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Nachrichten Lebenslang für Mord in Sehnde
Umland Sehnde Nachrichten Lebenslang für Mord in Sehnde
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19:08 08.07.2009
Von Thomas Böger

Mit dem am Mittwoch vom Landgericht Hildesheim verkündeten Urteil folgte die Kammer unter dem Vorsitz von Bettina Jung-Lundberg dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Sie ordnete außerdem an, dass sich der Angeklagte nach vier Jahren Haft einer Therapie unterziehen muss, um endgültig von seiner Drogensucht loszukommen. Nur dann habe er eine Chance auf eine Entlassung nach 15 Jahren.

Bei der Feststellung des Tathergangs stützte sich das Gericht weitgehend auf das Geständnis des Angeklagten. Danach will sich C. an jenem 5. Februar 2007 unbedingt Geld beschaffen, um sich Heroin kaufen zu können. Er gerät mehr oder weniger zufällig nach Sehnde, sucht nach einem geeigneten Einbruchsobjekt und verfällt dabei auf das Haus des Ehepaars M. an der Breiten Straße.

Der Drogensüchtige klingelt. Als ihm geöffnet wird und er erst Anneliese M. und dann auch ihrem Mann gegenübersteht, schlägt er zunächst den 65-jährigen Georg M., dann auch die ein Jahr jüngere Frau mit der Faust nieder. Der Mann ist sofort bewusstlos. Damit C. sicher ist, dass ihn auch die Frau nicht an der Suche nach Geld hindern kann, versetzt er ihr noch mit einer Rohrzange zwei Hiebe in den Nacken – die sind tödlich.

Er habe den Tod der Frau zumindest billigend in Kauf genommen, hielt ihm Jung-Lundberg in der Urteilsbegründung vor: „Jeder weiß, wie gefährlich solche Schläge sind.“ Da C. „um jeden Preis“ an Geld kommen wollte, sei das Mordmerkmal Habgier gegeben, sagte die Richterin. Außerdem wollte er damit eine andere Straftat – den Raub – verdecken. Damit sei ein weiteres Mordmerkmal vorhanden, sodass der Kammer kein Spielraum blieb: Auf Mord steht lebenslang.

Bei seiner Einschätzung, dass die Steuerungsfähigkeit des Täters trotz gewisser Entzugserscheinungen nicht herabgesetzt war, stützte sich das Gericht auf die Aussage des Sachverständigen.