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Umland Sehnde Nachrichten Flüchtlingshilfeverein trennt Beratung und Begegnung
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17:09 04.02.2018
In den Räumen der Flüchtlingshilfe in Rethmar werden Beratung und Begegnung künftig getrennt angeboten.
In den Räumen der Flüchtlingshilfe in Rethmar werden Beratung und Begegnung künftig getrennt angeboten. Quelle: Oliver Kühn
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Rethmar

 Die Flüchtlingshilfe Sehnde hat ihr Konzept für den Treffpunkt „Vielfalt“ umgestellt. In ihren Räumen im ehemaligen Bundessortenamt in Rethmar werden Beratung und Begegnung künftig getrennt voneinander angeboten. Das gemeinsame Angebot am selben Tag habe sich nicht bewährt, resümiert Koordinatorin Maria Myrach.

Den Treffpunkt „Vielfalt“ an der Hauptstraße 1 in Haus 3 gibt es seit vergangenem April. Dort konnten sich Flüchtlinge bislang jeden Sonnabend austauschen und gleichzeitig auch beraten lassen. Doch das habe sich als schwierig herausgestellt, zieht Myrach Bilanz. „Wir hatten fast nur Beratungen, und der Begegnungscharakter ist dabei ein wenig untergegangen.“ Das sei im Sinne des Integrationsgedankens nicht förderlich gewesen. Deshalb veranstalte man die beiden Angebote nun getrennt: Jeden Sonnabend gibt es jetzt von 11 bis 13 Uhr ausschließlich Beratungen für Flüchtlinge. Diese teilen sich der Flüchtlingshilfeverein und die Diakonie mit ihren beiden Beraterinnen Imke Fronia und Barbara Gebbe. 

Das „Begegnungsgeschehen“ hingegen sei nur an wenigen Sonnabenden erfolgreich gewesen, sagt Myrach. Oft seien nur zwei oder drei Geflüchtete gekommen. Am Wochenende nähmen viele Asylsuchende Beratungsangebote in Anspruch, gingen zur Ausgabe der Sehnder Tafel oder führen nach Hannover, um besondere Lebensmittel einzukaufen.

„Generell ist die Zeit bei vielen durch Besuche von Weiterbildungsmaßnahmen sehr knapp“, verdeutlicht die Koordinatorin. Deshalb soll der Treffpunkt nun jeweils am ersten Freitag im Monat für Begegnungen geöffnet werden – verbunden mit besonderen Aktionen. Im März etwa wird Osterdekoration gebastelt und im April gibt es ein Frühlingsfest. Ein monatliches Angebot sei auch ausreichend, wie das Begegnungscafé in Ilten zeige. „Das läuft gut, denn dann ist mehr los, und dass will man ja auch“, sagt Myrach.

Zudem werde die Flüchtlingshilfe demnächst einen öffentlichen Kalender erstellen, in den alle „Flüchtlingstermine“ verschiedener Einrichtungen von der AWO über die Diakonie bis zu der christlichen Initiative Lonea in Bilm gebündelt werden. Dies sei sowohl für die Flüchtlinge wie auch die Ehrenamtlichen hilfreich. Die Informationen würden auch auf die städtische Internetseite sehnde.de, Stichpunkt Asyl in Sehnde, gestellt und bei Facebook gepostet. Zudem werden die Angebote auf der Homepage der Flüchtlingshilfe unter fluechtlingshilfe-sehnde.de auch mehrsprachig veröffentlicht. 

Darüber hinaus hat der Verein seit diesem Monat eine neue  Mitarbeiterin, weil Myrach ihre Stunden reduziert hat. Anja Jung, gelernte Lehrerin mit theaterpädagogischer Ausbildung,  soll nicht nur Flüchtlinge betreuen, sondern auch deren Paten sowie den Ehrenamtlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Von Oliver Kühn