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Sehnde Expertin rät, sich früh um digitalen Nachlass zu kümmern
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Sehnde: Expertin rät, sich früh um digitalen Nachlass zu kümmern

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19:30 22.11.2019
Accounts in sozialen Medien, Fotos in der Cloud, Passwörter für Internetseiten: Man sollte sich beizeiten um seinen digitalen Nachlass kümmern. Quelle: Symbolbild
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Ilten

Bei der Veranstaltungsreihe „CDU Ilten im Dialog“ geht es nicht nur um Kommunalpolitik: Heutzutage solle man sich nicht nur frühzeitig um den analogen, sondern auch um den digitalen Nachlass kümmern. Das war der Ratschlag der Referentin Anja Kersting, Fachberaterin für Testamentsvollstreckungen der Sparkasse Hannover.

Rund 20 Zuhörer lauschten, was die fortschreitende Digitalisierung mit sich bringt. Erben müssten sich nicht nur den analogen Nachlass wie Geld, Autos, Wertgegenstände oder Immobilien kümmern. Auch im Internet, den sozialen Medien, in der Cloud sei einiges zu regeln, so Kersting. Die Erben müssten später alles einsehen: etwa persönliche E-Mails, Accounts bei Partnerbörsen und Fotos. Als erste Regel gelte deshalb nicht nur das Aufräumen im Kleiderschrank, sondern auch auf Computern, Festplatten und USB-Sticks.

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Passwörter aufschreiben

Denn auch in der digitalen Welt gebe es Persönlichkeitsrechte zu beachten. Eigene Homepages mit Werbung oder vielen Followern, Guthaben bei Internetspielen, E-Books oder die Kryptowährung Bitcoins könnten hohe materielle Werte darstellen. „Wenn man das vorher nicht regelt, kommt man da ohne Sterbeurkunde nicht dran“, verdeutlicht Andreas Heinen, Vorsitzender der CDU Ilten. Andererseits könnten zum Beispiel bei Online-Bücher-Abos auch Kosten entstehen.

Jeder sollte sich deshalb frühzeitig Gedanken machen, wer später die Daten auf dem Laptop oder dem Handy ansehen und löschen darf, rät Kersting. Passwörter sollten niedergeschrieben und an sicherer Stelle für den Beauftragten verwahrt werden. Heinen erinnert dabei an den Fall der Eltern, deren Tochter Suizid beging und die sich erst per Gericht Zugang zu deren Facebook-Account erstreiten mussten. „Jetzt gehe ich nach Hause und bespreche gleich alles mit meiner Frau“, meinte ein Gast aus Lehrte bei der Verabschiedung.

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Von Oliver Kühn