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Sehnde Gibt es bald einen Radschnellweg ab Sehnde?
Umland Sehnde

Sehnde: Grüne wollen einen Radschnellweg

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00:19 15.06.2019
Weitgehend kreuzungsfrei, großzügig breit, guter Belag: So soll ein Radschnellweg wie hier in Göttingen ausgebaut sein. Quelle: Symbolbild (dpa)
Sehnde

Gibt es eine Chance auf einen Radschnellweg von Sehnde nach Hannover? Das will die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen jetzt von der Stadt prüfen lassen. Die Verwaltung soll dabei zudem ausloten, ob das in Eigenregie oder womöglich in Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Lehrte möglich wäre. Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk hat einen Radschnellweg bislang aber aufgrund der hohen Folgekosten abgelehnt und betont, dass erst einmal das innerstädtische Radwegenetz ausgebaut werden müsse. Erstmals diskutiert der Sehnder Rat darüber in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 3. Juli.

Schnellwege ziehen Radler an

Den Grünen schwebt dabei der Anschluss an den Radschnellweg vor, der von Hannover bis Anderten geplant ist. Sie plädieren etwa für eine Verbindung der Ortschaften mit Radwegen, beispielsweise von Bilm nach Wassel oder von Bolzum nach Wehmingen. „Radschnellwege haben das Potenzial, den Anteil des Radverkehrs spürbar zu erhöhen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Günter Pöser.

Das habe eine Befragung des Bundesverkehrsministeriums im Frühjahr beim sogenannten „Fahrrad-Monitor“ mit 3000 Personen zwischen 14 und 69 Jahren ergeben. 55 Prozent der befragten Pendler könnten sich vorstellen, häufiger das Rad zu benutzten, wenn es einen Radschnellweg auf ihrem Arbeitsweg gebe. Bei denen, die schon jetzt das Rad zum Pendeln nutzten, seien es sogar 75 Prozent gewesen, betont Pöser.

Laut Verkehrsministerium sollen Radwege mindestens zehn Kilometer lang sein und große Städte mit dem Umland verbinden. Sie müssen zudem weitgehend kreuzungsfrei und breit genug sein, damit ein gefahrloses Überholen auch von zwei nebeneinander fahrenden Radlern möglich ist. Zudem sei ein „sehr guter Belag“ erforderlich.

Zurzeit viele Zickzackkurse

Vor der Bürgermeisterwahl hatten die Grünen eine Unterstützungserklärung für den derzeitigen SPD-Fraktionschef Olaf Kruse abgegeben, der ab November Bürgermeister der Stadt sein wird. Dabei hatten sie die Erwartung geäußert, dass Kruse nach einem möglichen Wahlsieg die Weichen für eine nachhaltige Politik mit Schwerpunkten wie Umweltschutz und Verkehrsentwicklung stellen solle. „Ich kann mir das gut vorstellen“, sagt Kruse jetzt auf Anfrage. Er spüre bei Bürgern eine zunehmende Akzeptanz für die Mobilität auf zwei Rädern. Man müsse jedoch vernetzt denken und sich mit anderen Kommunen abstimmen.

In Lehrte sei das Projekt derzeit jedoch ins Stocken geraten. Grundsätzlich sei es aber sinnvoll, den Individualverkehr zu reduzieren. Er kenne zwei Kollegen, die „bei Wind und Wetter“ mit dem Rad von Sehnde nach Hannover führen – zurzeit allerdings über viele Zickzackkurse

Der Rat der Stadt diskutiert darüber erstmals am Mittwoch, 3. Juli. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Ratssaal des Rathauses, Eingang Nordstraße 19.

Von Oliver Kühn

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