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Umland Sehnde Nachrichten KGS fordert zweite Sprachklasse
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07:44 03.03.2015
In der Sprachlernklasse: Carsten Milde (links) und Silke Lesemann lassen sich von Michael Gollert Materialien für den Deutschunterricht erklären.
In der Sprachlernklasse: Carsten Milde (links) und Silke Lesemann lassen sich von Michael Gollert Materialien für den Deutschunterricht erklären. Quelle: Katja Eggers
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Sehnde

Bisher gibt es an der Schule lediglich eine Sprachlernklasse. Sie ist mit 20 Schülern allerdings schon jetzt voll belegt. „Wenn wir mehr Flüchtlingskinder aufnehmen sollen, brauchen wir auf jeden Fall eine zweite Sprachlernklasse“, sagt KGS-Leiter Carsten Milde.

Wie viele Flüchtlingskinder die KGS genau bekommt, ist noch unklar. Fest steht jedoch, dass Sehnde im Laufe des Jahres mehr Flüchtlinge aufnehmen soll als bisher angenommen. „Jüngst war von 127 Menschen die Rede, aber wie viele davon Kinder und Jugendliche sind und wann diese kommen, wissen wir nicht“, sagt Milde.

Die KGS hat die zweite Sprachlernklasse trotzdem bereits beantragt, genehmigt wurde sie aber noch nicht. Silke Lesemann will den Vorgang nun beschleunigen. Die SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Sehnder SPD war jüngst in der KGS zu Gast, um Carsten Milde als neuem Schulleiter einen Besuch abzustatten. Im Anschluss fragte sie prompt bei der Landesschulbehörde nach dem Stand der Dinge in Sachen Sprachlernklasse. „Dort bemüht man sich um eine zeitnahe Abarbeitung der Anträge“, sagte Lesemann.

Die bisherige Sprachlernklasse läuft laut Milde indes gut. Die Schüler kommen aus ganz unterschiedlichen Ländern, etwa aus Afghanistan, Pakistan, Kolumbien, Syrien und Palästina. Unterrichtet wird auf drei unterschiedlichen Niveaustufen. Ziel ist es, den Schülern mit Migrationshintergrund das Einleben in Deutschland zu erleichtern und ihnen die Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen.

von Katja Eggers

Schulbehörde sucht Lösungen

Landesweit steigt nach Aussage von Susanne Strätz, Sprecherin der Landesschulbehörde, die Nachfrage nach Sprachlernklassen. „Sie einzurichten hat für uns höchste Priorität“, sagt sie und fügt hinzu, dass das Land deshalb händeringend nach Lehrern suche. „Dabei geht es nicht mehr nur darum, Kräfte mit der Qualifikation Deutsch als Zweitsprache einzustellen“, betont Strätz. Vielmehr prüfe das Kultusministerium auch, ob andere Modelle funktionieren könnten. „Das können beispielsweise Deutschlehrer sein, die sich zusätzliche Kompetenzen angeeignet haben.“ Die bis zum vergangenen Jahr geltenden Modelle griffen angesichts der hohen Zahl an minderjährigen Flüchtlingen nicht mehr. Schulübergreifende Sprachlernklassen einzurichten sei ebenfalls eine Chance, das Problem zu lösen. bis

 

Achim Gückel 02.03.2015
05.03.2015