Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Wintergerste steht notreif auf den Feldern
Umland Sehnde Nachrichten Wintergerste steht notreif auf den Feldern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 29.06.2018
Das Wintergerstenfeld leuchtet bereits golden - ein Zeichen dafür, dass das Getreide reif ist. Der starke Wind in den vergangenen Tagen hat die Halme zum Teil umgeweht (rechts unten im Bild). Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Uetze/Lehrte/Sehnde

Rund zwei Wochen früher als üblich stehen die hiesigen Landwirte in den Startlöchern, um mit der Getreideernte zu beginnen. Denn die Wintergerste auf den Feldern ist reif. Auf dem Hof der Familie Hasberg in Schwüblingsen steht daher der Mähdrescher bereits startklar unter dem Schauer. „Wenn die Bestände abtrocknen, geht es los“, kündigt Hartmut Hasberg an.

Sein Vater Hermann geht fest davon aus, dass die Wintergerste noch vor Ende des landwirtschaftlichen Wirtschaftsjahres am 30. Juni gedroschen wird. „In 50 Jahren ist es bisher erst einmal vorgekommen, dass ich in einem Wirtschaftsjahr zwei Wintergerstenernten hatte“, erzählt der Seniorchef.

„Ich sehe einer sehr unterdurchschnittliche Getreideernte entgegen“, sagt der Uetzer Landwirt Folker Grundstedt. Die Wintergerste sei notreif, weil die Pflanzen wegen der Trockenheit vorzeitig ihre Samenreife abgeschlossen hätten und dann abgestorben seien. Die Folge: Die Körner sind nicht voll ausgreift und daher sehr klein. Das Getreide müsse nun mit geringem Ertrag vorzeitig geerntet werden, sagt Grundstedt. „Wir haben mit der Beregnung das Schlimmste verhindert und beim Ertrag und der Qualität noch einiges ausgleichen können“, sagt Hartmut Hasberg. Aber die Beregnung sei sehr arbeits- und kostenintensiv. „Und es zehrt an den Nerven“, ergänzt sein Vater.

Die Beregnungsanlagen sind wegen der Trockenheit im Dauerbetrieb. Auf dem Foto ist ein Schlag mit Zuckerrüben bei Uetze zu sehen, der künstlich beregnet wird. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Philipp Lüders aus Arpke macht deutlich, weshalb die Beregnungsanlagen auf den Feldern im Dauerbetrieb sind: „Seit dem 1. April fehlen 230 Millimeter Wasser.“ Allerdings gebe es örtliche Unterschiede, ergänzt der Schwüblingser Niels Kynast. So habe es in Schwüblingsen etwas mehr geregnet als in Nachbardorf Arpke und in Uetze und Hänigsen mehr als in Schwüblingsen. Zur Trockenheit sei noch die Hitze mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Ende April und im Mai begleitet von einem stetigen Ostwind dazugekommen. „Das unterscheidet 2018 von anderen Jahren“, betont Kynast.

Wegen der Trockenheit sind die Körner in den Ähren sehr klein geblieben. Quelle: Wulf-Dettmer

Wegen der Trockenheit und der Hitze sei auch für die Sommergerste, den Roggen und den Weizen die Wachstumsperiode zu kurz geraten, gibt Grundstedt zu bedenken. Deshalb müsse man auch bei diesen Getreidearten von Ertragseinbußen ausgehen, sagt der Uetzer. „Der Mais kam bisher mit der Trockenheit ganz gut klar. Aber auch er braucht jetzt Wasser“, erklärt Kynast. Die Betriebsgemeinschaft Komb-i, der auch Kynast angehört, beregnet derzeit ihre Zuckerrübenschläge bereits zum dritten Mal in diesem Jahr. Trotz der späten Einsaat, der Hitze und der Trockenheit hätten sich die Rüben bislang gut entwickelt, sagt Anbauberater Joachim Liehe von der Nordzucker AG. Er erwartet nach heutigem Stand einen guten Ertrag.

„Die Trockenheit hat den Raps besonders hart getroffen“, stellt Hans-Heinrich Meyfeld aus Dolgen fest. Das hatte sich schon während der Rapsblüte abgezeichnet. Die Rapspflanzen haben Blüten abgeworfen und weniger Schoten als sonst gebildet. „Wir rechnen mit Ernteverlusten von 20 bis 30 Prozent“, sagt Meyfeld.

Nach Kynasts Worten sind die Frühkartoffeln „noch gut mit dem Wetter zurechtgekommen“. Die Ernte falle normal aus. Er geht allerdings von Ertragseinbußen bei den späteren Sorten aus. Er hofft, dass die Marktpreise für Kartoffeln die Einbußen weitgehend ausgleichen.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

13 KGS-Schüler, die aus fremden Ländern stammen, haben das Deutsche Sprachdiplom verliehen bekommen. Dafür haben sie ein Jahr lang jeweils vier Stunden in der Woche zusätzlich die Schulbank gedrückt.

26.06.2018

Die Forstbesitzer im Lehrter Holz sind mehr als verärgert: Am Feldweg direkt am Waldrand wird immer öfter wilder Müll abgeladen – aktuell alte Teerpappe, blaue Säcke und ein auffälliger Treckerreifen.

26.06.2018

Mit dem Moped nach Fehmarn: Dieser ganz speziellen Herausforderung haben sich neun Freunde aus verschiedenen Sehnder Ortsteilen gestellt. Und erfolgreich bewältigt.

25.06.2018