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Sehnde Ausstellung zu 525 Jahren Kapelle in Höver
Umland Sehnde Ausstellung zu 525 Jahren Kapelle in Höver
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14:10 12.03.2019
Manfred Holaschke vom Vorstand Unser Höver (rechts) und Pastor Johann Christophers sind besonders stolz auf die gut erhaltenen Zeugnisse der kirchlichen Geschichte der Kapelle Höver. Quelle: Susanne Hanke
Höver

 Die Kapellenspitze mit Kugel und Wetterhahn ist schon von seiner Größe her ein herausragendes Ausstellungsstück: Das Exponat ist jetzt in der Heimatstube Höver zur Sonderausstellung „525 Jahre Kapelle Höver“ zu sehen, die der Heimatbund Unser Höver organisiert hat. Die 1494 errichtete Kapelle – eine Inschrift oberhalb der Tür weist in gotischen Buchstaben auf das Gründungsjahr hin – ist das älteste Gebäude im Ort und wurde als sogenannte Wehrkirche aus widerstandsfähigen Bruchsteinen errichtet. Mit einem festen Ziegeldach statt einem Strohdach und 80 Zentimeter starken Mauern, wie Vereinsvorstand Manfred Holaschke erläuterte.

Wehrkirche bot Bürgern bei Gefahr Schutz

Die Geschichte der Kapelle hat der Verein Unser Höver in seinem ersten Heft der Reihe „Höver: Mehr als Mergel“ aufgearbeitet. Demnach sollte die Kapelle der Gemeinde vor Gefahr Zuflucht bieten, und es seien sogar Schießscharten vorhanden, sagt Holaschke. Die Kapelle selbst ist für heutige Verhältnisse klein: Gut zwölf Meter lang, 7,60 Meter breit und bis zur Spitze knapp 15 Meter hoch.

Das älteste Gebäude im Ort: Die als Wehrkirche gebaute Kapelle mit Schießscharten. Quelle: Stefan Heinze (Archiv)

In dem halben Jahrtausend ihres Bestehens ist die Kapelle immer wieder verändert worden, nur die große Glocke ist laut Heimatgruppe eine der wenigen Gegenstände, die sich bereits bei der Einweihung in der Kapelle befanden. 1660 erhielt sie eine Sonnenuhr für „2 Thaler 14 Groschen“, wie es in einer alten Rechnung heißt. 1728 folgte die erste mechanische Uhr, aber erst 1905 das erste mechanische Betglockenwerk – von da an brauchte nicht mehr dreimal täglich das Schlagwerk per Hand betätigt werden.

Der Innenraum der Kapelle wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert, etwa Seitenfenster vergrößert und der Fußboden mit Steinplatten ausgelegt. Der ursprüngliche Steinaltar erhielt 1658 einen hölzernen Altaraufbau. 1783 wurde direkt neben das Gotteshaus eine Schule gebaut. 1810 schließlich war der Turm so baufällig, dass er nach 316 Jahren komplett erneuert werden musste.

1899 gab es erstmals elektrisches Licht

Modern wurde es 1899, wie der Heimatverein schreibt: Da beschloss der Kapellenvorstand, für 240 Mark die Kapelle erstmals mit einer elektrischen Beleuchtungsanlage zu versehen. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg, 1913, erhielt der Sakralbau dann sein heutiges Aussehen. Der Putz, der vorher immer wieder erneuert werden musste, wurde entfernt, das Mitte des 19. Jahrhunderts geschlossene mittlere Chorfenster wieder geöffnet und verglast, und das Dach erhielt eine Dachrinne.

Nach der Sanierung im vergangenen Jahr macht die Kapelle einen hellen und freundlichen Eindruck. Quelle: Stefan Heinze (Archiv)

Einschneidend war 1972 der Umbau in einen nüchternen Funktionsraum. Der alte Holzaltar fand einen neuen Platz in der Kirche von Meyenburg bei Schwanewede. Der Innenraum der Kapelle ist zuletzt im vergangenen Jahr für 13.000 Euro saniert worden. Dabei wurden der Deckenputz erneuert und auch Risse an den Außenmauern beseitigt. Zudem erhielten Wände und Fenster einen komplett neuen Anstrich.

Spitze hatte Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg

Die aus einer Kupferlegierung bestehende Spitze wurde im Jahr 1994 ausgetauscht und zeigt deutlich Spuren von Einschusslöchern, die Zeugnis des Zweiten Weltkrieges sind. Bei einem Fliegerangriff wurde im Jahr 1945 zudem das Kapellendach abgedeckt und erst 1947 wieder vollständig aufgebaut. Die Steine des ältesten Gebäudes im Ort könnten viel erzählen, sinniert Pastor Johann Christophers. Auf einer akribisch angelegten Zeitschiene können Besucher diese Daten und Ereignisse bis in die heutige Zeit verfolgen. Grundlage seien die Forschungsergebnisse von Ulrich Drews gewesen, so Holaschke.

Der Heimatforscher aus Höver habe alte Kirchenunterlagen zusammen getragen, die als wertvolle Zeitdokumente dienen. Aber auch auf dem Dachboden der Kapelle wurden Artefakte entdeckt, wie die alten „Uhrhämmer“ oder das ursprüngliche Ziffernblatt. Ebenso gut erhalten sind wunderschön verzierte Ausgaben der Bibel, eine grazile Silberhochzeitskrone und eine Urkunde zur Goldenen Hochzeit, die vom Herzog zu Braunschweig unterzeichnet wurde.

Diese und weitere Stücke rund um die Geschichte der Kapelle Höver können an den Sonntagen 24. März sowie 7. und 28. April jeweils von 15 bis 17 Uhr in der Heimatstube, Am Schulhof 1, besichtigt werden.

Von Susanne Hanke und Oliver Kühn

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