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Nachrichten Steinzeit-Beil ist immer noch scharf
Umland Sehnde Nachrichten Steinzeit-Beil ist immer noch scharf
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18:55 03.12.2014
Fund mit kompliziertem Namen: David Zielinski zeigt ein dünnackiges Flint-Rechteckbeil aus Ilten. Quelle: Katja Eggers
Sehnde

Auf einem Acker in Ilten hat der 39-Jährige ein sogenanntes dünn- ackiges Flint-Rechteckbeil und ein kleines Fels-Rechteckbeil gefunden. Beide sind etwa 4000 Jahre alt und laut Zielinski der Jungsteinzeit (Neolithikum) zuzuordnen. „Das große Beil wurde seinerzeit ständig nachgeschliffen und ist heute immer noch scharf“, sagt der Hobbyarchäologe und streicht vorsichtig über die Schnittfläche aus Flint, also Feuerstein.

Aus Ilten stammen zudem Fibeln aus dem Hochmittelalter. „Die diente als Knopf, Schmuck und Sicherheitsnadel für Gewänder“, erklärt Zielinski. Der Sehnder hat sie mit dem Metalldetektor ausfindig gemacht. Seine Sonde hat zudem ein Beil aus der mittleren Bronzezeit in Wassel aufgespürt.

Zielinski ist jedoch nicht allein fündig geworden. Bei dem ehrenamtlichen Beauftragten für archäologische Denkmalpflege haben sich auch Bürger mit eigenen Funden gemeldet. Zu den Höhepunkten gehörte ein neolithisches Flint-Rechteckbeil, das eine Familie aus Klein-Bolzum 1995 beim Bau ihres Einfamilienhauses entdeckt hat.

Kimberly Buß, die im vergangenen Jahr bereits eine Flintpfeilspitze gefunden hatte, hat rund um Ilten weitere Flintabschläge aus dem Neolithikum entdeckt. Hobbyarchäologe Thomas Böhlcke, mit dem Zielinski zusammenarbeitet, vermeldete zudem Funde einer neolithischen Klinge aus Bilm und germanischer und hochmittelalterlicher Fibeln aus Haimar.

Die Authentizität der Funde wurde zwischenzeitlich vom Landesamt für Denkmalpflege bestätigt. „Von dort heißt es, dass die Funde teilweise auch überregional von Bedeutung sind und einmal mehr das besondere archäologische Potenzial Sehndes belegen“, betont Zielinski.

Einige der Funde sollen demnächst in einer Ausstellung im Sehnder Regionalmuseum gezeigt werden.

Von Katja Eggers

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