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Sehnde City und drei Dörfer sind Lärm-Hot-Spots
Umland Sehnde

Sehnde: City und drei Dörfer sind Lärm-Hot-Spots

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19:24 14.05.2019
Die verkehrsträchtigste Kreuzung ist der Knotenpunkt von Peiner Straße (B 65), Lehrter Straße (B 443) und der Nordstraße im Stadtzentrum. Quelle: Reiner Luck
Sehnde

Lärm macht krank, allen voran Straßenlärm – deshalb sind Städte und Gemeinden verpflichtet, einen sogenannten Lärmaktionsplan aufzustellen. Diesen will die Stadt Sehnde nun in Angriff nehmen. Dazu gehören etwa Tempolimits, Straßenumgestaltungen mit Mittelinseln und Flüsterasphalt. Wie eine Lärmminderung denkbar ist, damit beschäftigt sich die Politik erstmals in der nächsten Woche im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Doch die Sehnder können dabei ein gewichtiges Wort mitreden: Im Juni soll der Plan öffentlich ausgelegt werden, damit die Bürger Verbesserungsvorschläge und Bedenken einbringen können.

Bis zu 15.000 Fahrzeuge am Tag auf der B65

Wie sieht es mit der Ruhe in Haus und Garten aus? Diese und viele andere Fragen stehen dabei zur Diskussion. Problemzonen sind dabei die Innenstadt, die B65 nach Ilten in Richtung Hannover und die B443 nach Wassel in Richtung Autobahn und Laatzen. Nach Zahlen des Planungsbüros PGT Umwelt und Verkehr aus Hannover ist demnach die B65 zwischen der Innenstadt bis nach Ilten mit mehr als 15.000 Fahrzeugen am Tag am meisten belastet. Auf der B443 nach Wassel sind 6800 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden unterwegs. Die mit 12.000 bis 13.000 Fahrzeugen verkehrsträchtigste Kreuzung ist der Knotenpunkt von Peiner Straße (B65), Lehrter Straße (B443) und Nordstraße (L410) im Stadtzentrum – dieser solle ein Kreisverkehr werden, schlägt das Büro vor. In den anderen Ortsteilen zählten die Planer zwischen 6000 und 8000 Fahrzeuge am Tag.

„Hot Spots“ in der Innenstadt, Ilten und Wassel

„Die Lärmkartierung in Sehnde zeigt eine vergleichsweise hochbelastete Situation in allen angewohnten Bereichen der Ortsdurchfahrten der B65 und der B443 in der Nacht“, heißt es im Gutachten. Sogenannte „Hot Spots“ sind die Innenstadt im Bereich Johann-Wichern-Straße bis Wasseler Straße (B443), die B65 von der Wasseler Straße bis Bismarckstraße sowie die B443 im Bereich von der B65 bis zum Wilhelm-Henze-Weg.

In Ilten ist die B65 von der Kirchstraße bis zur Rudolf-Wahrendorff-Straße betroffen sowie in Köthenwald von der Wahren Dorffstraße bis zum Großen Knickweg. In Wassel schließlich sticht die B443 zwischen Hinterstraße und Großer Kampstraße lärmtechnisch heraus. „Potenzielle Konfliktbereiche“ sieht das Planungsbüro aber auch im Osten der B65 in den Ortschaften Rethmar, Evern und Haimar, der Hauptverbindung in den Nachbarlandkreis Peine.

Lärmminderung durch Tempo 30

Mittelinseln an den Ortseingängen von Evern und Wassel sollen den Verkehr verlangsamen. Quelle: Gerko Naumann (Archiv)

Strategien zur Lärmvermeidung werden als die „vier V“ bezeichnet: Vermeiden (Förderung des Fuß- und Radverkehrs sowie des Nahverkehrs), verlagern (Durchgangsverkehr auf die B65 lenken), verlangsamen (Tempo 30 auf der B65 und B443 vor allem nachts) und verstetigen (besserer Verkehrsfluss etwa durch Kreisverkehre). Tempo 30 insbesondere nachts zwischen 22 und 6 Uhr halten die Planer aber auch in der Innenstadt von der Peiner Straße in Höhe der Nordstraße bis zur Breiten Straße, in Ilten auf der Sehnder Straße von Kirchstraße bis Rudolf-Wahrendorff-Straße, auf der gesamten Ortsdurchfahrt in Wassel sowie auf der Hauptstraße in Rethmar zwischen Ringstraße und Poststraße für sinnvoll.

Zudem sollen bei der künftigen Bauleitplanung etwa abschirmende Gebäude oder veränderte Wohnungsgrundrisse sowie der Einbau lärmmindernder Fahrbahndecken bei Sanierungsarbeiten bedacht werden – insbesondere die Ortsdurchfahrt Sehnde vom westlichen Ortseingang bis etwa zur Fimbergstraße. Um Geschwindigkeiten weiterhin zu reduzieren, schlagen die Planer darüber hinaus neue Mittelinseln an der B65 in Höhe der Johann-Wichern-Straße, nördlich des Knotenpunkts mit der B433 (Wasseler Straße), in Höhe des Radwegs nach Lehrte sowie an den Ortseingängen Evern und Wassel vor.

Radfahrstreifen sollen Straße einengen

Schutzstreifen für Radfahrer wie hier in Rethmar sollen den Straßenraum verengen und das Tempo drosseln. Quelle: Gerko Naumann (Archiv)

Temporeduzierend seien auch Veränderungen am Querschnitt der Straßen, etwa mit einengenden Schutzstreifen für Radfahrer. So würden die Abstände von Häusern zum Verkehr größer. Diese schlagen die Gutachter für die Ortsdurchfahrt der B65 in der Innenstadt sowie die Ortsdurchfahrten Evern und Wassel vor. Kritik gab es bereits im Vorfeld, weil die Bahnstrecke nach Hildesheim bei den Berechnungen des Landes außen vorbleiben soll, „obwohl Schienenverkehrslärm in weiten Teilen des Stadtgebietes hörbar ist“, wie das Büro in seinem Gutachten festhält.

Von Oliver Kühn

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