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Sehnde Hunderte Einwände gegen Holcim-Pläne
Umland Sehnde Hunderte Einwände gegen Holcim-Pläne
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00:16 13.03.2019
Holcim will den Ersatzbrennstoff Renotherm bei der Zementherstellung einsetzen. Quelle: Archiv
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Höver/Rethmar

Die Debatte um die Holcim-Pläne in Höver geht weiter: Im Genehmigungsverfahren um den Einsatz von Abfällen mit dem Ersatzbrennstoff Renotherm gibt es bereits hunderte Einwände.

Über den Antrag von Holcim, den Brennstoff Renotherm in Höver zum Einsatz zu bringen, entscheidet das Gewerbeaufsichtsamt Hannover. In dem Genehmigungsverfahren ist eine Beteiligung der Öffentlichkeit erforderlich. Die Einwände der Bürger sollen am Mittwoch, 13. März, ab 10 Uhr im vorgestellt werden. Dazu sind sämtliche beteiligten Fachbehörden anwesend. Das Gewerbeaufsichtsamt soll danach die Einwände sachlich eingehend behandeln und bewerten. Es wird nach der Erörterung eine Stellungnahme zu dem Vorhaben verfassen.

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Wegen einer Vielzahl von Einwendungen hat das Gewerbeaufsichtsamt nun den ursprünglich für das Schützenheim Höver vorgesehenen Erörterungstermin kurzfristig in den Gutshof Rethmar verlegt. Es sei nicht sichergestellt, dass das Schützenheim dafür genügend Platz biete, deshalb weiche man auf den größeren Raum im Gutshof aus, so Thoralf Jahn. „In meinem Hause liegen 427 fristgerecht eingegangene Einwendungen vor“, begründet Thoralf Jahn vom Gewerbeaufsichtsamt Hannover. Seine Behörde rechne mit einem hohen Bürgerinteresse bei der Veranstaltung am Mittwoch, sagt er. Die Bürger haben dort die Gelegenheit, ihre Einwände gegen das Vorhaben zu erläutern.

Weiterhin schließt das Gewerbeaufsichtsamt nicht aus, dass für die Erörterung aller Einsprüche ein Tag ausreicht. Sollte die Erörterung am 13. März nicht abgeschlossen werden, werde sie am darauffolgenden Werktag zur gleichen Zeit am selben Ort fortgesetzt, heißt es in der öffentlichen Ankündigung dazu.

Initiative spricht von mehr als weiteren Unterstützern in Hannover

Siegmar Grünewald ist einer der Gegner der Pläne von Holcim, im Werk bei der Zementherstellung künftig den Ersatzbrennstoff Renotherm einzusetzen. Er hat sich mit anderen Bürgern – unter anderem Ökonomen, Ingenieuren, Naturwissenschaftlern, Ärzten und NGO-Mitgliedern – längst in einer Initiative organisiert, die die Sehnder und Lehrter in den vergangenen Monaten gegen das Vorhaben von Holcim mobilisierte. In sozialen Netzwerken hatte die Gruppe eine Informationskampagne zu den Holcim-Plänen gestartet und zum formalen Einspruch gegen das Vorhaben aufgerufen. Es habe nur positive Resonanz auf die Initiative gegeben, sagt Grünewald. Neben den mehr als 400 fristgerecht eingereichten Einsprüchen der Initiative gebe es weitere 200 von Unterstützern aus Anderten-Misburg sowie Kirchrode-Bemerode.

Einsatz von krebserregenden Stoffen?

Holcim will künftig den Ersatzbrennstoff Renotherm in der Produktion einsetzen und dafür auf dem Werksgelände in Höver an der Hannoverschen Straße eine eigene Anlage errichten. Dort sollen auch gefährliche Abfälle wie Farb- und Lackschlämme aus der Automobilindustrie bei extrem hohen Temperaturen von 2000 Grad verbrannt werden. Die Initiative befürchtet, das in dem Brennstoff auch krebserregende und erbgutschädigende Abfälle enthalten sind, dem Holcim vehement widerspricht.

Die Erörterung startet am Mittwoch, 13. März, um 10 Uhr im Kornspeicher des Gutshofes Rethmar. Das Ende ist bislang nicht absehbar.

Der Umweltbeauftragte Bernd-Henning Reupke zeigt die Stelle, wo die Anlage für den Ersatzbrennstoff Renotherm gebaut werden soll. Quelle: Archiv

Von Patricia Oswald-Kipper

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