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Umland Sehnde Nachrichten Der Ortsrat streitet über Zuschüsse
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18:22 29.10.2013
Die Begegnungsstätte an der Peiner Straße: Hier bieten die Arbeiterwohlfahrt und der Sozialverband ihre Seniorenveranstaltungen an. Quelle: Achim Gückel
Sehnde

Das gelang leidlich und erst nach sehr langer Debatte. Regelmäßige Empfänger von Zuschüssen des Ortsrats sind unter anderem die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Sozialverband (SoVD) und das DRK. Schon in den vergangenen Jahren hatten die Wohlfahrtsverbände mit schrumpfenden Zuschüssen auskommen müssen. 2012 erhielt die AWO 500 Euro, der mitgliederstarke SoVD 1000. Die Verbände finanzieren von dem Geld unter anderem ihre vielen Seniorenveranstaltungen in der Begegnungsstätte an der Peiner Straße und die Miete für die Räume.

Im Vorfeld der Sitzung am Montag waren nun Informationen durchgesickert, dass die Zuschüsse für die Verbände gekürzt werden könnten, weil erstmals auch der TVE Sehnde um Förderungen bat. Es lagen vier Anträge aus Abteilungen des Sportvereins sowie ein Antrag eines Tennis-Fördervereins vor. Reiner Luck, Vorsitzender der AWO, und Brigitte Thomas, Chefin des SoVD, brachen gleich zu Beginn der Sitzung eine Lanze für ihre Verbände. Der SoVD habe in Sehnde im vergangenen Jahr für 2458 Begegnungen unter alten Menschen gesorgt, rechnete Thomas vor. Es dürfe keinesfalls „an den Senioren gespart werden“, sagte Luck. Die CDU im Ortsrat bat schließlich um eine Sitzungsunterbrechung, um ihre Sicht der Dinge allein zu erörtern. Sie schlug dann je 500 Euro für DRK, AWO, und SoVD vor und insgesamt 1050 Euro für die Anträge vom TVE und vom Tennis-Förderverein. Die SPD hatte andere Vorschläge: 400 für DRK, 600 für AWO und 1000 für SoVD, maximal aber insgesamt 300 für die Anträge der Sportler.

Einen Kompromiss zu finden war nicht einfach. Werner Kracke (SPD) vertrat die Ansicht, eine Kürzung bei den Sozialverbänden würde diese ins Mark treffen. Ann-Katrin Lehrke (CDU) mahnte, „die Kinder in den Sportvereinen nicht zu vergessen“. Es folgten Kompromissvorschläge, die Umschichtung von 100- und 50-Euro-Beträgen auf andere Empfänger und irgendwann wurde es schwer, die Additionen im Blick zu behalten. Schließlich wurde der Ruf laut, es gehe zu, „wie auf einem Basar“, Kracke sprach von „Kasperei wie im Kindergarten“ und schließlich schimpfte Luck, dass die Senioren „abgebügelt“ würden. Der AWO-Vorsitzende verließ dann aus Protest den Saal. Schließlich einigte sich der Ortsrat auf folgende Verteilung: 400 Euro für das DRK, 550 für die AWO, 850 für den SoVD, 300 für den Förderverein des Blasorchesters, 740 für alle Anträge aus dem Bereich des TVE, 200 für den Musikverein und 200 für die Jugendfeuerwehr.

Ortsratsmittel

0,38 Euro pro Einwohner

Der Topf mit den Ortsratsmitteln ist ein kompliziertes Gebilde. Wie viel Geld in ihm steckt, orientiert sich vor allem an der Anzahl der Einwohner, welche der Ortsrat vertritt. In Sehnde, Klein Lobke und Gretenberg waren das zum Stichtag für die Berechnung 2013 exakt 9203 Menschen. Für jeden Kopf fließen aus dem Stadtsäckel 0,38 Euro in den Topf. Dann kommt noch ein sogenannter Sockelbetrag von 1840 Euro hinzu. Mithin verfügte der Ortsrat Sehnde in diesem Jahr über 5337,14 Euro. Die Rechnung auf der Ausgabenseite ist einfacher: Rund 1000 Euro dürfen Ortsbürgermeisterin Regine Höft und ihre Stellvertreter für Geschenke ausgeben – etwa bei Ehejubiläen oder runden Geburtstagen. Es bleiben rund 4350 Euro, um die Zuschusswünsche der Vereine oder Verbände zu befriedigen. Mehr als 1000 Euro davon waren schon vor der Beratung am Montag fest vergeben – unter anderem für Veranstaltungen in Klein Lobke.

Kommentar von Achim Gückel

Es wäre auch unaufgeregter gegangen

Der Ortsrat hat einen Fehler gemacht. Über die Verteilung der Zuschüsse an Vereine hätte es angesichts der komplizierten Situation Vorgespräche geben müssen. Dann wären die Kommunalpolitiker vermutlich sehr viel unaufgeregter zu einem für alle Beteiligten tragbaren Ergebnis gekommen. Statt dessen gab es am Montagabend eine öffentliche Feilscherei, die bisweilen groteske Züge annahm. Und am Schluss blieb das Gefühl, dass in der ganzen Angelegenheit nicht mit der nötigen Ruhe und Souveränität entschieden wurde. Dass der Sozialverband nun zum Beispiel etwas weniger Zuschuss bekommt als im vergangenen Jahr, die AWO aber 50 Euro mehr, erscheint doch arg aus der Luft gegriffen zu sein. Letztlich haben die Vorsitzenden der beiden Wohlfahrtsverbände mit ihrem vehementen Auftritt aber ihr Ziel erreicht. Mit den Zuschüssen können sie leben.

Achim Gückel

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