Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Volkstrauertag: Redner gedenken Terroropfer
Umland Sehnde Nachrichten Volkstrauertag: Redner gedenken Terroropfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:35 15.11.2015
Kranzniederlegung in Sehnde: Ortsbürgermeisterin Regine Höft (zweite Reihe, links), Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke und viele Bürger sind dabei.
Kranzniederlegung in Sehnde: Ortsbürgermeisterin Regine Höft (zweite Reihe, links), Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke und viele Bürger sind dabei. Quelle: Michael Schütz
Anzeige
Sehnde

Maite Fricke und Milena Riedel sind Schülerinnen der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Sehnde. Sie äußerten bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag in der Sehnder Friedhofskapelle ihre Fassungslosigkeit über den Terror von Paris: „Was geht in den Menschen vor, die andere töten und auch auf das eigene Leben keine Rücksicht nehmen.“

Sie gedachten aber nicht nur der 129 Opfer, sondern auch der Überlebenden, „die Schlimmes erlebt haben“. Auch zur Situation der Flüchtlingsmigration zeigten die beiden Elftklässlerinnen eine klare Haltung: „Es geht nicht um die Frage, ob wir sie aufnehmen können, sondern ob wir Menschlichkeit zeigen.“ Niemand falle es leicht, seine Heimat zu verlassen. „Es ist unsere Pflicht, diese Menschen mit offenen Armen zu empfangen.“

Sehr persönliche Betrachtungen trug Sehndes Pastorin Damaris Frehrking zum Volkstrauertag bei. Sie erinnerte sich an eine Reise, die sie 1995 auch in die syrische Stadt Rakka geführt hatte, der heutigen Hauptstadt des selbst ernannten „Islamischen Staates“. Sie fragte sich, was die Menschen tun, die sie damals kennengelernt hat. „Töten sie selbst oder sind sie auf der Flucht?“, fragte sie sich vor 40 Zuhörern in der Friedhofskapelle.

Damit schlug Frehrking einen Bogen zur Zuwanderung in Deutschland. Sie plädierte für das Kennenlernen der Menschen, die zu uns kommen, so wie sie es vor 20 Jahren in Syrien erfahren habe. Es sei die Angst vor dem, was man nicht kennt, die das Böse hervorbringe. Man müsse auf die Menschen zugehen und ihnen die Werte unserer Gesellschaft näherbringen. „Und da wir die Stärkeren sind, müssen wir den ersten Schritt tun.“

Michael Schütz