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Sehnde 30 Krippenkinder stehen auf der Warteliste
Umland Sehnde 30 Krippenkinder stehen auf der Warteliste
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16:39 26.02.2019
Die Nachfrage nach Krippenplätzen wie hier in der Kindertagesstätte Sehnde-West ist in Sehnde größer als das Angebot. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

Nachfrage und Angebot an Krippen- und auch Kitaplätzen klaffen in Sehnde weit auseinander. Das zeigt die Vergabe für das Kitajahr 2019/20, die die Stadt gerade vorbereitet. „Die Versorgungslage bei Krippenplätzen ist nicht gerade rosig“, beschrieb es Fachdienstleiterin Katharina Fischer jetzt im Ausschuss für Kindertagestätten und Jugend. „Wir können nicht alle Krippenkinder versorgen.“ Aber auch bei den Kitaplätzen geht sie davon aus, dass es zu Engpässen kommt. Das zieht sich bis in die Grundschulen hinein, die zunehmend über nicht schulreife Kinder klagen.

30 Krippenkinder stehen auf der Warteliste

Die Vergabe der Krippenplätze ist weitgehend abgeschlossen. Demnach wurden mehr als 50 Kinder in den städtischen Krippengruppen aufgenommen, dazu kommen 30 weitere Kinder in Gruppen von freien Trägern – doch 30 angemeldete Kinder sind leer ausgegangen und stehen auf einer Warteliste. „Die Familien wurden auf die Tagespflege verwiesen“, sagte Fischer, doch ob dort alle Kinder auch einen Betreuungsplatz bekommen, sei derzeit noch nicht absehbar.

Weil in Sehnde nach ihren Worten in den vergangenen Jahren viele Kinder geboren wurden, sei die Zahl der Krippenkinder auf 516 gestiegen und die Versorgungsquote damit von 60 Prozent Mitte August auf 50 Prozent Mitte Januar gesunken. „Uns fehlt eine Krippengruppe“, resümiert Fischer. Die Fachdienstleiterin betont jedoch, dass es sich bei den Zahlen um eine Momentaufnahme handele und sie eine „tendenzielle Verbesserung des Defizits“ feststelle.

Stadt prüft Container, Wohnung oder Großtagespflege

Die fehlenden Krippenplätze könnten aber auch rechtlich zu einem Problem werden, gab Ausschussmitglied Florian Schuchardt (Grüne) zu bedenken. „Was ist, wenn leer ausgegangene Eltern, die auf die Tagespflege verwiesen wurden, klagen?“ Das sei aufgrund der unterschiedlichen Rechtssprechung nicht abzuschätzen, räumte Fischer ein. Dennoch bereite man sich mit einem Plan B darauf vor. Geprüft werde derzeit, ob Container eine Lösung seien, eine Wohnung angemietet oder sogar eine städtische Großtagespflege eingerichtet werden könnte.

Die Stadt versuche schon länger, diesem Problem mit dem Ausbau von Plätzen und längeren Betreuungszeiten entgegenzusteuern, betonte Fischer. „Es ist aber schwer, dafür Personal zu finden.“ Weil viele Erzieherinnen nachmittags nicht so lange arbeiten wollten, habe etwa die privat von einem Verein getragene Krippe Spatzennest ihre Betreuungszeiten schon dauerhaft von 17 Uhr auf 14 bis 15 Uhr reduziert.

In Sehnde fehlt zum 1. August eine Kitagruppe. Quelle: Oliver Kühn

Die Vergabe der Kitaplätze ist dagegen noch nicht abgeschlossen, doch Fischer geht davon aus, dass auch dort nicht alle Familien zum Zuge kommen werden. Eine große Rolle spielten dabei die derzeit 52 sogenannten „Flexi-Kinder“, die zwischen Anfang Juli und Ende September sechs Jahre alt werden. Bei ihnen können die Eltern seit vergangenem Jahr selbst bestimmen, ob sie ihr Kind noch ein Jahr in der Kita lassen oder in die Schule schicken wollen.

Blieben alle diese Kinder in der Kita, würde die Versorgungsquote von derzeit 99 auf 92 Prozent sinken. Die Verwaltung schätze aber, dass nur 30 bis 50 Prozent und damit zwischen 17 und 26 „Flexi-Kinder“ in der Kita bleiben werden. Zusammen mit der Verzögerung beim Anbau für die Kita Hugo-Remmert-Straße in Ilten fehle zum 1. August in Sehnde dennoch eine Kitagruppe.

Grundschulen klagen vermehrt über nicht schulreife Kinder

„Flexi-Kinder“ stellen die Grundschulen vor eine große Herausforderung. Regina Hecht, Leiterin der Wilhelm-Raabe-Grundschule in Ilten, berichtete im Ausschuss, dass sie bereits Rückmeldungen von Eltern habe, dass, sollten sie keinen Kitaplatz im Ort bekommen, ihre Kinder in die Schule schicken werden – obwohl sie noch nicht schulreif seien. „Für die Kinder ist das eine Katastrophe“, verdeutlichte Hecht. So würde man dem Nachwuchs die Schule von Anfang an verleiden und zur „Schulunlust“ beitragen: „Die Kinder sind letztlich die Leidtragenden.“

Von Oliver Kühn

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