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Umland Sehnde Nachrichten Lautstarker Protest am Rathaus
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19:33 22.05.2015
Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke hört sich vor dem Rathaus die Forderungen der aufgebrachten Eltern und Kinder an. Quelle: Katja Eggers
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Sehnde

Vor dem Rathaus formierten sich Sprechchöre. Kinder riefen „Kita auf, Kita auf!“. Aufgebrachte Eltern reckten selbst gestaltete Plakate in die Höhe, auf denen der Begriff „Familienstadt“, mit dem Sehnde seit Jahren für sich wirbt, durchgestrichen war.

Die Proteste richteten sich an Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Aufgerufen hatte dazu die Elternschaft der Kita Höver. Wie auch andere städtische Kindergärten in Sehnde ist die Einrichtung während des Streiks der Erzieher nur an wenigen Tagen sporadisch geöffnet. Anders als in einigen anderen Kommunen gibt es jedoch keine Notgruppen. Die Gebühren müssen die Eltern aber dennoch bezahlen.

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Ihrem Ärger darüber machten sie nun lautstark Luft. „Wir zahlen für eine Dienstleistung, die gar nicht erbracht wird“, sagte Eila Homberger, deren Sohn in die Kita Höver geht. Höveranerin Alexandra Schulte erklärte, dass sie bereits Geldeinbußen habe, weil sie ihre Kinder zu Hause betreuen müsse und deshalb nicht zur Arbeit gehen könne.

Von Lehrke forderten die Eltern eine Änderung der Gebührensatzung für die Sehnder Kitas. Diese sieht vor, dass die Eltern bei Ausfällen wie Streiks erst nach einem Monat Gebühren erstattet bekommen. Lehrke erklärte jedoch, eine Satzungsänderung könne nur der Rat beschließen und nicht der Bürgermeister.

Er hatte dennoch Verständnis für den Unmut der Eltern. „Auch ich bin sehr unzufrieden mit der derzeitigen Situation“, sagte Lehrke.

Die Stadtverwaltung hatte keine Notgruppen eingerichtet, weil sie bei ihrer Planung noch von einem Streik bis zum 21. Mai ausging. Da der Streik nun aber wohl länger dauern werde, müsse man über eine andere Lösung nachdenken, sagte der Bürgermeister.

Dienstag nach Pfingsten will die Verwaltung erneut beraten, wie es weitergehen soll. Der Vorschlag einiger Eltern, während des Streiks die Kinder selbst in den Kitas zu betreuen, soll dabei ebenfalls diskutiert werden.

Von Katja Eggers

Patricia Oswald-Kipper 22.05.2015
Oliver Kühn 20.05.2015