Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Wasserlauf für Mittelstraße ist zu teuer
Umland Sehnde Nachrichten Wasserlauf für Mittelstraße ist zu teuer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 30.10.2017
Auf dem Platz vor der Vitrine für Vereine sollte das Wasserspiel installiert werden. Doch daraus wird nichts.
Auf dem Platz vor der Vitrine für Vereine sollte das Wasserspiel installiert werden. Doch daraus wird nichts. Quelle: Oliver Kühn
Anzeige
Sehnde

An der Vitrine für Vereine vor dem Volksbankgebäude sollte der Wasserlauf gebaut werden, etwa als Anlaufpunkt für Familien. "Auch gegen wildes Parken hätte das geholfen", meint CDU-Ratsherr Ralf Marotzke, der die Idee im Arbeitskreis hatte. Doch die Stadt hat dem Vorschlag schnell eine Absage erteilt. "Die Realisierung eines Wasserlaufes wird mit 10.000 Euro nicht möglich sein", heißt es aus dem Rathaus. Die Mittel müssten überplanmäßig aufgestockt und um laufende Folgekosten ergänzt werden. Der Rat hat diese Summe seit 2015 jedes Jahr zur Verschönerung bereitgestellt.

Erfahrungen mit dem Brunnen an der Peiner Straße/Ecke Zuckerfabriksweg und dem Wassertisch in Höver am Schulhof zeigten, dass Unterhaltung und Folgekosten beim Umgang mit Wasser im öffentlichen Raum erheblich seien, verdeutlichte die Verwaltung den Gremien. Die beiden Brunnen werden seit Jahren nicht betrieben. Denn sowohl geschlossene als auch offene Wasserspiele müssten regelmäßig gewartet und gereinigt werden. Darüber hinaus seien Hygiene- und Unfallverhütungsvorschriften, Haftungen sowie mögliche Vandalismusschäden einzukalkulieren.

Aufgrund dieser Bedenken hat auch die Politik die Reißleine gezogen. Sowohl der Ortsrat Sehnde als auch der Stadtentwicklungsausschuss haben sich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Deshalb hat die CDU unterdessen eine neue Idee ins Spiel gebracht. "Wir könnten uns zwei Energiesäulen an der Kreuzkirche vorstellen, die auch zur Mittelstraße gehört", sagt Marotzke. Dann bräuchte etwa der Ortsrat für den Weihnachtsmarkt keine Stromaggregate mehr zu besorgen und könnte damit jährlich 1200 Euro sparen. "Das amortisiert sich schnell", meint Marotzke.

Außer Strom für Veranstaltungen könnte sich der Ausschussvorsitzende Edgar Bäkermann (SPD) die Säulen auch als Ladestation für Elektroautos vorstellen. Bevor weiteres Geld für die Verschönerung der Mittelstraße ausgegeben werde, sollten jetzt neue Vorschläge gesammelt werden. "Es fehlt noch eine zündende Idee." Diese könnte eventuell von Studenten der Universität Hildesheim kommen. Diese hätten kürzlich in Sehnde einen Vortrag zur Verkehrsentwicklung gehalten und könnten sich die Mittelstraße mit einem "frischen Blick von außen" einmal genauer ansehen. "Wir sind doch ein bisschen betriebsblind", meint Bäkermann.

Insgesamt habe man im Arbeitskreis bei der Verschönerung der Mittelstraße nicht viel erreicht, räumt Marotzke selbstkritisch ein: "Der Leerstand ist immer noch da, wir bräuchten dort Gastronomiebetriebe." Die Leerstände sind auch Bäkermann ein Dorn im Auge, doch die Veränderungssperre für den Bereich begrüßt der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses: "Sonst siedeln sich nur Spielhallen und Wettbüros an, und die Mittelstraße wäre als Einkaufsstraße schnell tot."

Fotostrecke Sehnde: Wasserlauf für Mittelstraße ist zu teuer

Von Oliver Kühn