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Sehnde Deshalb blühen künftig viele Pflanzen am Mittellandkanal
Umland Sehnde Deshalb blühen künftig viele Pflanzen am Mittellandkanal
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09:33 11.04.2019
Herbert Deters-Eickemeyer (von links) vom Nabu, Gerd Lehrke vom Nabu und vom Realverband Bolzum, Norman Leers von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Sehnde und Rea Dehnbostel von der Unteren Naturschutzbehörde begutachten einen der sechs neu angelegten Blühstreifen am Kanal. Quelle: Gabriele Gerner
Sehnde

Am Mittellandkanal zwischen Sehnde und Rethmar wird es künftig bunter werden: Bald schon könnten roter Klatschmohn, Malve und Spitzwegerich, Johanniskraut und Schafgarbe am Rand der Wasserstraße blühen. Dafür hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) Sehnde sechs Felder auf jeder Seite des Kanals angelegt – zunächst einmal versuchsweise, denn das Säen und Pflegen blühender Pflanzen ist noch Neuland für die Behörde.

„Unsere primäre Aufgabe ist es, für die Unterhaltung des Mittelllandkanals zu sorgen, damit hier ungehindert Schifffahrt betrieben werden kann“, sagt Norman Leers vom WSV. „Dabei sind wir angehalten, naturnah zu arbeiten“, ergänzt er. Während die Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung bislang allenfalls Pflanzen zum Windschutz für die Schiffe pflanzten und Grasflächen mähten, mussten sie sich nun in eine neue Thematik einarbeiten.

Naturschützer unterstützen das Pflanzen-Projekt

Welche Pflanzensorten nehmen sie, um die Artenvielfalt zu unterstützen? Welche Pflanzen gedeihen gut auf dem Boden entlang des Kanals? Muss die Behörde möglicherweise Boden austauschen? Wie pflegen sie die Pflanzen? Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen holten sich die WSV-Mitarbeiter fachkundigen Rat von Vertretern des Naturschutzbundes (Nabu) und der Unteren Naturschutzbehörde. „Der Boden in der Region ist sehr nährstoffreich. Blühpflanzen hingegen brauchen so genannten'mageren, also stickstoffarmen Boden“, erklärt Rea Dehnbostel von der Unteren Naturschutzbehörde. Landwirt Gerd Lehrke, Mitglied beim Nabu und beim Realverband Bolzum, empfahl, vor dem Ausstreuen des Saatguts den Boden „abzumagern“. Die WSV-Mitarbeiter folgten den Empfehlungen, frästen drei Tage lang den Rasen heraus und mischten dazu Sand unter den Boden. Nun testen sie auf den 40 Meter langen und drei Meter breiten Blühstreifen, wie sich die Pflanzen ausgesäten entwickeln. „Auch die Pflege solcher Flächen ist eine andere als die normaler Grünstreifen“, weiß Norman Leers. „Da können wir nicht mit dem Balkenmäher entlang gehen.“

„Wenn weitere Fragen im Laufe der Zeit auftauchen, helfen wir gern“, sagt Herbert Deters-Eickemeyer vom Nabu Er und die anderen eingebundenen Experten freuen sich über die gute Zusammenarbeit mit dem WSV. Fünf Mal hatten sich alle Beteiligten getroffen, um die Blühstreifen am Kanal zu planen. „Das ist doch toll, dass wir alle gemeinsam etwas dafür tun, bedrohte Pflanzenarten zu erhalten“, findet er. Die Spaziergänger am Mittellandkanal wird es sicher auch freuen.

Die Animation zeigt, wie der Blühstreifen einmal aussehen soll. Quelle: privat

Von Gabriele Gerner

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