Sehnde: Baugrundstück in der Stadt ist Mangelware
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Sehnde Junges Paar hofft auf ein Baugrundstück in Rethmar
Umland Sehnde

Sehnde: Baugrundstück in der Stadt ist Mangelware

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16:15 24.03.2020
Alles bis ins Detail vorbereitet: Besna Algin und Dogan Kilinc hoffen auf einen Bauplatz in Sehnde-Rethmar.
Alles bis ins Detail vorbereitet: Besna Algin und Dogan Kilinc hoffen auf einen Bauplatz in Sehnde-Rethmar. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
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Bolzum

Bauplätze sind in Sehnde rar: Dogan Kilinc und Besna Algin sind zwei der mehr als 600 Bewerber für das neue Baugebiet Backhausfeld in Rethmar-West. „So viele Interessenten für 28 Bauplätze – das schüchtert schon ganz schön ein“, sagt Besna Algin. Die 27-Jährige hatte sich gemeinsam mit ihrem Verlobten schon vor drei Jahren für ein Grundstück im Baugebiet Kleines Öhr in Sehnde beworben. „Leider sind wird damals leer ausgegangen“, schildert Algin. Mit den neuen Vergabekriterien der Stadt Sehnde, nach denen die Grundstücke jeweils zu einem Drittel an Ortsansässige, Familien sowie an sonstige Bewerber aufgeteilt werden, hoffen sie nun zum Zuge zu kommen.

„Sehnde hat genau die richtige Größe“

„Wir wollen eine Familie gründen und da brauchen wir Platz“, erklärt Dogan Kilinc. Zurzeit wohnen sie in einer kleinen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus Bolzum. „Wir fühlen uns hier sehr wohl. Aber mit Kind wird es zu eng“, sagt Klinc. Die beiden wollen in Sehnde bleiben. „Es ist eine Stadt in der richtigen Größe, um sich wohlzufühlen. Wir lieben das Dörfliche“, sagt Algin. In Sehnde leben auch Kilincs Eltern mit seinen vier Geschwistern.

Zusammen haben sie sich auch schon gebrauchte Immobilien in verschiedenen Ortsteilen Sehndes angeschaut. „Die sind zu teuer und man muss meist viel machen. Das rechnet sich dann nicht“, sagt der 27-Jährige. Auch eine Baulücke würden sie gerne nehmen. „Doch da kommt man oft gar nicht ran. Die gehen unter der Hand weg“, weiß Kilinc aus Erfahrung. Die beiden finden sich als Bauherren auch nicht zu jung „ Im Vergleich mit unserem Freundeskreis hinken wir in dieser Hinsicht eher hinterher“, sagt der 27-Jährige.

Das Paar kann mit Unterstützung der Eltern rechnen

Das Thema beschäftigt die beiden beinahe täglich. Sie schauen ständig nach Immobilien oder auf die Homepage der Stadt Sehnde, ob sich im Bereich Bauen etwas neues tut. „Wir warten nun darauf, dass es jetzt weitergeht und wir uns endlich richtig bewerben können“, sagt Algin. Das wird erst möglich, wenn die Stadt Sehnde die Grundstückspreise ermittelt hat. Alle vermerkten Bauinteressenten werden dann angeschrieben. Dies soll in den nächsten Wochen über die Bühne gehen.

„Rethmar wäre für uns in Bezug auf den Fahrtweg nach Hannover ideal“, erklärt Algin ihre Wahl. In dem Sehnder Ortsteil entstehen in den nächsten Jahren mehr als 200 Wohneinheiten, darunter rund 150 Einfamilienhäuser. Das große Baugebiet soll in mehreren Abschnitten vermarktet werden. Als nächstes steht der Bereich Backhausfeld mit 28 Einfamilienhäusern und einer Kita an.

Ausgaben wurden reduziert, Kredite geprüft

Algin und Kilinc haben für ihr Vorhaben schon alles ganz genau geplant. Banken konsultiert und Kredite geprüft. „Unsere oberste Schmerzgrenze liegt bei 600.000 Euro“, hat Kilinc ausgerechnet. Das Paar hat in den vergangenen Jahren schon seine Ausgaben reduziert und einen Teil des Baugeldes angespart. Und von den Eltern könnten sie auch noch finanzielle Unterstützung erwarten, meint Kilinc: „Meine Familie hat erst vor wenigen Jahren selbst gebaut. Sie würde uns finanziell und auch praktisch helfen.“ Dort könnten sie auch im Notfall sogar unterkommen – falls etwa ihr Neubau nicht rechtzeitig fertig werden sollte.

Der 27-Jährige ist in Sehnde zur Schule gegangen und arbeitet jetzt bei den VW-Shuttledienst Moia in Hannover, Algin ist in der Verwaltung des Arbeitsamtes in der Landeshauptstadt beschäftigt.

Noch keine Einigkeit bei der Grundstücksgröße

Die beiden wollen ein Haus mit einer Fläche von rund 120 Quadratmetern ohne Keller bauen. „Wir hätten außer dem Elternschlafzimmer gern zwei Kinderzimmer und ein Gästezimmer“, gerät Algin ins Träumen. Bei der Größe des Grundstücks sind sich die beiden allerdings noch uneinig. Kilinc will lieber ein großes Grundstück mit viel Platz für die Kinder, Algin wäre auch ein kleineres Fleckchen recht. „Hauptsache, es klappt überhaupt“, sagt die 27-Jährige.

Hier entstehen in Sehnde die nächsten Baugebiete

Die Stadt Sehnde will weiter wachsen. Neue Flächen werden derzeit in mehreren Ortsteilen geprüft. Bauplätze gibt es allerdings demnächst zunächst nur in Rethmar und in Sehnde. In Rethmar-West kommen weitere Grundstücke mit dem Gebiet Vorwerks Garten hinzu. Für das Baugebiet, das sich südlich der B 65 in Richtung Mittellandkanal erstreckt, sind 70 Grundstücke mit zahlreichen Einfamilien- und einigen Mehrfamilienhäusern geplant. Laut Auskunft der Stadt soll das Gebiet ebenfalls noch in diesem Jahr in die Vermarktung gehen.

Darüber hinaus sollen Einfamilienhäuser in Haimar im Baugebiet Im Mühlenfeld entstehen. Dort sind 17 Einfamilienhäuser geplant. Auch hier startet die Vermarktung noch 2020.

Gegenüber von den Maschhöfen an der B 443 entwickelt ein privater Investor auf dem Platz einer ehemaligen Hofstelle ein kleines Wohngebiet. Beim Interhomes Hofquartier Billerbach sollen zwischen der Elisabeth-Boehm-Straße und der Elise-Borsum-Straße unter anderem 38 Reihenhäuser entstehen.

Der erste Teil des Baugebietes Backhausfeld in Rethmar grenzt an die Bundesstraße 65. Quelle: Grafik (Archiv)

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Von Patricia Oswald-Kipper