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Nachrichten Ostermeyer: Dorferneuerung wirkt positiv auf Bilm
Umland Sehnde Nachrichten Ostermeyer: Dorferneuerung wirkt positiv auf Bilm
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16:17 04.02.2018
Blick über den Zaun: Ortsbürgermeister Bernd Ostermeyer freut sich über den Bau von neuen Häusern am Kleifeld, Ecke Freienstraße.
Blick über den Zaun: Ortsbürgermeister Bernd Ostermeyer freut sich über den Bau von neuen Häusern am Kleifeld, Ecke Freienstraße. Quelle: MIchael Schütz
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Bilm

Es ist überall schön in Bilm.“ Ein Ortsbürgermeister muss einen solchen Satz wahrscheinlich schon von Amts wegen sagen. Aber Bilms Dorfoberhaupt Bernd Ostermeyer hat tatsächlich allen Grund zu solch einer Einschätzung. Das Dorferneuerungsprogramm habe in den letzten Jahren positiv auf den Ort gewirkt, sagt der Christdemokrat. Straßen wie die Kreuz- oder die Hohe Feldstraße sind saniert worden. Und mit dem Platz an der Kapelle habe der Ort so etwas wie einen Dorfplatz erhalten. Ostermeyer sind solche Aufwertungen in den Ortschaften wichtig.

 „Man muss die Ortskerne der Dörfer erhalten“, sagt der 56-Jährige, der schon seit 2001 Ortsbürgermeister in Bilm ist. Dazu trügen auch die landwirtschaftlichen Betriebe im Dorf bei. Sieben Haupt- und Nebenerwerbshöfe würden in Bilm noch betrieben, sagt Ostermeyer: „Wenn man durch den Ort geht, ist daher immer was los.“

Recht gut sieht der Bilmer auch die Infrastruktur im Dorf aufgestellt. Eine gute Busanbindung sei vorhanden. Und mit vier gastronomischen Betrieben ist Bilm sehr viel besser gestellt als vergleichbare Orte. „Das hat natürlich auch etwas mit der Messe zu tun“, betont Ostermeyer. Bilm sei ein beliebter Gastgeber für Gäste aus aller Welt. Aber Negatives gebe es natürlich auch. Leider habe gerade der der aleingesessene Bäcker Hoppe aus Altersgründen aufgegeben.

Einige städtischen Straßen, wie hier Im Winkel, zeigen Schäden an der Oberfläche Quelle: Michael Schütz

Für Bilm sei auch eine Bauentwicklung wichtig, macht das Dorfoberhaupt deutlich. So habe das Baugebiet „Vor den Bilmer Mühlen“ eine große Nachfrage erfahren, sagt der Christdemokrat. „Das wird es aber für die nächsten 15 bis 20 Jahren mit Baugebieten im Dorf gewesen sein“, meint er. Im Raumordnungsprogramm der Region sei für Bilm ohnehin nur noch Lückenbebauung zur sogenannten Innenverdichtung des Dorfs vorgesehen. Aber immerhin gebe es dafür einige Flächen im Ort. „Aber die müssen die Besitzer auch verkaufen wollen“, schränkt Ostermeyer ein. Und nur die wenigsten in Bilm hätten das vor. Derzeit sei aber immerhin der Bau zweier Mehrfamilienhäuser an der Einmündung der Straße Kleifeld in die Freienstraße geplant.

Bernd Ostermeyer wünscht sich einen Parkplatz für die Feuerwehr Quelle: Michael Schütz

Bei aller Zufriedenheit hat der Ortsbürgermeister aber auch eine Liste von Wünschen. So befürwortet er einen Parkplatz für die Feuerwehrleute am Spritzenhaus. Und einige der städtischen Straßen bräuchten eine neue Oberflächen. „Da ist die Stadt dran, aber das dauert alles sehr lange“, bemängelt Ostermeyer: „Wir hatten zum Glück in diesem Jahr noch keinen richtigen Winter, sonst wären die Schäden an diesen Straßen noch größer.“

Wälle wie dieser zwischen Maschdamm und der Straße Am Wischhof schotten den Mergelbruch vom Dorf ab Quelle: Michael Schütz

Mit gemischten Gefühlen sieht Ostermeyer die im benachbarten Höver aktive Zementindustrie. Der Mergelbruch, in dem die Firma Holcim das Rohmaterial für ihre Produkte gewinnt, reicht bis dicht an Bilm heran. Und die Erweiterung des Bruchs in südlicher Richtung ist bereits genehmigt. In den vergangenen Jahren sei der Ort immer mehr eingeengt worden, meint Ostermeyer. Wälle zum Bruch nähmen den Leuten die Sicht. „Die Bewohner der Häuser dort konnten früher weit schauen“, sagt der Ortsbürgermeister und zeigt vom Maschdamm aus entlang des Walls auf die Häuser in der Straße Am Wischhof. 

Ein Spaziergang durch Bilm: ORtsbürgermeister BErnd Ostermeyer ist mit Autor Michael Schütz unterwegs. Quelle: privat

Dazu komme noch der Plan, die Starkstromleitung, die den Bruch und dessen Erweiterungsgebiet von Ahlten her durchquert, an den Rand und damit an Bilm heran zu verlegen. „Damit werden wir noch zu tun haben“, befürchtet Ostermeyer. Ob die Erweiterung des Mergelbruchs so wie genehmigt auch kommt, stehe in den Sternen. „Holcim ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen“, gibt er zu bedenken. Es müsse seinem wirtschaftlichen Interesse nachkommen. „Aber das hängt wie ein Damoklesschwert über Bilm“, sagt das Dorfoberhaupt.

Der Lieblingsplatz an der Kapelle

Wenn er nach seinem Lieblingsplatz in Bilm gefragt wird, kann Bernd Ostermeyer gleich mehrere aufzählen.Es gebe mehrere Stellen in der Natur um den Ort herum, die er gern mag, sagt er. Dazu gehört beispielsweise der so genannte Bruno-Borchert-Platz am Maschdamm auf dem Weg zum Mittellandkanal. Im Ort selbst geht der Ortsbürgermeister besonders gern zu dem neu gestalteten Platz an der Kapelle. „Der ist richtig schön geworden“, empfindet er eine Aufwertung des Platzes an der Freienstraße, die mit Mitteln der Dorferneuerung finanziert wurde. „Wir hatten bisher eigentlich keinen richtigen Mittelpunkt im Dorf“, findet Ostermeyer. Mit dem Platz an der Kapelle gebe es nun so etwas wie einen Dorfplatz.

Das ist Bilm

Mit seinen rund 950 Einwohnern ist Bilm einer der von der Bevölkerungszahl betrachtet mittleren Ortsteile im Sehnder Stadtgebiet. Die früheste bekannte Erwähnung geht auf das Jahr 1233 zurück, als in Hildesheimer Urkunden der Name Bartoldi de Billenhem auftaucht. Dessen Familiengeschlecht hatte im 13. Jahrhundert seinen Sitz auf dem heutigen Ortsgebiet. Aus dem Familiennamen ist der heutige Dorfname entstanden.

Bilm ist seit Jahrhunderten ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf, in dem auch heute noch viele Höfe bewirtschaftet werden. Die nahe Landeshauptstadt Hannover hat den Ort auch für Menschen interessant gemacht, die dort ihr Geld verdienen. Für das Hotel- und Gastgewerbe spielt das nahe Messegelände eine große Rolle. Ebenfalls seit dem letzten Jahrhundert hat die im benachbarten Höver beheimatete Zementindustrie großen Einfluss auf das Dorfleben gewonnen, unter anderem als Arbeitgeber.

Von Michael Schütz