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Umland Sehnde Nachrichten Wohnpark statt Autofriedhof geplant
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20:37 11.08.2013
Die einstige Keramische Hütte am Rande Sehndes soll abgerissen und von einem Wohnpark ersetzt werden.
Die einstige Keramische Hütte am Rande Sehndes soll abgerissen werden. Auf dem Gelände ist ein Wohnpark geplant. Quelle: Achim Gückel
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Sehnde

Mehr als 80 Wohneinheiten auf rund 28.000 Quadratmetern Grundstück, hohe ökologische Standards, Baubeginn möglichst im nächsten Jahr: Das sind die Eckpunkte für das ehrgeizige Projekt „Wohnpark Bock“ des hannoverschen Unternehmens Dolphin Capital. Nach Angaben der Stadt Sehnde ist der Investor bereits im Besitz der Fläche der Keramischen Hütte. Jetzt wolle er schnell loslegen, heißt es. Tatsächlich deutet vieles darauf hin, dass auch Sehndes Politiker in Windeseile den für das Projekt notwendigen Bebauungsplan in Gang bringen. Schon Dienbstagabend beschäftigen sich der Ortsrat Sehnde und der Ausschuss für Stadtentwicklung mit dem Thema. Bereits am Donnerstag kommt der Rat der Stadt zu einer Sondersitzung zusammen, um die Angelegenheit endgültig anzuschieben. Mancher Kommunalpolitiker stuft die Sache als einen „Selbstläufer“ ein, über den nicht groß diskutiert werden müsse. Allerdings hatten Sehndes Grüne sich unlängst kritisch über die Ausweisung weiterer großer Baugebiete geäußert.

Der Zustand auf dem Gelände der Keramischen Hütte an der Peiner Straße ist vielen Sehndern schon lange ein Dorn im Auge. Wer aus Richtung Osten in die Stadt hereinfährt, bekommt dort derzeit etwas zu sehen, was die Verwaltung in einer Drucksache jetzt eine „konfuse Gemengelage“ nennt - einen Schrottplatz mit Hunderten von alten Autos, eine Werkstatt und wenig gepflegte Wohngebäude. Schon Anfang der achtziger Jahre war die Keramische Hütte stillgelegt worden. Damals hatte der letzte Betreiber, die Firma Dörentrup Baukeramik, Konkurs anmelden müssen. Seitdem gab es wechselnde Nutzer. Auch der Wertstoffhof der Abfallentsorgung war bis vor einigen Jahren auf dem Gelände untergebracht. Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke bricht bereits jetzt eine Lanze für den Plan von Dolphin Capital. Es habe immer wieder Ideen gegeben, das alte Industriegelände zu bebauen. Jetzt gebe es endlich einen Investor, der sich den großen Wurf zutraut. Welche Altlasten in dem Gelände möglicherweise schlummern, ist bisher aber noch unklar.

Achim Gückel