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Umland Sehnde Nachrichten Ein Fachwerkhaus für Meisen
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20:49 29.05.2014
Die aktuelle Arbeit von Kurt Finke ist einer doppelstöckigen chinesischen Pagode nachempfunden.
Die aktuelle Arbeit von Kurt Finke ist einer doppelstöckigen chinesischen Pagode nachempfunden. Quelle: Katja Eggers
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Sehnde

Rund 40 Vogelhäuser hat Kurt Finke in seiner Hobbywerkstatt schon zusammengezimmert. Jedes von ihnen ist ein Unikat und mit großem Aufwand und viel Liebe zum Detail angefertigt. Den Giebel des „Niedersachsenhauses“ zieren etwa hölzerne Pferdeköpfe. Ein anderes Modell hat ein integriertes Insektenhotel. Finkes größtes Vogelhaus ist gut 85 Zentimeter breit und 80 Zentimeter hoch. Dazu gehört auch ein stabiler Holzpfosten, der mit einem Metallfuß in der Erde verankert werden kann. Das ist des Öfteren nötig, denn Finkes Häuser wiegen bis zu 40 Kilogramm. Je nach Größe können sie bis zu 360 Euro kosten.

Derzeit werkelt der Sehnder an einer doppelstöckigen chinesischen Pagode. Vorlagen braucht er für seine Vogelhäuser nicht. Finke zimmert aus dem Kopf heraus. Wenn der Rohbau fertig ist, überträgt er die Maße aufs Papier und fertigt eine Zeichnung an. Das Haus selbst ist stets aus Lärchen- oder Douglasienholz, der Fußboden aus geleimter Buche. Für den Futterschacht im Inneren und den Ständer verwendet Finke Kiefernholz, die Schindeln schneidet er aus Dachpappe zu. Für ein aufwendig gestaltetes Vogelhaus wie die Pagode benötigt der Hobbykünstler in etwa 80 Arbeitsstunden.

Handwerkliches Geschick bringt der gelernte Schlosser von Berufs wegen mit. Seit er vor einigen Jahren in den Ruhestand getreten ist, wird in der heimischen Werkstatt gesägt, gefräst, gehobelt und lackiert. „Das ist für mich Entspannung“, sagt Finke. Angefangen hatte alles mit einem Arbeitskollegen, der in seiner Freizeit Vogelhäuser baute. „Ich habe die gesehen und gedacht, dass ich das besser kann“, erinnert sich Finke und lacht. Sein Ehrgeiz war geweckt. Die ersten Vogelhäuser zimmerte er für die Verwandschaft. Dann wollten auch Nachbarn und Arbeitskollegen die hübschen Häuschen haben.

Mittlerweile hat Finke seine hölzernen Kunstwerke schon bis nach Cuxhaven und Bayern verkauft. Wohl fühlen sich darin vor allem Meisen, Spatzen und Amseln.

Katja Eggers

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