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16:27 24.01.2018
In diesem Straßenbahnwagen aus dem Jahr 1895 sollen bald Trauungen möglich sein. Quelle: Privat
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Sehnde/Wehmingen

 Eine Trauung in der Tram – das soll bald im Hannoverschen Straßenbahn-Museum bei Wehmingen möglich sein. Die Stadt möchte dort in einem historischen Waggon aus dem Jahr 1895 ein externes Trauzimmer einrichten, was deutschlandweit einmalig sein dürfte. Damit wolle man dem Trend zu sogenannten „Ambiente-Hochzeiten“ an ungewöhnlichen Orten bedienen. Es wäre der zweite Ort in der Stadt und gleichzeitig das zweite Museum mit solch einem Angebot: Denn mit dem Regional-Museum in Rethmar habe man schon gute Erfahrungen gemacht, argumentiert die Verwaltung. Das letzte Wort dazu hat der Rat.

Von den 105 Hochzeiten in Sehnde im Vorjahr sind 15 im Regional-Museum über die Bühne gegangen – das ist jede siebte Eheschließung in der Stadt. Das Straßenbahn-Museum könnte schon bald ebenfalls einen würdevollen Hochzeitsrahmen vor einer beeindruckenden Backsteinkulisse bieten. Etwas Besonderes ist auch das geplante „Trauzimmer“: Der erste U-Bahn-Waggon der Budapester „Unter-Pflaster-Straßenbahn“ aus dem Jahr 1895. Dunkelrot lackiert und mit Holzaufbau. 

Geplant sind Trauungen an jedem vierten Freitag des Monats von April bis Oktober. An diesen Tagen seien zwischen 10 und 13 Uhr bis zu drei Eheschließungen möglich, heißt es. Starttermin könnte schon der 27. April sein. Für das Hochzeitspaar fallen für die Miete der Tram zusätzlich 100 Euro zu den allgemeinen Gebühren an. Die Üstra in Hannover bietet einen ähnlichen Trauort in einem Straßenbahn-Oldie aus dem Jahr 1928 an – allerdings ist damit eine Stadtrundfahrt verbunden, und die Kosten liegen bei 500 Euro. 

Die Stadt Sehnde erhofft sich von dem neuen Angebot einen „positiven Synergieeffekt“. Denn der Bekanntheitsgrad des Hannoverschen Straßenbahn-Museums erstrecke sich bereits weit über die Stadtgrenzen hinaus – nicht zuletzt durch das im Vorjahr erstmals ausgerichtete snntg-Festival, das fast 2000 Besucher angelockt hatte. Trauungen in diesem Ambiente würden dessen Popularität sicher noch steigern, und auch für die Stadt fiele mit diesem „Alleinstellungsmerkmal“ positive Imagewerbung ab. „Die Stadt Sehnde kann durch weitere Trauzimmer mit besonderem Ambiente die Eheschließenden weiterhin dafür gewinnen, sich in Sehnde trauen zu lassen“, heißt es in der Drucksache wörtlich.

Im Vorfeld hatte sich die Verwaltung auch andere mögliche Orte für Trauungen angesehen – und zwar Räume in örtlichen Unternehmen. Doch diese Idee wurde letztlich verworfen. Denn dazu wäre vorher ein zeitintensives Vergabeverfahren notwendig, da Trauungen in Firmenräumen einen „erheblichen Wettbewerbsvorteil“ darstellen würden. Außerdem wäre eine Umsetzung, abhängig von der Anzahl der Trauorte, nicht ohne mehr Personal möglich.

Um als als Ort für Eheschließungen anerkannt zu werden, muss das Straßenbahn-Museum offiziell als gemeindliches Trauzimmer gewidmet werden. Zudem muss die Verwaltung einen Miet- beziehungsweise Nutzungsvertrag mit dem Straßenbahn-Museum abschließen. Darüber soll nun der Rat in seiner Sitzung am 15. Februar entscheiden. 

Im Regional-Museum steht die 75. Hochzeit an

Vielleicht liegt es am Datum: Die erste Hochzeit im Regional-Museum Sehnde war an einem Freitag, den 13., im Juli 2012. Daran erinnert sich der Vorsitzende des Museumsvereins, Erhard Niemann, noch genau. Offenbar ein gutes Omen – denn in diesem Mai steht bereits die 75. Trauung an. „Es gibt immer mehr Anfragen“, stellt Niemann fest. Den angehenden Eheleuten gefalle am Museum vor allem das Ambiente der alten Backsteingemäuer, aber auch die Weite auf dem Gelände des Gutshofs. Und nicht zuletzt der Teich hinter dem ehemaligen Kornspeicher, an dem die Paare „tolle Hochzeitsbilder“ machen könnten. Dagegen sei das Sehnder Rathaus mit seinen weißen Wänden schon nüchtern. 

Im Regional-Museum sei alles denkbar, vom Sektausschank bis zur Musik mit einer Band. „Wir machen alles mit“, sagt Niemann. Den Vogel habe im vergangenen Jahr Elisabeth abgeschossen. Die brachte die Trauringe in den Raum – an ihrem Halsband. Denn Elisabeth ist ein Hund. 

Geheiratet wird im Regional-Museum jeden zweiten Freitag im Monat von 14 bis 16 Uhr. Nach einer Anhebung sind dafür ab diesem Jahr 100 Euro als Aufwandsentschädigung fällig. Diese kommen weitgehend der Vereinskasse zugute. Mit bereits zehn Trauungen im Jahr könne das Museum seine Nebenkosten etwa für Strom, Heizung und Versicherungen bezahlen.ok

Von Oliver Kühn

Peter Niemann ist seit Jahresanfang Vorsteher des Burgdorfer Finanzamtes. Die Behörde verschickte 2017 Steuerbescheide in Höhe von 1,12 Milliarden Euro und rangiert damit auf Platz vier im Land.

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