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Umland Sehnde Nachrichten Kein Unterricht nach Feuer in der KGS Sehnde
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15:22 06.03.2015
Feuerwehreinsatz an der KGS Sehnde.
Feuerwehreinsatz an der KGS Sehnde. Quelle: Julian Stratenschulte
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Sehnde

Ein Brand in der Kooperativen Gesamtschule Sehnde hat am Donnerstag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Mehr als 150 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, erst um kurz vor 22 Uhr war das Feuer gelöscht. Neben zahlreichen Ortswehren mit insgesamt 35 Fahrzeugen rückte am Abend auch die Berufsfeuerwehr Hannover an, um mit speziellen Rettungssägen die Dachkonstruktion zu öffnen, da sich dort immer wieder Glutnester entzündet hatten. Der Brand war in einem Klassenraum eines Nebengebäudes ausgebrochen und griff auf das Dach über, sagte Michael Schulz, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Sehnde. Der Schaden an dem Nebengebäude ist enorm, KGS-Leiter Carsten Milde sprach von einem möglichen Totalschaden.

Das Feuer in der KGS Sehnde hat einen immensen Schaden angerichtet. Die Feuerwehr konnte den Brand unter Kontrolle bringen.

Schulausfälle auch Montag und Dienstag

Die Schule fiel für alle 1700 KGS-Schüler am Freitag aus, eine Notbetreuung war eingerichtet. Alle Jahrgänge bis auf den Abiturjahrgang haben am Montag und Dienstag noch schulfrei und müssen erst am Mittwoch wieder zur Schule. Lediglich der Abiturjahrgang hat nicht frei, er wird ab Montag in zwei vom Brand nicht betroffenen Gebäudetrakten – den sogenannten E- und F-Trakten – unterrichtet. Alle übrigen Gebäudeteile sind am Montag und Dienstag gesperrt. Auch für den Wochenanfang ist eine Notbetreuung eingerichtet – diese war allerdings am Freitag nur von wenigen Schüler in Anspruch genommen worden.

Noch am Freitagnachmittag soll sich ein Sachverständiger das Gebäude ansehen und unter anderem messen, ob bei dem Brand Schadstoffe freigesetzt wurden. Das würde möglicherweise eine noch längere Unterrichtspause in der Schule bedeuten. Zudem berät ein Krisenstab aus Schulleitung, Feuerwehr, Ordnungsamt und dem Bürgermeister über das weitere Vorgehen berät.

Der Hausmeister der KGS hatte um 16.54 Uhr die Feuerwehr alarmiert, nachdem zwei Reinigungskräfte den Brand kurz zuvor entdeckt hatten. Die beiden Frauen atmeten offenbar Rauchgase ein und wurden von Rettungswagen mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Feuer in der KGS Sehnde: In der Kooperativen Gesamtschule in Sehnde ist ein Feuer ausgebrochen. Feuerwehrleute bringen die Flammen unter Kontrolle.

Als die Einsatzkräfte wenige Minuten nach der Alarmierung vor Ort eintrafen, schlugen die Flammen nach Angaben von Feuerwehrsprecher Schulz bereits aus den Fenstern. Der Rauch war zu diesem Zeitpunkt bis Lehrte und Hannover zu sehen. Wegen der Hitzeentwicklung waren die Verkleidung und die Fensterrahmen aus Kunststoff bereits geschmolzen. Die Anwohner der Schule sollten wegen der Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen halten, die Bundesstraße 65 war für den Verkehr über Stunden gesperrt. Angesichts des Ausmaßes des Feuers rückten auch die Einsatzkräfte aus Rethmar, Ilten und Wassel zur KGS aus, zudem wurde eine zweite Drehleiter aus Lehrte angefordert.

Glutnester in Zwischendecke

Dank der schnellen Unterstützung mit den Drehleitern gelang es den Rettern zunächst, ein Übergreifen der Flammen auf andere Räume – vor allem im Hauptgebäude – zu verhindern. Um Glutnester zu entdecken, untersuchte die Feuerwehr das Gebäude mit Wärmebildkameras. Nach etwa einer Stunde loderten einige der bereits gelöschten Zwischendecken allerdings wieder, sodass ein zweiter Klassenraum in Brand geriet.

Auch am Abend war die Feuerwehr noch im Einsatz. Quelle: Uwe Dillenberg

Unklar ist, weshalb das Feuer in einem Klassenraum im ersten Obergeschoss eines Nebentraktes ausbrach. In dem sogenannten O-Trakt der Sehnder KGS werden nach Angaben von Schulleiter Carsten Milde 14 Klassen der Jahrgänge 5 und 6 unterrichtet. Außer normalen Klassenräumen beherbergt der Anbau im Erdgeschoss auch Fachräume für Werken, Chemie, Physik und Kunst. Sie wurden durch das Löschwasser vollständig geflutet. Das Wasser lief von dem Anbau auch auf die sogenannte Schulstraße, das Herzstück der KGS, von dem die einzelnen Unterrichtstrakte abzweigen.

KGS immer wieder in den Schlagzeilen

Schaulustige und auch viele Feuerwehrleute waren angesichts des verheerenden Brandes geschockt. "Immer wieder trifft es unsere KGS", sagte ein Sehnder Feuerwehrmann kopfschüttelnd. Tatsächlich ist die Schule in den vergangenen oft in den Schlagzeilen gewesen. Im Sommer 2013 zertrümmerte der schwere Hagelsturm weite Teile des Dachs. Im vergangenen Jahr musste die Stadt einen siebenstelligen Betrag in die Sanierung eines Flachdachs stecken. Dabei gab es auch einen schlimmen Zwischenfall. Ein Unbekannter kletterte nachts auf das Dach und hieb mit einer Axt große Löcher in die gerade neu verlegte Dachhaut.

Von Achim Gückel (mit: frs/jki/bis)

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