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Sehnde Stephan Weil besucht den Bolzumer Dorfladen
Umland Sehnde

Sehnde: Dorfladen Bolzum macht einen schönen Eindruck

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13:37 12.07.2019
Spaß am Tresen: Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) stellt sich mit Ortsbürgermeisterin Silke Lesemann (links daneben) zum Gruppenfoto auf. Quelle: Oliver Kühn
Bolzum

„Ideen und Herausforderungen in den ländlichen Regionen Niedersachsens“: Unter diesem Motto steht die Sommerreise von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Im kleinen Dorf Bolzum konnte er dafür am Donnerstagnachmittag guten Anschauungsunterricht nehmen. Denn der 1300-Seelen-Ort hatte sowohl eine Idee gehabt, als auch eine Herausforderung angenommen. Früher gab es in Bolzum einmal einen Bäcker und einen Fleischer, eine Dorfgaststätte und sogar einen Supermarkt. Doch nachdem die Geschäfte nach und nach schlossen, mussten die meisten Bewohner zum Einkaufen nach Sehnde fahren – bis vor vier Jahren der genossenschaftliche Dorfladen eröffnet hat.

Laden ist Mittelpunkt im Dorf

Kostprobe: Stephan Weil lässt es sich an der Käsetheke schmecken. Quelle: Oliver Kühn

75.000 Euro hatten 200 Bolzumer als stille Teilhaber in den Dorfladen in einem Bauernhaus aus dem Jahr 1856 investiert. Nicht ohne Risiko, denn wenn es nicht funktioniert hätte, hätten die Fördermittel zurückgezahlt werden müssen. Doch gleichzeitig war es der Startschuss für einen neuen Kristallisationspunkt im Ort.

„Wir sind ein Laden von Bürgern für Bürger“, erläuterte es Frauke Lehrte von der Marktleitung dem Ministerpräsidenten. „Der Laden macht einen schönen Eindruck“, bestätigte Weil bei seinem Besuch gut gelaunt. Und fragte nach, wie man denn dazu komme, Marktleiterin zu werden. „Ich bin da reingewachsen und ansonsten Umweltplanerin an der Universität.“ Lehrke, ihre beiden Mitstreiterinnen der Geschäftsführung sowie das Team von acht Teilzeitkräften haben nach einer guten Idee mittlerweile auch die Herausforderung der Umsetzung gemeistert.

700.000 Euro Umsatz, 280 Kunden täglich

Ein Plausch mit den Ehrenamtlichen: Ohne die freiwilligen Helfer wäre der Dorfladen finanziell nicht tragbar. Quelle: Oliver Kühn

700.000 Euro Umsatz hat der Dorfladen im vergangenen Jahr gemacht, am Tag kommen rund 280 Kunden, die meisten Stammkunden – darunter auch Birgit Honé, niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, die im Nachbarort Wehmingen wohnt. Aber Lehrke schüttete trotz des prominenten Besuchs auch etwas Wasser in den Wein. Obwohl man nicht gewinnorientiert arbeite und gemeinnützig sei, müsse man wie eine GmbH Gewerbe- und Körperschaftssteuer zahlen, sagte die Geschäftsführerin.

Ohne Ehrenamtliche, die etwa beim Auspacken und Einsortieren der Ware helfen würden, wäre der Laden finanziell nicht tragbar. Damit sei der Dorfladen auch ein soziales Projekt. Das war für den Ministerpräsidenten Grund genug, sich noch zu einem Plausch mit den freiwilligen Helfern in das dazugehörige Café zu setzen.

Regionale Produkte: Bolzumer Zucchini-Happen, Bratkartoffel-Öl und Marillen-Marmelade werden von den Mitarbeiterinnen des Dorfladens hergestellt. Quelle: Oliver Kühn

Die Verkäuferinnen, die nach Lesemanns Worten auch „ein bisschen Sozialarbeiter sind“, ließen Weil nicht nur vom Käse probieren, sondern präsentierten auch selbst gemachte Produkte wie Bolzumer Zucchini-Happen, Dattel-Dip, Bolzumer Bienenhonig und Bratkartoffel-Öl. Bei den Preisen müsse man die sogenannten Blickpunktartikel wie Butter, Milch, Zucker oder Kaffee im Auge behalten, sagte die stellvertretende Marktleiterin Sandra Feldmann. „Wenn die Milch bei uns zwei Cent teurer ist, fahren die Leute nach Sehnde in den Supermarkt.“

Von Oliver Kühn

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