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Umland Sehnde Nachrichten Die Schützen feiern ihre Majestäten
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09:03 08.06.2015
Die Musik zieht vorneweg: Zum ersten Mal bittet die Schützengesellschaft Sehnde zum Kinderumzug. Quelle: Michael Schütz
Sehnde

Die Aufregung kann einem manchmal einen Streich spielen. Das hat Jessica Schlimme am Sonnabendnachmittag gemerkt, als ihre Schützenkollegen von der SG Sehnde vor ihrem Haus angetreten waren. Es galt, die Scheibe der Schülerkönigin am Balkon der Wohnung anzubringen. Dazu allerdings hätte Scheibenkieker Henrik Schnabel freien Zutritt zur Wohnung haben müssen.

„Ich hatte vor lauter Aufregung die Tür zugemacht“, gestand die 15-Jährige, nachdem sie einen Spurt ins Haus hingelegt hatte, um die Tür aufzuschließen. Danach konnte Schnabel die Scheibe neben derjenigen aufhängen, die Mama Kerstin Schlimme im vergangenen Jahr als Schützenkönigin erhalten hat. Darauf ist nicht etwa ein röhrender Hirsch oder ein ähnliches Schützenmotiv zu sehen. Stattdessen prangt das Kätzchen aus der japanischen Hello-Kitty-Produktreihe auf der Scheibe. „Ich mag das gern“, gestand die 15-jährige Majestät.

Nicht weit hatte es die Schützengesellschaft Sehnde, um von der Jugendkönigin Nina Graumüller zum König Kevin Graumüller zu kommen. Die Geschwister wohnen schließlich im selben Haus.

Zeitgleich mit dem Aufhängen der Scheiben ging bei der SG eine Neuerung über die Bühne. Eine ganze Schar Kinder und ihre Eltern hatte sich am Zelt am Rathaus eingefunden, um den ersten Kinderumzug der Sehnder Schützen in Angriff zu nehmen. Der größte Teil kam dabei von einer Sehnder Tanzschule, die mit Jungtänzern im Alter von drei bis 16 Jahren angetreten war.

„Ich möchte schon seit Jahren einen Kinderumzug machen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SG, Detlef Schulz. Jetzt habe er die Sponsoren für das Vorhaben gefunden, denn die kleinen Geschenke an die Teilnehmer wollen finanziert sein. Schützenchefin Janina Behrens fand die Idee ebenfalls gut. „Ich habe selbst ein Kind in dem Alter.“

Allerdings konnten die Schützen selbst nichts von der Neuerung in Augenschein nehmen, da sie zur gleichen Zeit mit den Scheiben unterwegs waren. „Die Feuerwehr unterstützt uns sehr“, lobte Schulz - und der Spielmannszug Bolzum, der eigens ein paar Kinderlieder einstudiert hatte. „Aber nur, um sie hinterher im Zelt zu spielen“, meinte Zugchef Raphael Kappei. Denn zu der Musik von Pippi Langstrumpf könne man halt nicht marschieren.

Michael Schütz

Schöneres Wetter hätte sich Sehndes Schützengesellschaft für den Auftakt ihres großes Festes nicht wünschen können. Als die Schützen am Freitag wie in jedem Jahr mit viel Musik bei den Seniorenheimen vorbeischauten, strahlte die Sonne nur so vom blauen Himmel herab.

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