“, sagt Mantei. Gesunken sind seinen Angaben zufolge auch die Fälle häuslicher Gewalt: Insgesamt 166 Fälle weist die Statistik für beide Kommunen aus, das sind 39 weniger als in 2017. „Wir können die Dunkelziffer in diesem Bereich nicht greifen, gehen aber davon aus, dass die Frauen dank der guten Zusammenarbeit zwischen Stadt und AWO deutlich eher als früher Hilfe suchen“, sagt Mantei. Aus Sicht von Nentwig trägt dazu auch die öffentliche Debatte wie #Metoo bei.

Mehr Sachbeschädigungen: Ein abgetretener Spiegel an einem Auto oder zerkratzter Fahrzeuglack – solche Taten machen den Großteil der Delikte aus. Ihre Zahl stieg in Lehrte auf 272 Taten, das sind ein Viertel mehr als in 2017. Nur jede fünfte Straftat konnten die Ermittler aufklären. In Sehnde reduzierte sich die Zahl auf 125 Taten, das entspricht einem Rückgang von gut 12 Prozent. „Leider lassen sich dabei die Täter nur schwer ermitteln“, sagt Mantei.

Weniger Wohnungseinbrüche: Seit Jahren legt die Polizei einen Schwerpunkt der Präventionsarbeit auf den Schutz vor Einbrechern. Das zahle sich nun aus, sagt der KED-Leiter. So registrierten die Beamten in 2018 für Lehrte 56 Einbrüche (2017: 61) und für Sehnde 22 Einbrüche (2017: 45). Neben der Information von Wohnungseigentümern über Schutz gegen ungebetene Gäste kontrollieren die Beamten nach Aussage Nentwigs zunehmend ortsfremde Fahrzeuge. Daten werden zudem über die Ermittlungseinheit Wohnungseinbruch in Burgdorf zusammengeführt. „Täter agieren nun einmal über Grenzen hinweg“, sagt sie.

Mehr Drogendelikte: verzeichnen die Beamten im vergangenen Jahr. Nach 304 Taten in 2017 weist die Statistik nun 360 Taten aus. Für Sehnde gebe es mit 120 Fällen kaum eine Veränderung, sagt Mantei und betonte, die KGS stelle keinen Schwerpunkt dar. In Lehrte stieg die Zahl von 183 auf 240 – vor allem nach Kontrollen rund um den Bahnhof, wie die Ermittler sagen. Weil die Beamten die Delinquenten überprüften und den Drogenkonsum oder Handel dokumentierten, liegt die Aufklärungsquote bei 96 Prozent.

Die Täter: Kinder haben 52 Straftaten verübt. „Das betrifft beispielsweise eine Körperverletzung in einer schulischen Situation, bei der die Schule Wert darauf legt, dass die Polizei handeln soll“, sagt Mantei. Mitunter würden Kinder auch beim Diebstahl erwischt – auch als Mutprobe. In 2017 ermittelte die Polizei gegen 43 Kinder (2014: 23). „Straftaten im Flüchtlingskontext spielen keine wesentliche Rolle mehr“, sagt Mantei. So fiel die Zahl der Rohheitsdelikte wie Körperverletzung um 46 auf 77. 1503 deutschen Tätern standen 628 nichtdeutsche Täter gegenüber.

Weitere Meldungen von der Polizei und Feuerwehr aus der Stadt Lehrte und der Stadt Sehnde lesen Sie im Polizeiticker.

Von Antje Bismark

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 29-jähriger Autofahrer hat in Eltze die Kontrolle über seinen VW Bulli verloren und ist ein einen Zaun gefahren.

11.04.2019

Wilde Möhre und Johanniskraut, Pechnelke und Spitzwegerich könnten bald am Mittellandkanal zwischen Sehnde und Rethmar blühen. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung hat zwölf Blühstreifen von je 40 Meter Länge angelegt.

11.04.2019

Die in den vergangenen Jahren installierten DSL-Anschlüsse haben viele Sehnder schon als Fortschritt empfunden. Aber jetzt besteht Aussicht auf die Verlegung von Glasfaserkabeln bis in jedes Haus.

10.04.2019