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12:40 25.07.2018
Karsten Poschadel von der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz führt Naturinteressierte über die Höverschen Kippen. Quelle: privat
Höver

Auf den Höverschen Kippen fühlen sich Pflanzen und Tiere richtig wohl. Mit mehr als 400 verschiedenen Pflanzen-, 350 Schmetterlings- und 100 Wildbienenarten handele es sich um einen der wertvollsten Naturräume in der Region, sagt Karsten Poschadel. Das Mitglied der AG Naturschutz des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte sich vor vier Jahrzehnten dafür stark gemacht, dass die Stadtwerke auf den um 1920 entstandenen Kalkmergelhügeln nicht wie geplant ein Kraftwerk errichten. Gemeinsam mit etwa 50 anderen Naturfreunden pflegt er das Idyll das ganze Jahr hindurch. Für die arbeitsintensiven Einsätze sucht er jetzt noch weitere Mitstreiter.

Poschadel kennt das etwa zwölf Hektar große Gelände wie seine Westentasche. Bei einer dreistündigen Führung zeigte er den 15 Teilnehmern kürzlich nicht nur die sehenswerte Flora und Fauna, sondern setzt sie auch ins Bild über die Geschichte und eben jene Pflegemaßnahmen, die unverzichtbar für den Erhalt der dortigen Artenvielfalt sind. „Der Name Höversche Kippen kommt daher, dass dort der Aushub für die Hindenburgschleuse in Anderten abgekippt worden war“, nennt Poschadel einen Umstand, den viele der naturinteressierten Teilnehmer seiner Führungen nicht kennen. Neben Orchideen wie dem braunroten Sumpfwurz und dem gestreiften Knabenkraut bekommen sie auch den rauen Löwenzahn zu sehen. Ein besonderes Kuriosum stellte eine auf einem bereits teilweise verrotteten Baumstamm blühende Orchidee dar. Da viele Schmetterlingsarten ihre Eier nur auf einer speziellen Pflanzenart ablegten, sei es umso wichtiger, die Artenvielfalt zu erhalten.

Dazu reiche es nicht aus, die Natur einfach machen zu lassen, erläutert Poschadel. Vielmehr müsse das Biotop extensiv gepflegt werden. Dazu gehöre neben regelmäßiger Mahd auch der Erhalt des Niederwaldes. „Es handelt sich ja um eine Kulturlandschaft, wie es sie bereits vor 100 Jahren gegeben hat.“ Durch das Mähen und Auslichten erhielten Pflanzen, die Licht und Platz benötigten, überhaupt erst die Möglichkeit zum Wachsen. „Früher hat man einen Wald alle fünf bis zehn Jahre runtergebrochen, der Buschwald kam erst später“, sagt der Naturfachmann.

Für diese arbeitsintensive Pflege seien Interessierte gern gesehen. Etwa 20 Einsätze im Jahr gebe es: „Denn wenn man etwas nur ein paar Monate wachsen lässt, sieht es schnell so aus, als habe man jahrelang nichts gemacht.“ Wer mithelfen will, kann sich bei Poschadel unter Telefon (0 51 32) 6279 melden. Für den Herbst ist, wenn es die Umstände zulassen, eine Führung mit einem Pilzexperten geplant. „Und vielleicht gibt es ja auch noch eine Schmetterlingsführung“, zieht Poschadel in Erwägung.

Von Sandra Köhler

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