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Sehnde Normal leben trotz Krankheit ist die Herausforderung
Umland Sehnde

Sehnde: Chronisch Kranke Teilnehmerinnen des Insea-Kurses treffen sich zur Nachbesprechung

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13:48 07.11.2019
Trotz chronischer Krankheiten ein selbstbestimmtes Leben führen: Dabei kann der Selbstmanagementkurs helfen. Quelle: dpa-Zentralbild (Symbolbild)
Sehnde

Der Tisch in der Begegnungsstätte an der Peiner Straße ist hübsch gedeckt, Kaffee und Kekse stehen bereit. Sieben Frauen sind angeregt ins Gespräch vertieft, sie lachen und scherzen. Ein ganz normaler Kaffeeklatsch? Mitnichten. Alle, die am Tisch sitzen, sind chronisch krank, kämpfen mit ständigen Schmerzen. Schöne Momente genießen, schlechte aushalten und das eigene Leben trotzdem optimistisch und selbstbestimmt gestalten: Für diese Frauen hat das alles eine ganz besondere Qualität. Der gemeinsam absolvierte Kurs der Initiative für Selbstmanagement und aktives Leben (Insea), den der Seniorenbeirat Sehnde organisiert hat, habe ihnen viel gegeben. Darin sind sich die Teilnehmerinnen und die ehrenamtliche Leiterin Larissa bei ihrem privaten Nachtreffen einig.

Motivation gegen die Niedergeschlagenheit

„Wisst ihr was? Manchmal vergesse ich glatt, was ich alles habe“, sagt eine der Anwesenden inmitten des angeregten Austausches. Das klingt ungläubig, fast ein wenig erschrocken. Als es von der anderen Tischseite prompt zurückschallt: „Ich kann doch nicht jeden Tag denken, ,ich habe eine unheilbare Krankheit‘“, ist das Eis gebrochen. Sie entspannt sich – und alle anderen nicken. So ist das halt. Sechs von elf Teilnehmern sind da. Kommen wollten alle. Weil der Austausch gut tut. „Vielleicht geht es ihnen nicht gut“, mutmaßt Larissa. Nicht jeder Tag sei gleich. „Niedergeschlagenheitsgefühle kennt jede von uns“, weiß die Kursleiterin.

Doch nicht darin stecken bleiben, darauf komme es an. Da zeigt sich, welche Kraft in diesen Frauen steckt. Und wie sehr sie für ihre Ziele kämpfen und sich nicht unterkriegen lassen. „Wie motivierst du dich, jeden Tag zu üben, damit es wieder gut wird?“ Die Frau, die kürzlich eine Operation hinter sich gebracht hat, weil ihr Muskel und Sehne im Arm abgerissen waren, hat eine ganz klare Antwort: „Ich wollte wieder Fahrrad fahren können. Und die verblühten Blüten im Garten müssen ja auch abgeschnitten werden.“ Normal leben, das ist das Ziel. Jeden Tag wieder.

Grenzen erkennen und das Leben selbstbestimmt planen

Gartenarbeit und Fahrradtouren, Bastelarbeiten und Einkochen für den Winter, Schwimmbadbesuche und Sportkurse: Die eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren, genau in sich hineinzuhören – das ist für die Frauen nicht immer einfach. „Manchmal mache ich zu viel und kann dann zwei, drei Tage gar nicht mehr“, berichtet eine von ihnen. Wenn das Radfahren nicht mehr geht, ist es legitim, ein Pedelec zu nutzen. Das schafft Freiräume und gibt die Möglichkeit, Unternehmungen mit der Familie zu machen, die nicht mehr möglich waren. Hilfsmittel guten Gewissens annehmen, die Ernährung umstellen und sich damit körperlich besser fühlen, Momente zum Seelebaumelnlassen einbauen, Dinge tun, die Freude machen: Zu all diesen Dingen hat Larissa den Frauen Anregungen gegeben.

Und der Bedarf ist vorhanden. Auch der Kurs im Oktober war ausgebucht. Für das kommende Jahr seien bereits zwei weitere vorgesehen, sagt die Kursleiterin. Anmeldungen dafür werden dann wieder zentral über die Projektstelle an der Medizinischen Hochschule Hannover entgegengenommen.

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