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Sehnde Neuer Bürgermeister Olaf Kruse (SPD) hat sein Amt angetreten
Umland Sehnde

Sehnde: Der neue Bürgermeister Olaf Kruse (SPD) hat Amt angetreten

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18:54 01.11.2019
Noch ist der Schreibtisch übersichtlich: Sehndes neuer Bürgermeister Olaf Kruse hat am Freitag sein Amt angetreten. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

Seinen ersten Tag hat Sehndes neuer Bürgermeister in aller Herrgottsfrühe begonnen – um kurz nach 6 Uhr. „Ich war schon vor dem Hausmeister da“, sagt Olaf Kruse (SPD) und schmunzelt. Das werde jedoch die Ausnahme bleiben, künftig werde er seinen Dienst zwischen 8 und 9 Uhr beginnen. Sein Büro hat der Sozialdemokrat ebenfalls schon umgemodelt: die ehedem dunkelbraune Schrankwand weiß streichen lassen, viele Grünpflanzen aufgestellt und eigene Fotos aus Neuseeland aufgehängt. Intern wolle er sich erst einmal alles genau ansehen, doch für die Sehnder hat das neue Stadtoberhaupt jetzt schon eine Neuerung angekündigt: Jeweils zweimal im Jahr wolle er in jeder Ortschaft eine Bürgermeistersprechstunde abhalten.

Bürgermeistergespräche in den Dörfern

Die bekannte 100-Tage-Frist zur Einarbeitung wolle er sich nicht nehmen, sagt der 57-Jährige, der 41 Jahre lang bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau gearbeitet hat. „Ich will das lieber in kürzerer Zeit.“ Aber Veränderungen im Verwaltungsablauf der rund 340 Mitarbeiter müssten gut überdacht sein und einen Nutzen haben, sonst seien sie sinnlos. Die Bürgermeistergespräche in den Dörfern seien jedoch gesetzt. „Es ist wichtig, auf die Menschen zuzugehen.“ Das habe er bei den Haustürgesprächen im Wahlkampf gemerkt. Und dabei wiederholt er eine Aussage vor seinem Wahlsieg. „Ich halte meine Zusagen ein, daran lasse ich mich messen, denn Verbindlichkeit ist mir wichtig.“

Auch Bürgerversammlungen als neues Instrument bei strittigen Themen wolle er künftig etablieren – und nennt als Beispiel die Diskussion um die Einleitung von Assewasser. Auch das Umweltprojekt Gutklima in Bolzum hätte von der Verwaltung aktiver mitgestaltet werden können, sagt er mit Blick auf seinen Vorgänger. Ein alle Bürger umtreibendes Thema ist zudem die Straßenausbaubeitragssatzung. „Die möchte ich gerne abgeschafft haben“, sagt Kruse und wiederholt damit eine Aussage, die er bereits beim HAZ-Forum vor der Wahl betont hat. Doch dies müsse wohl überlegt sein, denn der Einnahmeausfall von 1 bis 1,5 Millionen Euro im Jahr müsse dann anderswie ausgeglichen werden. „Wir müssen sehen, wie man das dann finanzieren kann.“

Sehnde soll CO2-neutral werden

Inhaltlich will der neue Bürgermeister, der seit 2001 in Sehnde kommunalpolitisch tätig ist, auch Erkenntnisse und Erfahrungen aus der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Gruppenpartner aufgreifen und grüne Akzente setzen: mehr Blühstreifen als Lebensraum für Insekten, energetische Nachhaltigkeit bei der Bebauung, mehr Fotovoltaikanlagen und Windenergie. „Mein Ziel ist, dass Sehnde CO2-neutral wird.“ Zumindest für die städtischen Gebäude solle das gelten.

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Dabei steht das Rathaus in vorderster Front. Der Bau aus den Siebzigerjahren gilt als sanierungsbedürftig, das Flachdach bereitet immer wieder Probleme, es fehlt ein Auffangkorb für den Fahrstuhl, ein zweiter Fluchtweg außer dem Treppenhaus muss gebaut und die IT-Technik modernisiert werden. Das wird alles in allem in die Millionen gehen. „Ich will mir als neuer Bürgermeister aber kein neues Rathaus bauen“, beschwichtigt er, um Spekulationen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Gedanken müsse man sich über den Verwaltungssitz aber auf jeden Fall machen, um auch für die Mitarbeiter bessere Rahmenbedingen zu schaffen.

Bei Haushalt nicht leichtsinnig werden

Der angespannte städtische Haushalt mit einem Defizit von fast 5 Millionen Euro erlaube keine großen Sprünge, jetzt komme aktuell ein möglicher millionenschwerer Neubau für die geschlossene Kita Ladeholzstraße hinzu. „Man darf bei der derzeit niedrigen Zinspolitik aber nicht leichtsinnig werden.“ Kruse hofft deshalb bei den Haushaltsberatungen auf die Zurückhaltung der Ortsräte. Ähnlich sehe es bei der Bautätigkeit in der Stadt aus. Bei Neubaugebieten müsse darauf geachtet werden, dass man dort mit der vorhandenen Infrastruktur vor Ort auskomme und nicht immer gleich eine neue Schule oder Kita nötig wäre.

Seine ersten Termine als neuer Bürgermeister sind nun die Ratssitzung am nächsten Donnerstag, die Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus am darauffolgenden Sonnabend – und der Martinimarkt in Bolzum Mitte November. Eine gute alte Tradition, denn in diesem Ort ist Kruse aufgewachsen.

Von Oliver Kühn

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