Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Neuer Fokus auf Drogenhilfe
Umland Sehnde Nachrichten Neuer Fokus auf Drogenhilfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:55 08.07.2014
Von Oliver Kühn
Eine Drogenszene in Sehnde gibt es nicht, aber der Präventionsrat will sich dennoch wieder stärker um das Thema Sucht kümmern. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert (Symbolbild)
Anzeige
Sehnde

Das Thema Sucht ist einer von drei Schwerpunkten neben Integration und häuslicher Gewalt. Spezielle Anforderungen an die potenziellen Ehrenamtlichen gebe es nicht, sagt Olaf Kruse, Vorsitzender des Fördervereins: „Ideal wäre aber ein Betroffener oder jemand, der schon mit der Problematik zu tun hatte.“ Interessierte müssten dafür nicht als Hilfssozialarbeiter einspringen, sondern wirkten mehr im Hintergrund, um Aktivitäten zu organisieren und vor allem Geld zu sammeln. Rund 3000 Euro schüttet das Gremium jährlich aus. Die Arbeit des Arbeitskreises Sucht war vor Jahren beendet worden, nachdem dessen Leiter gestorben war.

Insgesamt ist Sehnde in Sachen Alkohol und Drogen aber unauffällig. Im vergangenen Jahr ist lediglich eine Hanfplantage ausgehoben worden. Eine Drogenszene gibt es aber nicht, nur einen Alkoholiker-Treffpunkt an einer Grünfläche. „Die verhalten sich aber ruhig“, sagt Susanne Horn von der Polizeistation Sehnde. Auch die Stadt will wieder verstärkt mit Vereinen, Feuerwehr und Schützen ins Gespräch kommen: „Wir wollen am Knie kratzen, bevor es juckt“, umschreibt es Katharina Fischer, Fachbereichsleiterin Kindertagesstätten und Jugend. Die Drogenberatungsstelle Drobel aus Lehrte arbeitet mit der Kooperativen Gesamtschule Sehnde bei der Suchtprävention zusammen. „Cannabis auszuprobieren fängt in der achten oder neunten Klasse an, aber die Situation ist nicht anders als an anderen Schulen“, sagt Mitarbeiterin Anne Ossenberg.

Anzeige

Ähnlich sieht es in Sachen häuslicher Gewalt aus, einem weiteren zentralen Thema des Präventionsrates. Durchschnittlich 30 Fälle werden jährlich bei der Sehnder Polizei aktenkundig - oft unter Alkohol oder Drogen. „Aber die Dunkelziffer ist viel höher“, betont die Gleichstellungsbeauftragte Jennifer Glandorf. Jede vierte Frau werde in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt, das habe eine Studie des niedersächsischen Sozialministeriums bestätigt.

Anzeige