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Sehnde Doch kein Umbau: Politik will eine neue Feuerwache
Umland Sehnde

Sehnde: Feuerwache soll nun doch komplett neu gebaut werden

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16:04 24.10.2019
Hat offenbar keine Zukunft mehr und wird abgerissen: die Feuerwache am Borsigring. Quelle: Achim Gückel
Sehnde

Das ist ein politischer Paukenschlag: Die Feuerwache am Borsigring wird voraussichtlich nicht umgebaut und erweitert, sondern abgerissen und komplett neu gebaut. Dafür hat sich jetzt der Fachausschuss für Brandschutz, Ordnung und Ehrenamt einmütig ausgesprochen. Er folgt damit einer Empfehlung der Stadtverwaltung. Diese hatte zuvor verdeutlicht, dass es bei Um- und Anbauten zu großen baurechtlichen Problemen kommen dürfte.

Der Neubau einer zentralen Sehnder Feuerwache wird derzeit mit 5,7 Millionen Euro veranschlagt. Angesichts dieser Summe gab es im Ausschuss auch deutliche Vorbehalte, insbesondere auf Seiten der CDU. Deren Fraktionschef Klaus Hoffmann betonte, dass die aktuelle defizitäre Haushaltslage der Stadt ohnehin schon Sorgen mache. Die Schulden stiegen nun, wenn man eine derart viel Geld in die Feuerwache stecken müsse. Grundsätzlich sei aber auch er für den Neubau, betonte Hoffmann. Max Digwa (SPD) drängte indes unumwunden darauf, nun endlich eine Grundsatzentscheidung in der bereits anderthalb Jahre dauernden Debatte um die Feuerwache zu fällen: „Ich kann mit einem Neubau leben – auch wenn der teurer wird.“

Langfristig gesehen ist der Neubau günstiger

Für einen möglichen An- und Umbau hatte die Stadtverwaltung Kosten von etwa 4 Millionen Euro veranschlagt. Werden aber Zinskosten und jährliche Abschreibungen gegengerechnet (was in diesem Fall für eine Dauer von 90 Jahren gemacht werden muss), liegen die Gesamtkosten für einen Neubau sogar noch günstiger – nach Angaben der Stadt belaufen sie sich auf 13 Millionen Euro gegenüber 14 Millionen für einen Um- und Anbau.

Doch diese theoretischen Rechenbeispiele gaben nicht den Ausschlag für die einmütige Empfehlung der Politiker zum vollständigen Neubau. Mittlerweile steht fest, dass mit einem Umbau der alten Feuerwache quasi die Büchse der Pandora geöffnet würde. Dann würde dort der Bestandsschutz in Sachen Arbeitsschutz erlöschen. Alle Umbauten müssten strengere Standards erfüllen. Und in manchen Bereichen wäre eine bauliche Veränderung, die allen aktuellen Vorschriften entspricht, gar nicht möglich.

Nur ein Neubau würde allen Vorschriften entsprechen

Mit einem Neubau, der hinter den bestehenden Gebäuden entstehen könnte, würde man indes alle baulichen Vorschriften und aktuellen Anforderungen der Feuerwehr einhalten können, insbesondere jene zu den Größen der Funktionsräume, argumentiert die Stadt. Dass die alte Feuerwache in ihrer derzeitigen Form ein Auslaufmodell ist, steht längst fest. Sie entspricht nicht mehr den geltenden Brandschutzvorschriften und ist generell zu klein, das Treppenhaus ist zu eng, das Gebäude ist energetisch auf dem Stand von vorgestern, und der Feuerwehr fehlt dort auch ein sogenannter Stabsraum für die Koordinierung von Großeinsätzen.

Mehrere Redner im Ausschuss äußerten sich verärgert darüber, dass man anderthalb Jahre lang mit der Option für einen Um- und Anbau gelebt habe – und die Stadt erst jetzt plötzlich feststelle, dass dieses baulich gar nicht machbar sei. Henning Franke (AfD) warf der Verwaltung ein nicht professionelles Vorgehen in der Sache vor. CDU-Fraktionschef Hoffmann monierte verärgert, man habe „anderthalb Jahre über etwas geredet, was nicht machbar ist“.

Vor 2022 steht der Neubau vermutlich nicht

Die endgültige Grundsatzentscheidung über einen möglichen Neubau der Feuerwache fällt am 7. November im Rat der Stadt. Wann der Neubau entstehen könnte, ist noch unklar. Der Plan, den Bau in den Jahren 2021 und 2022 durchzuziehen, wurde in der Ausschusssitzung ein „wunder Punkt“ genannt. Ob sich dieser Zeitplan und die Kosten möglicherweise noch verändern, sei Sache der kommenden Detailplanungen.

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Von Achim Gückel

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