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Nachrichten Flüchtlingen durch den Alltag helfen
Umland Sehnde Nachrichten Flüchtlingen durch den Alltag helfen
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18:50 04.03.2015
Von Oliver Kühn
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Sehnde

Der Auftakt war vielversprechend: Beim ersten Runden Tisch des Ehrenamtlichen-Netzwerks für Asylsuchende in Sehnde (ENAS) haben 31 Sehnder ihre Bereitschaft bekundet, Flüchtlingen bei der Eingewöhnung zu helfen. Darunter waren Vertreter von Awo, DRK, Kirchen, Feuerwehr, Sportvereinen, dem Arbeitskreis Integration und Einzelpersonen. „Wir brauchen diese Ehrenamtlichen. Hauptamtlich schaffen wir das nicht mehr“, verdeutlicht Laura Höfken vom Sachgebiet Soziales bei der Stadt.

Die Stadt stellt sich vor, dass die Ehrenamtlichen wie Paten für die Flüchtlinge aus 19 Herkunftsländern sind und als Ansprechpartner Hilfe zum Leben geben, wie es Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke formuliert. Drei Betätigungsfelder stehen im Mittelpunkt: die Begleitung im Alltag, der Basis-Spracherwerb in Kleingruppen und als Dolmetscher. „Vor allem für Serbisch und Albanisch suchen wir Übersetzer“, erläutert Höfken.

Oftmals sind es für unsere Ohren banale Fragen – für die Flüchtlinge aber entscheidende: Wo ist der nächste Kindergarten, wie trenne ich Müll und wann muss ich ihn rausstellen, wie kann ich ein Konto eröffnen, und was ist das für ein Brief, der heute gekommen ist?

Beim Spracherwerb soll es nicht um fundierte Sprachkurse gehen, sondern es soll Basiswissen vermittelt werden, um etwa beim Bäcker auch mal selbst ein Brot bestellen zu können. Die Gruppen sollen mit vier bis sechs Personen extra klein gehalten werden, und die Stadt kann Bücher und Räume für den Unterricht stellen. Als Helfer sei jeder willkommen – auch etwa Jugendliche, die einen gleichaltrigen Flüchtling mal mit zu ihrem Sportverein nehmen wollen. Vor Ostern soll es deshalb an einem Abend Informationen darüber geben, wie man etwa mit traumatisierten Flüchtlingen umgeht und ob ein Sozialarbeiter dazukommen muss. Denn der Bedarf werde immer größer, sagt Lehrke.

Doch noch dringender brauche die Stadt Wohnungen für die Flüchtlinge, appelliert der Bürgermeister an die Sehnder. Selbst beim Sportverein in Höver etwa richte die Verwaltung schon eine ehemalige Wohnung her. Denn seit 2010 ist die jährliche Zuteilungsquote von 19 auf 127 hochgeschnellt – Tendenz steigend. Das Konzept der dezentralen Unterbringung komme an ihre Grenzen. „Ich will aber keine Sporthalle ausräumen und Feldbetten hineinstellen“, betont Lehrke. Ohne Container werde man auf Dauer wohl nicht auskommen.

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