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Umland Sehnde Nachrichten Beim Hunderennen laufen auch die Herrchen
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00:20 20.06.2018
Golden-Retriever-Mischling Cooper gibt bei seinem ersten Hunderennen an seinem Geburtstag alles. Quelle: Sandra Köhler
Sehnde

Sportlich wurde es am Sonnabend beim ersten Sehnder Hunderennen des Polizeihundesportvereins Sehnde (PHSV) – und zwar für Hund und Herrchen gleichermaßen. Denn bevor die Vierbeiner durch die abgesteckte Rennstrecke flitzten, mussten ihre Besitzer vorlegen und die Lichtschranken am Start und Ziel auslösen, um ans Ziel zu gelangen. Das sorgte bei den Zuschauern für Heiterkeit und manche Neckerei – besonders, wenn es sich um Bekannte handelte. „Lauf, lauf, komm, ja, brav gemacht“: So oder ähnlich klang es vielfach.

Bevor die Hunde auf die Strecke gehen, laufen die Besitzer in Richtung Ziel. Quelle: Sandra Köhler

Olaf Schauer hatte sich mit Lebenspartnerin und Golden-Retriever-Mischling Cooper aus Celle auf den Weg an den Schacht II gemacht: „Wir haben ein Plakat gesehen und gedacht, das klingt gut.“ Für Cooper war es ein gelungener Geburtstagsausflug. Denn der Rüde hatte sichtlich Freude daran, über die 50 Meter lange Rennstrecke zu fliegen. Die Zeit war da zweitrangig: „Wir sind hier, um Spaß zu haben“, sagte Schauer: „Sonst treiben wir auch keinen Hundesport, gehen aber viel spazieren und fahren Fahrrad.“

Obwohl es nur eine Spaßveranstaltung war, hatte der PHSV alles professionell organisiert. „Wir haben für die Zeitmessung Lichtschranken am Start und Ziel aufgebaut, damit alles genau zugeht“, sagte der Vereinsvorsitzende Manfred Ziet. Nach einem Qualifikationsdurchgang konnten die Teilnehmer versuchen, ihre Zeit zu verbessern, um so ins Finale zu kommen. „Und weil es unfair wäre, ganz kleine Hunde mit den großen starten zu lassen, gibt es drei Gruppen: die Flitzpfoten, die Rennsemmeln und die Fellraketen.“ Mehr als 30 Teilnehmer fanden sich ein. „Die meisten sind nicht bei uns im Verein“, sagte Ziet. Gut für das Ziel, dass er mit der Veranstaltung verfolgte: Den Verein bekannt zu machen und mit anderen Hundebesitzern in Austausch zu kommen.

Kräftig angefeuert von seiner Familie rennt der Vierbeiner ins Ziel. Quelle: Sandra Köhler

In den Rennpausen stellte der Verein dann mit dem sogenannten Longieren auch eine eher unbekannte, aber für die Beziehung zwischen Hund und Herrchen ausgesprochen fördernde Spielart des Hundesports vor. Das Longieren stammt aus Schweden und wird dort eingesetzt, um die Bindung zwischen Polizisten und Diensthunden zu stärken. „Denn die Hunde wohnen nicht bei ihren Hundeführern, sondern werden in Zwingern gehalten“, erklärte Ziet. Während sich der Mensch im Inneren eines abgesteckten Kreises befindet, darf der Hund diesen nicht betreten.

Auf dem Gelände des Polizeihundesportverein Sehnde kommen Hundefreunde und -besitzer ins Gespräch. Quelle: Sandra Köhler

Das Tier erhält von seinem Herrchen Kommandos, wenn es ihm frontal zugewandt ist. Befolgt der Hund sie richtig, darf er um den Kreis laufen, bis ein neues Kommando folgt. So kann sich der Hund austoben, ist aber gleichzeitig körperlich und geistig gefordert. „Man kann Hunden so Kommandos wie Sitz und Platz beibringen“, sagt der Vereinsvorsitzende, „aber auch an den Umgang mit Pferden oder anderen Hunden gewöhnen, wenn es da Probleme gibt.“ Durch die Konzentration auf ihr Herrchen lernten sie das nach und nach. Die Leine komme dabei nur ganz am Anfang zum Einsatz: „Wenn die Hunde wissen, wie es funktioniert, wird die nicht mehr benötigt.“

Der Verein existiert seit 1957

Der Polizeihundesportverein (PHSV) wurde 1957 von Bergarbeitern der Kalichemie gegründet, sagt der Vorsitzende Manfred Ziet. Von der Firma stamme auch das Grundstück: „Der Straßenname ,Schacht II’ deutet noch darauf hin, dass hier ein Seitenausgang war.“ 52 Mitglieder zählt der Hundeverein aktuell. Aber obwohl der Name es nahelegt, werden dort nicht Polizeihunde ausgebildet. Dem Gebrauchshundesport mit seinen Spielarten Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst frönten aber viele Mitglieder. „Birgit, die heute die Ansagen macht, hat es im vergangenen Jahr bei der Deutschen Meisterschaft auf Platz 3 gebracht“, sagt Ziet stolz. „Das ist für einen kleinen Verein wie uns schon eine Menge.“ks

Von Sandra Köhler

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