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Nachrichten Schule arbeitet an Notfallplänen
Umland Sehnde Nachrichten Schule arbeitet an Notfallplänen
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07:33 09.03.2015
Von Achim Gückel
Brandermittler, Handwerker, Versicherungsexperten und Mitarbeiter der Stadt inspizieren den O-Trakt der KGS.
Brandermittler, Handwerker, Versicherungsexperten und Mitarbeiter der Stadt inspizieren den O-Trakt der KGS. Quelle: Achim Gückel
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Sehnde

Am frühen Freitagvormittag hatte Milde noch gehofft, dass die KGS den Betrieb schon am Montag eingeschränkt wieder aufnehmen könnte. Doch daraus wird nichts. Seit Freitagmittag nehmen Chemiker Proben der Raumluft an vielen Stellen in der KGS. Sie wollen feststellen, ob und wo die Luft mit Schadstoffen kontaminiert ist und einfaches Durchlüften möglicherweise nicht reicht. Das dauert bis Dienstag.

Betroffen ist vor allem der sogenannte O-Trakt, in dessen Obergeschoss das Feuer wütete. Aber auch das Lehrerzimmer, der Eingangsbereich und das Forum wurden von den Fachleuten am Freitag vorübergehend gesperrt. Insbesondere dort ist noch nicht klar, ob Schadstoffe in der Luft sind, die gefährlich für die Gesundheit sind. Milde betont aber, dass niemand in der KGS in Gefahr kommen solle und werde. Daher sei es richtig, die Schule erst einmal zu sperren. Das ginge auch nicht anders, weil auch der Eingangsbereich von den Untersuchungen der Chemiker betroffen sei.

Feuer in der KGS Sehnde: In der Kooperativen Gesamtschule in Sehnde ist ein Feuer ausgebrochen. Feuerwehrleute bringen die Flammen unter Kontrolle.

Die Einzigen, für die ab Montag der Unterricht ganz normal weitergeht, sind die Jugendlichen aus der Q 2, dem Abiturjahrgang. Sie stehen kurz vor dem sogenannten Vorabitur, den entscheidenden Klausuren vor der Reifeprüfung, welche nach den Osterferien ansteht. Diese Vorbereitungen dürften auf keinen Fall gefährdet werden, hatte Milde schon am Donnerstagabend gesagt.

Die angehenden Abiturienten werden in den zwei Trakten E und F der KGS unterrichtet. Diese liegen an der Waldstraße, also sehr weit entfernt von den durch das Feuer verwüsteten Räumen der Fünft- und Sechstklässler. Im E- und F-Trakt bestehe keine Gefahr für die Gesundheit, heißt es.

Auch für die Schüler der sogenannten Q 1, des elften Jahrgangs, gilt eine Sonderregelung. Sie haben zwar keinen Unterricht, müssen ihre jetzt anstehenden Facharbeiten aber pünktlich per Mail oder über den Eingang an der Waldstraße in der KGS abgeben.

Milde und sein Kollegium basteln derweil schon an einem Notfallplan für die Zeit nach der Sperrung, denn das Obergeschoss des O-Trakts, die schulische Heimat der Fünft- und Sechsklässler, wird langfristig nicht nutzbar sein. Ob es überhaupt zu sanieren ist oder ob man es abtragen muss, werden Experten erst in den kommenden Tagen beurteilen. „Wir müssen zusammenrücken“, sagte Milde bereits am Donnerstagabend. Eventuell werde eine Art Schichtmodell etabliert, nach dem einzelne Jahrgänge an einem bestimmten Wochentag zu Hause bleiben.

Schon am Freitagmittag stellte sich die Lage wieder etwas anders dar. „Wir haben spontan mehrere Angebote bekommen, an anderer Stelle Räume zu nutzen“, erläuterte der Schulleiter. Denkbar sei zum Beispiel, dass einzelne Klassen für eine befristete Zeit in Sehnder Grundschulen ausgelagert werden. Selbst der Sportverein TVE Sehnde habe sich gemeldet und einen Raum angeboten, sagte Milde.

Das Feuer in der KGS Sehnde hat einen immensen Schaden angerichtet. Die Feuerwehr konnte den Brand unter Kontrolle bringen.

Besonderes Augenmerk legt Milde auf den Abiturjahrgang. Die Jugendlichen sollen die Chance haben, möglichst störungsfrei über die Runden zu kommen. Es gebe daher bereits erste Überlegungen, für die Abiturprüfungen ins Rathaus umzuziehen. „Das ist durchaus möglich“, sagte Milde am Freitag.

Wie lange der durch den Brand ausgelöste Ausnahmezustand an der KGS andauern wird, weiß noch niemand. Vorerst geht es noch darum, den Schaden zu dokumentieren, Inventar sicherzustellen und zu reinigen - und den Grund für das Großfeuer zu finden.

Betreuung statt Unterricht

Hunderte Sehnder Kinder und Jugendliche haben plötzlich schulfrei. Das stellt berufstätige Eltern von Fünft- oder Sechstklässlern möglicherweise vor ein Problem. Die KGS hat daher gestern von 8 bis 13 Uhr eine sogenannte Notfallbetreuung in der Mensa gewährleistet. Auch für Montag und Dienstag hat Schulleiter Carsten Milde diesen Service angekündigt. An der Betreuung können Schüler aller Jahrgänge teilnehmen. Gestern wurde das Angebot allerdings nur mäßig genutzt. Morgens um 8 Uhr stand nur ein einziger Junge vor der Tür. „Die meisten Eltern konnten zum Glück sehr flexibel reagieren“, sagte Milde.

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