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Sehnde Bücherei Ilten hat besonders für Kinder und Ältere etwas zu bieten
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Sehnde: Bücherei Ilten hat besonders für Kinder und Ältere etwas zu bieten

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07:00 09.08.2019
Büchereileiterin Juliane Ahl und Neffe Lucas (8) sortieren zurückgegebene Bücher wieder in die Regale ein. Quelle: Konstantin Klenke
Ilten

„Fertig“, sagt Lucas und geht an den Schreibtisch der Iltener Büchereileiterin Juliane Ahl. Der Achtjährige hat alle CDs, welche die Kunden an diesem Tag zurückgegeben haben, wieder ordnungsgemäß im Regal einsortiert. Beide heben ihre Arme und geben einander fünf. Meistens kümmert sich Ahl allein um den Bestand der kleinen Bibliothek an der Glückauf Straße, an diesem Tag will Lucas seine Tante jedoch unterstützen. „Das macht er ab und zu“, sagt Ahl. Lucas geht es damit gerade wie Ahl früher: „Ich habe hier viele Stunden mit meinem Opa verbracht“, sagt sie. Ihr Großvater Peter Jungclaus führte die Bücherei bis 2017, insgesamt 20 Jahre lang. Nun hilft er gelegentlich noch aus, ebenso wie Ahls Mann und ihre Schwester.

Wer den Nachmittag dort verbringt, fühlt sich tatsächlich wie in einem familiären Tante-Emma-Laden für Bücher. Juliane Ahl kennt ihre Kunden, ihre Kunden kennen sie – und bei der Ausleihe und Rückgabe von Büchern fehlt nie ein nettes Pläuschchen. Eine Kundin leiht sich ein Hörbuch aus: „Ich habe heute meinen Mann gar nicht dabei.“ Die Bibliothekschefin entgegnet: „Das stimmt, ich habe mich schon gewundert.“ Ihr Mann helfe ihr doch sonst, die richtigen Bücher auszuleihen, lese aber selbst nicht, sagt die Kundin zu Ahl und einer anderen Besucherin – alle schmunzeln. „Hier ist immer was los“, berichtet Ahl, „selbst bei Gewitter oder 30 Grad im Schatten kommen immer mindestens drei Leute.“ Im Monatsschnitt leihen die Kunden hier 60 Medien aus.

In dieser Ecke der Bücherei können junge Besucher spielen und lesen. Quelle: Konstantin Klenke

Auch Stammkunden finden noch Bücher

Damit die Büchereichefin neue Bücher und CDs bestellen kann, stellt die Stadt Sehnde ihr ein Budget zur Verfügung. Davon möchte sie jetzt auch sogenannte Tonies anschaffen: Das sind kleine Figuren aus Plastik, die ein Hörspiel abspielen, wenn man sie auf eine Platte stellt. „Die sind relativ teuer und deswegen in Büchereien der Renner“, weiß Ahl. Wenn die Bibliotheksbesucher bestimmte Medien nicht mehr ausleihen, sortiert die 30-Jährige sie dagegen aus – allerdings meist erst zehn Jahre nach der Anschaffung. „Man sollte jedem Buch erst einmal eine Chance geben“, findet sie. Einige Bücher verschenkt sie an die Kunden, andere muss sie entsorgen, wenn sie in einem schlechten Zustand sind.

Unter den 5000 Medieneinheiten sei auch für jahrelange Stammkunden noch immer ein gutes Buch zu finden, sagt Ahl. Christa Rademacher bestätigt das: Sie engagiert sich als Lese-Oma in der Iltener Kindertagesstätte – alle vierzehn Tage liest sie Vorschulkindern Geschichten vor. „Die Kinder hängen an meinen Lippen. Hier finde ich immer noch ein neues Buch zum Vorlesen“, sagt Rademacher. Seit sie vor sechs Jahren nach Ilten zog, ist sie Kundin in der Bücherei. Für sich selbst leihe sie Hörbücher aus, sagt die Rentnerin: „Ich habe Probleme mit den Augen.“

Viele Buchreihen sind lange Zeit beliebt

Im Bestand hat Juliane Ahl ausschließlich Bücher und CDs, einen großen Schwerpunkt legt sie auf Literatur für Kinder und Jugendliche. Am Beliebtheitsgrad bestimmter Reihen und Themen scheint sich dabei über längere Zeit wenig zu ändern: „Erwachsene lesen am liebsten die aktuellen Romane. Und bei Kindern gehen Feuerwehr und Bagger immer“, beobachtet Ahl. Allerdings habe sie nur wenige Kunden im Alter von 17 bis 40. Besonders gefragt seien in der jungen Zielgruppe nach wie vor „Die drei Fragezeichen“, „Der kleine Drache Kokosnuss“ und Sachbuchreihen wie „Was ist was?“ oder „Wieso, weshalb, warum?“. Auch Ahls Neffe Lucas liest am liebsten Wissensbücher. „Ich mag die, weil man was lernt. Und sie sind lustig“, findet er.

Juliane Ahl will die Bücherei digitalisieren

Geöffnet hat die Iltener Bücherei immer montags von 16 bis 18 Uhr. Gleichwohl verbringt Ahl dort weitaus mehr Zeit: Außerhalb der Öffnungszeiten sortiert sie Bücher und CDs in die Regale zurück, bestellt neue und sortiert alte aus. Je nachdem, wie viel Zeit sie privat habe, verbringe sie insgesamt fünf bis zehn Stunden in der Bibliothek. Die 30-jährige Ahltenerin arbeitet als Lehrerin an einer Celler Förderschule, die Bibliothek leitet sie ehrenamtlich und bekommt dafür eine Aufwandsentschädigung. In den Sommerferien hier Zeit zu verbringen, mache ihr nichts aus.

Zu den typischen Arbeiten einer Bibliothekarin kommt für Ahl noch eine Mammutaufgabe hinzu. „Seit ich die Leitung der Bücherei von meinem Großvater übernommen habe, kämpfe ich um die Digitalisierung des Bestands.“ Dazu musste erst einmal die Software auf ihrem Laptop laufen, jetzt trägt sie jedes Buch und jede CD per Hand im System ein – ihr Großvater hatte vorher eine Kartei angelegt. Wenn sie diese Aufgabe erledigt habe, wolle sie auch wieder Lesungen für Kinder anbieten: „Dazu komme ich momentan noch nicht.“

Ob sie die Aufgaben später einmal an ihren Neffen Lucas abgeben kann, ist noch unklar. „Ich möchte lieber einen eigenen Buchladen eröffnen“, stellt der Achtjährige in Aussicht.

Viele Buchreihen sind lange Zeit beliebt

Im Bestand hat Juliane Ahl ausschließlich Bücher und CDs, einen großen Schwerpunkt legt sie auf Literatur für Kinder und Jugendliche. Am Beliebtheitsgrad bestimmter Reihen und Themen scheint sich dabei über längere Zeit wenig zu ändern: „Erwachsene lesen am liebsten die aktuellen Romane. Und bei Kindern gehen Feuerwehr und Bagger immer“, beobachtet Ahl. Allerdings habe sie nur wenige Kunden im Alter von 17 bis 40. Besonders gefragt seien in der jungen Zielgruppe nach wie vor „Die drei Fragezeichen“, „Der kleine Drache Kokosnuss“ und Sachbuchreihen wie „Was ist was?“ oder „Wieso, weshalb, warum?“. Auch Ahls Neffe Lucas liest am liebsten Wissensbücher. „Ich mag die, weil man was lernt. Und sie sind lustig“, findet er.

Von Konstantin Klenke

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