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Sehnde CDU in Bilm und Höver will Ladestationen für Elektroautos
Umland Sehnde

Sehnde: CDU in Bilm und Höver wollen Ladestationen für Elektroautos

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12:40 11.10.2019
Bislang betreibt die Energieversorgung Sehnde nur eine Elektrotankstelle vor dem Rathaus. Quelle: Stadtwerke Sehnde
Bilm/Höver

Das Thema Elektromobilität ist jetzt auch bei den Ortsräten im Sehnder Nordwesten angekommen. Nahezu zeitgleich haben die CDU-Fraktionen in Bilm und Höver Anträge gestellt, die darauf abzielen, in den Ortschaften städtische Ladestationen für Elektroautos einzurichten. Bislang gibt es in Sehnde nur eine öffentliche Station vor dem Rathaus. In Bilm wird der Antrag der Christdemokraten bei der nächsten Ortsratssitzung am Montag, 14. Oktober, eingebracht. In Höver tagt das Gremium am Dienstag, 22. Oktober.

Lehrer und Kita-Personal potenzielle Kunden

Den Bedarf für Ladesäulen sowohl für E-Autos als auch E-Bikes sei gegeben, erklärte Elisabeth Schärling, Fraktionssprecherin der höverschen Christdemokraten. Generell würden in Zukunft immer mehr Menschen elektrisch fahren. Konkret könne sie sich eine Station an der Straße Am Schulhof vorstellen, da dort tagsüber mindestens 15 Lehrer der Grundschule und die Mitarbeiter der Kindertagesstätte parkten. Außerdem gebe es in beiden Institutionen regelmäßig Elternabende. Das Gemeindehaus und das Schützenheim mit seinen Veranstaltungen seien ebenfalls in der Nähe. Eine zweite Anlage könne sie sich später auch in der Schützenstraße vorstellen.

In dem Antrag wird zudem eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des gerade entstehenden Anbaus der Grundschule angeregt, mit der man die Ladestationen speisen könnte.

In Bilm sollen Hotels gestärkt werden

In Bilm stehen die Hotels im Ort im Zentrum des Antrags, den Ortsbürgermeister Bernd Ostermeyer und Fraktionssprecher Erhard Bödecker im Ortsrat diskutieren möchten. Damit könne der Hotelstandort Bilm weiter attraktiv gestaltet und gestärkt werden. „Durch die vier Hotels und die Vielzahl der Gäste sollte eine gute Auslastung zu erwarten sein“, meint Ostermeyer. Beim Umstieg auf Elektromobilität spiele die Auswahl der richtigen Ladeinfrastruktur eine bedeutende Rolle. Dies sollte die Verwaltung gemeinsam mit den Stadtwerken forcieren.

EVS gibt Kernstadt Vorrang

Generell seien die Stadtwerke und die Energieversorgung Sehnde (EVS) gesprächsbereit, was die E-Mobilität angeht, sagt Geschäftsführer Frank Jankowski-Zumbrink. „Wir sind da ohnehin am Ball.“ Bisher gibt es in Sehnde von der EVS ausschließlich die Ladestation vor dem Verwaltungsgebäude neben dem Rathaus an der Nordstraße, die vor acht Jahren eingerichtet wurde, sowie die 2013 in Betrieb genommene E-Bike-Ladestation auf dem Marktplatz.

Die EVS analysiere gerade, wo in Sehnde zusätzlicher Bedarf sei. „Bisher konzentriert sich das allerdings auf die Kernstadt.“ So soll außer der bisherigen Ladestation am Rathaus eine Schnellladestation entstehen. Auch andere Standorte sehe er zunächst eher in der Kernstadt. Gleich schräg gegenüber an der Nordstraße gibt es zudem eine Konkurrenz: Im neu eröffneten Lidl-Markt gibt es seit Mai eine Elektrotankstelle, die sogar kostenlos ist.

Schnellladestationen sind teuer

Die Ladestation für E-Bikes am Marktplatz wird nur wenig genutzt. Quelle: Energieversorgung Sehnde

Die Ausweitung von Ladestationen habe auch etwas mit den Kosten zu tun. „Zurzeit sind diese eine Investition in die Zukunft“, meint Jankowski-Zumbrink. „Geld verdient man damit im Moment noch nicht.“ Eine Kilowattstunde kostet bei der EVS 37 Cent, eine Vollladung rund 3 Euro. Dafür müssen nur einmalig die Daten für eine Karte für die Station eingereicht werden. Abgerechnet wird, wegen der geringen Kosten und um den Verwaltungsaufwand zu minimieren, nur alle sechs Monate. Die E-Bike-Station auf dem Marktplatz ist dagegen sogar kostenlos – wird nach Auskunft der EVS aber nur sehr schlecht genutzt.

Bei der Standortfindung komme es daher auf den Bedarf vor Ort an. Die Technik sei ebenfalls ein Faktor, sagt Jankowski-Zumbrink. „Eine Schnellladestation geht richtig ins Geld.“ Eine normale Station dagegen wäre günstiger. Die Diskussion darüber will er aber nicht klein reden. „Die Ortschaften können gern bei uns Projekte einreichen, die wir dann darauf prüfen, ob sie Sinn ergeben.“

Ein Viertel der Autofahrer könnte sich Umstieg vorstellen

Nach einer Umfrage des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vom September, einem Lobby- und Interessenverband deutscher Unternehmen und Verbände, können sich fast 25 Prozent der Autofahrer in Deutschland vorstellen, innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Elektroauto zu kaufen. Für mehr als 10 Prozent sei das schon in den nächsten ein bis zwei Jahren eine Option. Um einen Wandel zu schaffen sei es jedoch wichtig, dass der Gesetzgeber auch das Miet- und Wohnungseigentumsrecht anpasse. Es müsse jedem Mieter und Wohnungseigentümer möglich sein, eine Ladeinfrastruktur einzubauen, wenn er die Finanzierung sicherstelle. Denn 80 Prozent aller Ladevorgänge würden zu Hause und am Arbeitsplatz erledigt. Um den Umstieg auf Elektromobilität zu forcieren, müsste aber auch die öffentliche Ladeinfrastruktur mit ihren rund 20.700 Ladepunkten vorangetrieben werden.

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Von Michael Schütz und Oliver Kühn

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