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18:41 05.06.2015
Die Stadt Sehnde nimmt für den Monat Juli keine Kita-Gebühren. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Sehnde

Keine Gebühren für den Kita-Platz, keine für das Mittagessen, keine für die Nutzung von Sonderbetreuungszeiten: Diese Faustregel gilt in Sehndes städtischen Kitas im Juli. Außerdem sollen jetzt Anträge von SPD und CDU beraten werden, die Gebührensatzung der Kitas zu überarbeiten. Beide großen Fraktionen wollen, dass den Eltern bei künftigen Streiks des Erziehungspersonals die gezahlten Gebühren unbürokratisch erstattet werden. Dieses gibt die derzeit noch gültige Satzung in Sehnde nicht her.

Der Beschluss im Rat fiel einmütig, und danach gab es wohlwollenden Applaus von den rund 20 Eltern, die der Sitzung beiwohnten. In den Tagen zuvor hatten sich viele Sehnder Familien auch mit Mails an Kommunalpolitiker und Verwaltung gewandt. In den Schreiben forderten sie nicht allein eine Erstattung von Gebühren, sondern auch bessere und längerfristige Infos über die streikbedingte Schließung von Kitas sowie über die Einrichtung von Notgruppen.

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Wie zum Beweis dafür präsentierte Grünen-Fraktionschef Günter Pöser im Rat einen Stapel von Schreiben, die ihn in den vergangenen Wochen erreicht hatten. Pöser betonte, dass man sich quer durch alle Parteien einig sei, die Eltern nun pauschal entlasten zu müssen. Pöser richtete auch ein Lob an die Eltern: „Sie haben hervorragende Lobbyarbeit für Ihre Kinder gemacht und das demokratische System erfolgreich genutzt.“

Auch Sepher Serdar Amiri (CDU) betonte, man „habe verstanden und sich in die Lage der Eltern versetzt“. Er wies aber auch einen offenbar in den vergangenen Wochen von manchen Eltern erhobenen Vorwurf, man tue in Sehnde nichts für Kinder und die Stadt bereichere sich an Gebühren, für die es keine Gegenleistung gebe, strikt zurück.

Amiri betonte, ebenso wie SPD-Fraktionschef Olaf Kruse, dass der Tarifkonflikt des Erziehungspersonals auf dem Rücken von Eltern und Kindern ausgetragen worden sei. Er hoffe, dass das am Montag beginnende Schlichtungsverfahren positiv ende und es nicht erneut zu Streiks komme, sagte Kruse.

Durch den Wegfall der Kita-Gebühren im Juli verzichtet die Stadt laut Fachbereichsleiterin Katharina Fischer auf rund 100 000 Euro an Einnahmen. Andererseits habe Sehnde in den Streikwochen aber auch die Gehälter für bis zu 80 Erzieherinnen, die sich im Ausstand befanden, nicht zahlen müssen.

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