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Umland Sehnde Nachrichten Verseuchte Erde muss abgetragen werden
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17:03 05.03.2015
Von Oliver Kühn
Nicht angepasste Geschwindigkeit? Die Polizei prüft, ob der Landwirt mit seinem Trecker in der engen Kurve zu schnell gefahren ist.
Nicht angepasste Geschwindigkeit? Die Polizei prüft, ob der Landwirt mit seinem Trecker in der engen Kurve zu schnell gefahren ist. Quelle: Jarolim-Vormeier
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Sehnde

Der Experte hat die Unfallstelle an der Straße Mühlenfeld in Richtung Bilm bereits untersucht und will nun entscheiden, in welchem Rahmen das verunreinigte Erdreich abgetragen werden muss, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Voraussichtlich am Freitag sollen die Ergebnisse vorliegen.

Der verseuchte Boden ist inzwischen mit Planen abgedeckt worden, damit der Regen den Flüssigdünger nicht noch weiter in die Erde einwaschen kann. Bei dem Unfall ist auch ein Privatgarten an der Straße Mühlenfeld mit dem Dünger überflutet worden. In der Tiefe liege zwar ein Grundwasserleiter, doch dieser werde nicht genutzt, sagt Abelmann. Brunnen oder ähnliche Anlagen würden in diesem Bereich nicht betrieben.

Auch für die Natur hat der Unfall Folgen. Weil Flüssigdünger viel Stickstoff enthält, hat diese Bodenbelastung auch Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen - es wirkt wie eine Überdüngung. „Dadurch wird das Wachstum unterdrückt, die Pflanzen verbrennen sozusagen“, erläutert Abelmann.

Bei dem Unfall war am Dienstag gegen 11.15 Uhr ein Landwirt mit seinem Treckergespann auf der Kreisstraße 140 zwischen Ilten und Bilm verunglückt. Nach Angaben des Polizeikommissariats Lehrte gibt es keine Hinweise darauf, dass der Landwirt schneller als die erlaubten 25 Stundenkilometer gefahren ist. Allerdings werde derzeit geprüft, ob er für die Verkehrsverhältnisse - eine enge Kurve - mit nicht angepasster, also überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war.

Bei dem Unglück waren 5000 Liter Flüssigdünger ausgelaufen. Das meiste versickerte im Boden, doch ein Teil gelangte auch in das Abwasser- und Regenwassersystem. Die Stadtwerke Sehnde hatten deshalb eine Blase in das Rohrsystem gesetzt, um zu verhindern, dass sich der Dünger unterirdisch weiter ausbreiten kann.

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