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Sehnde Uniformen und Briefmarken: So war es in der DDR
Umland Sehnde

Sehnde Durchs Regionalmuseum in Rethmar weht ein Hauch von DDR

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00:18 17.06.2019
Alle Zeichen auf DDR: Horst Wöhler (von links), Heinz-Siegfried Strelow, Erhard Niemann und Anne-Gret Kehrel bereiten die neue Sonderausstellung im Regionalmuseum vor. Quelle: Katja Eggers
Rethmar

Im Regionalmuseum auf dem Gutshof Rethmar stehen die Zeichen derzeit auf DDR. Der Museumsverein erinnert mit seiner mittlerweile 25. Sonderausstellung an den Mauerfall, die Grenzöffnung und die Wiedervereinigung vor 30 Jahren. „Wir lassen ein Stück Geschichte wieder aufleben“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Museumsvereins, Heinz-Siegfried Strelow, der die Schau mit Anne-Gret Kehrel leitet.

Im Regionalmuseum hat der Historiker Schaukästen mit historischen Tageszeitungen bestückt. „Deutschland einig Vaterland“ hatte etwa die Neue Presse getitelt. Die Welt hatte die Überschrift „Das Brandenburger Tor ist offen – Ganz Berlin feiert ein großes Fest“. Über den Schaukästen hängen DDR-Wahlplakate und eine Sonderveröffentlichung der BILD-Zeitung. Der Extra-Bericht zur Wiedervereinigung hatte seinerzeit 10 Pfennig gekostet. Strelow hat die Zeitungen während seiner Studienzeit in Göttingen gesammelt.

Ein Hauch von DDR im Regionalmuseum

Die wichtigsten Informationen zur damaligen Zeitgeschichte hat Anne-Gret Kehrel auf großen Schautafeln zusammengefasst. Das Material stammt aus Fach- und Unterrichtsbüchern. „Die Wiedervereinigung ist Thema im Unterricht – unsere Ausstellung ist daher auch sicherlich für Schüler interessant“, betont die ehemalige Lehrerin.

Fahnen von FDJ und SED

Damit die Schau nicht zu textlastig wird, haben Strelow und Kehrel auch Horst Wöhler mit ins Boot geholt. Der Heeßeler sammelt seit Jahren alte Militäruniformen und hat im Lauf der Jahre etliche DDR-Exponate zusammengetragen. Im Regionalmuseum zeigt er sechs Fahnen aus der DDR, darunter diejenigen der Freien Deutschen Jugend (FDJ), der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED) und des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB). „Die Fahnen wollte ich damals vor der Vernichtung retten“ erklärt Wöhler.

Auch alte DDR-Uniformen hat er mitgebracht. Eine Schaufensterpuppe trägt die einstige DDR-Tarnuniform samt Stahlhelm, Funkgerät, Wasserflasche und Magazinfach für die Kalaschnikow. „Vom Dienstgrad her ist das ein Unteroffizier“ erklärt Wöhler mit Blick auf das Schulterabzeichen der Puppe. Ganz ohne Abzeichen kommt indes die Puppe im dunkelroten Kostüm daher. „Die Dame, die das getragen hat, war früher für die Passkontrolle im Kontrollhäuschen zuständig“, erzählt Wöhler. Die Farbe ihres Anzugs habe sie eindeutig der Staatssicherheit zugeordnet.

Pittiplatsch lässt grüßen

Die FDJ-Fanfare ist noch voll funktionstüchtig. Quelle: Katja Eggers

Aus Teilen von mehreren Uniformen ist derweil der „Grenzbär“ zusammengesetzt, eine Art Maskottchen der Grenzposten, das diese ihren Kameraden zum Beispiel als Abschiedsgeschenke überreichten. Darüber hinaus stellt die Schau einander Münzen, Reisepässe und Briefmarken aus der DDR und der BRD einander gegenüber. Hinter Glas sind zudem eine Trommel der jungen Pioniere, eine FDJ-Fanfare und diverse Mützen zu Uniformen zu sehen. Abgerundet wird die spannende Schau durch Handpuppen wie „Pittiplatsch“ und „Schnatterinchen“, die viele sicherlich noch als Lieblinge aus dem „Sandmännchen“ im DDR-Fernsehen kennen.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 16. Juni, um 13 Uhr soll dann auch ein Trabi aus Evern bewundert werden können. Es sprechen die Landtagsabgeordnete Silke Lesemann und Norman Happatz, Gewerkschaftssprecher der IGBCE, Ortsgruppe Lehrte. Im Anschluss gibt es einen Sektempfang. Danach ist die Sonderausstellung voraussichtlich noch bis zum 15. September immer sonntags zu sehen.

Von Katja Eggers

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