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00:21 06.04.2018
Wohn- statt Gotteshaus: Immobilienmakler Sebastian Fesser hat große Pläne für Everns frühere Magdalenenkapelle. Quelle: Katja Eggers
Evern

 „Im Altarraum könnte die Wohnküche entstehen, auf der Empore wäre Platz fürs Schlafzimmer, und draußen kommt auf jeden Fall ein Pool hin.“ Immobilienmakler Sebastian Fesser hat Großes vor. Sein ungewöhnlicher Plan: Aus der früheren katholischen Magdalenkapelle an der Rethmarschen Straße in Evern soll ein modernes Luxus-Loft werden. Fesser hatte das einstige Gotteshaus im vergangenen Jahr bei Ebay-Kleinanzeigen im Internet entdeckt, spontan gekauft und will es nun zu einem Wohnhaus umbauen lassen.

„Ich fand das Gebäude einfach geil“, gesteht Fesser. Beim Besichtigungstermin habe er den Verkäufer überzeugen können, dass er der Richtige Käufer ist. „Und dann hatte ich plötzlich eine katholische Kirche von 1955 und wusste eigentlich noch gar nicht so genau, was ich damit konkret machen soll“, erzählt Fesser. Seine erste Idee war dann, selber in die Kapelle zu ziehen. Die Freundin wollte jedoch lieber in Kirchrode wohnen bleiben.

„Und nun möchte ich halt anderen die Möglichkeit bieten, göttlich zu wohnen“, erklärt der Immobilienmakler, der aus Lehrte stammt, verschmitzt. Bis in der 160 Quadratmeter großen Kapelle jemand einziehen kann, ist allerdings noch viel zu tun. Die kleine Kirche ist schon seit 2010 profaniert, also offiziell seiner früheren Bestimmung enthoben, und steht seitdem leer. Altar, Kreuz und Beichtstuhl sind schon raus. Ursprünglich hatte das Drum Corps Blue Eagles die kapelle erworben, um daraus ein Vereinshaus mit Probenraum zu machen. Die Musiker scheiterten aber unter anderen an den Kosten für den anstehenden Umbau sowie an gegenwind aus dem Dorf. Manche Everner mochten sich mit dem gedanken, ein lautstart übendes Drum Corps in der Nachbarschaft zu haben, nicht anfreunden.

Wasserleitungen und Heizung gibt es in der früheren kapelle noch immer nicht. Und der Strom reicht gerade einmal für eine Lampe und einen alten Nachtspeicherofen aus. Dach und Fassade müssen gedämmt werden. „Im Prinzip muss alles neu gemacht werden, der Kunde bekommt also ein komplett saniertes Gebäude“, betont Fesser.

Die einstige Kapelle soll später mit Helligkeit und offenem Wohnbereich punkten. Quelle: privat

Der Immobilienmakler will eine Carbonheizung installieren und neuen Fußboden verlegen lassen. Ins Dach sollen große Fenster kommen. Die Fenster an den Seiten der Kapelle will Fesser austauschen. Das schöne Rundfenster im einstigen Altarraum will er jedoch erhalten, ebenso die Weihwasserbecken. Die Empore über dem Eingang soll ebenfalls bleiben, eine zweite will Fesser über dem Altarraum errichten. Ob dort ein Schlafbereich oder ein Büro himkommt, ist offen. „Weil ich nicht an irgendwelche Wasseranschlüsse gebunden bin, kann der Kunde viel mitentscheiden“, sagt Fesser. Je nach Kundenwünschen plant er für den Umbau drei bis vier Monate ein.

Mit den Arbeiten will der Makler beginnen, sobald ein Käufer den Vertrag unterschrieben hat. Interessenten gibt es bereits. Sie kommen laut Fesser aus Hannover, Braunschweig, Peine, Lehrte und Sehnde. Paare und Singles haben ebenso angefragt wie eine fünfköpfige Familie. Die Immobilie auf dem rund 1000 Quadratmeter großen Grundstück kommt laut Fesser für diejenigen in Frage, die sich einen individuellen Wohntraum verwirklichen möchten und das Spezielle lieben. Erste Besichtigungstermine für das 279.000 Euro teure Objekt haben schon stattgefunden.

Auch Christian Becker und Annett Wölm aus Bilm haben sich die Kapelle schon angeschaut und sind begeistert. „In einer ehemaligen Kirche zu leben,  wäre ein ganz anderes Wohnen“, schwärmt Becker

Von Katja Eggers

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