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Sehnde Neue Ausstellung im Regionalmuseum ist eröffnet
Umland Sehnde

Sehnde: Grüner Trabi zieht die Blicke auf sich

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12:03 17.06.2019
Der kliffgrüne Trabi ist bei der Ausstellungseröffnung der Hingucker.
Der kliffgrüne Trabi ist bei der Ausstellungseröffnung der Hingucker. Quelle: Katja Eggers
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Rethmar

  Mit der Schau „Mauerfall – Grenzöffnung – 30 Jahre Wiedervereinigung“ hat das Regionalmuseum auf dem Gutshof in Rethmar am Sonntagmittag seine mittlerweile 25. Sonderausstellung eröffnet. Es sei wichtig, die Erinnerung an die Geschichte des Mauerfalls wach zu halten, hieß es bei der Feier. „Und das keineswegs mit einem Akzent auf ostalgische Schwärmerei“, betonte die SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann. Die Ausstellung im Regionalmuseum sei ein guter Beitrag, um gerade auch der jüngeren Generation einen Eindruck von der jüngsten Geschichte zu vermitteln.

In ihrer Eröffnungsrede erinnerte die Historikerin Lesemann an die wichtigetsen Ereignisse seit dem 9. November 1989, als Politbürosprecher Günther Schabowski die Reisefreiheit für alle DDR-Bürger ankündigte. Lesemann selbst hatte die Worte seinerzeit in ihrer Studenten-WG im Fernsehen verfolgt. „Wir haben schnell geahnt, dass wir gerade ein wesentliches historisches Ereignis erlebten“, berichtete sie. In den nächsten Tagen sei die Stadt voll mit Trabis und Bürgern gewesen, die mit dem Begrüßungsgeld einkauften.

Daumen hoch für „Henry“

Das hatte auch Norman Happatz erlebt. Sieben Jahre war er, als seine Eltern mit ihm nach West-Berlin fuhren. „Mein erster Einkauf war ein Raider, und dann war da noch diese Kartoffel, die eigentlich eine Kiwi war, aber so was kannte ich ja gar nicht“, erinnerte sich Happatz, der mittlerweile in Ilten wohnt und Gewerkschaftssprecher der IGBCE ist.

DDR-Motorrad: Tomas Fischer präsentiert die schwarze RT, Baujahr 1960, seines Sohnes Quelle: Katja Eggers

Thomas Fischer hat hingegen noch nie etwas mit der DDR zu tun gehabt. Der Everner nennt aber dennoch vier Trabis sein Eigen. Einer von ihnen, der Trabant 601 S, hat bei der Ausstellungseröffnung die Blicke der Besucher auf sich gezogen. Trotz etlicher großzügiger Angebote würde Fischer seinen „Henry“, wie er den Trabi liebevoll nennt, aber niemals verkaufen. „Trabis sind Kult“, sagt er, „egal, wo ich langfahre, ich bekomme überall Beifall und Daumen, die nach oben zeigen.“

Die Sonderausstellung zum Mauerfall ist sonntags noch bis zum 15. September zu sehen.

Von Katja Eggers