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Sehnde “Wir essen ein letztes Mal Eis mit Sterbenden“
Umland Sehnde

Sehnde: Hospizdienst will letzte Zeit so lebenswert wie möglich gestalten

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17:07 17.10.2019
Mitarbeiter des Ambulanten Hospizdienstes und Vertreter der Hospizstiftung im Kirchenkreis Burgdorf tauschen sich beim Kirchenkaffee mit Vertretern der Kirchengemeinde Sehnde aus. Quelle: Katja Eggers
Sehnde

Manchmal sind es ganz kleine Wünsche. Noch einmal Eis essen – so lautete der eines älteren Herren, der nicht mehr lange zu leben und bereits starke Schluckbeschwerden hatte. Kirsten Jagau-Brinkmann erfüllte dem Sterbenden diesen Wunsch, setzte sich an den letzten Tagen an sein Bett und aß mit ihm zusammen Eis. „Wir haben gar nicht viel gesprochen – es war gut, dass ich einfach da war“, sagt die 63-Jährige.

Jagau-Brinkmann ist eine von derzeit 34 ehrenamtlichen Mitarbeitern des Ambulanten Hospizdienstes für Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze. Von ihrer Arbeit hat sie gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen beim Kirchenkaffee im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Sehnde berichtet. Zuvor hatten neun Ehrenamtliche im Gottesdienst in der Kreuzkirche den Segen empfangen. 

Gesucht werden vor allem männliche Begleiter

Mit Gottesdienst und Kirchenkaffee hat der Ambulante Hospizdienst anlässlich des Welthospiztages und zum Deutschen Hospiztag auf sich und seine Arbeit aufmerksam gemacht und die Themen Sterben, Tod und Trauer in die Öffentlichkeit gerückt. „Darüber hinaus möchten wir aber auch noch mehr Menschen für dieses erfüllende Ehrenamt gewinnen“, erklärte Manuela Fenske-Mouanga, die Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes.

Um Sterbende und Schwerkranke am Lebensende zu begleiten, sind derzeit 34 Ehrenamtliche im Einsatz. In Sehnde sind es vier, in Lehrte acht, 14 in Burgdorf und acht in Uetze. Die meisten sind Frauen. „Damit wir auch Männer begleiten können, die sich einen Mann als Ansprechpartner wünschen, würden wir uns sehr über mehr männliche Begleiter freuen“, betont Fenske-Mouanga.

Immer mehr Anfragen von Alleinstehenden

Pro Jahr übernimmt der Ambulante Hospizdienst zwischen 35 und 45 Begleitungen – und es werden immer mehr. „Wir bekommen zunehmend Anfragen aus Alten- und Pflegeheimen und von Alleinstehenden, deren Angehörige weiter weg wohnen“, berichtet Fenske-Mouanga.

Die Ehrenamtlichen des Ambulanten Hospizdienstes begleiten Sterbende während ihres letzten Lebensabschnitts in ihrem Zuhause, im Krankenhaus oder im Heim. Sie unterstützen aber auch deren Familien, begleiten diese in ihrer Trauer, vermitteln weitere ambulante Hilfen, beraten rund um die Palliativversorgung und wirken bei Vorsorgemaßnahmen wie Patientenverfügungen mit.

Der Tod gehört zum Leben dazu

„Hauptaufgabe ist weniger die fachspezifische Unterstützung, sondern den Sterbenden und ihren Angehörigen die letzte Zeit noch so lebenswert wie möglich zu gestalten“, erläutert Fenske-Mouanga. „Es geht darum, da zu sein, zuzuhören und die schwere Situation gemeinsam auszuhalten“, ergänzt Jagau-Brinkmann. Sie selbst ist schon seit mehr als 20 Jahren Mitarbeiterin des Ambulanten Hospizdienstes. 

„Der Tod gehört zum Leben dazu“, betont die Ehrenamtliche. „Für meine drei Kinder sollte es selbstverständlich sein, wenn Mama zu jemandem fährt, der nicht mehr lange lebt – das war mir immer wichtig“, sagt Jagau-Brinkmann. Ihre Aufgabe sieht sie als große Bereicherung. „Die Menschen haben oft sehr spannende Biografien.“ 

Fortbildungen, Supervision und Erfahrungsaustausch

Welcher Ehrenamtliche zu welchem Sterbenden passt, findet Fenske-Mouanga im Erstgespräch heraus. „Ich schaue nach gemeinsamen Vorlieben, Hobbys oder beruflichen Hintergründen – vielleicht sprechen beide Plattdeutsch“, erklärt die Koordinatorin. Auf ihre Aufgabe werden die Ehrenamtlichen ausführlich vorbereitet. Es gibt zudem begleitende Fortbildungen und Supervisionen. Einmal im Monat treffen sich die Mitarbeiter zum Erfahrungsaustausch.

Wer an einer Mitarbeit im Ambulanten Hospizdienst interessiert ist, kann sich unter Telefon (05136) 897311 oder per E-Mail an hospizdienstburgdorf@evlka.de wenden.

Von Katja Eggers

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