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Sehnde Ganz Evern wird zum Flohmarkt
Umland Sehnde

Sehnde: Hunderte kommen zum sechsten Dorfflohmarkt nach Evern

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14:09 15.07.2019
Jesse (4, von rechts) und Mattes (7) schauen sich mit Mama Claudia Pokoyski am Stand von Frederick (11, links) und Till (9) um. Quelle: Michael Schütz
Evern

Ungewöhnliches Treiben herrschte am Sonntag im sonst eher ruhigen Evern. Ganze Familien waren zu Fuß im Dorf unterwegs, und nicht nur die Rethmarsche Straße war mit Autos zugeparkt. Grund des Trubels war der mittlerweile sechste Dorfflohmarkt des Dorfgemeinschaftsvereins. Im ganzen Ort hatten Anwohner vor ihren Hausern Stände aufgebaut, an denen sie Trödel von Dachböden und aus Kellern feilboten.

Elternhaus wird aufgelöst

Auf dem Hof Söchtig steht den Besuchern das gesamte Haus mit Werkstatt zur Besichtigung offen. Quelle: Michael Schütz

Mit einem einzigen Stand allerdings begnügte sich die Familie Söchtig dieses Mal nicht. Sie hatte in der Heerstraße gleich ein ganzes Haus zur Besichtigung geöffnet. „Es ist unser Elternhaus“, sagte Holger Söchtig. Er und seine Geschwister seien dabei, den Haushalt ihrer verstorbenen Eltern aufzulösen, damit das Haus verkauft werden könne. Und so waren auf dem früheren landwirtschaftlichen Hof Haushaltsgegenstände aus vergangenen Zeiten zu finden. Alte Staubsauger waren ebenso darunter wie Geschirr, Tücher und ein alter Waschtisch. „Anfangs hat es ein bisschen gedauert, bis sich die Besucher hereingetraut haben“, sagte Söchtig.

Ein Möbel wie der Waschtisch von Holger Söchtigs Eltern ist auf Flohmärkten selten zu finden. Er fand auch schnell einen Abnehmer. Quelle: Michael Schütz

Einen Ausflug aus dem benachbarten Dolgen machte die Familie Pokoyski. Ronald und Claudia Pokoyski begutachteten mit ihren Kindern die angebotenen Dinge und wurden auch fündig. „Ich habe eine Uhr gefunden“, sagte Sohn Mattes. Ein paar Bücher hatte der Siebenjährige auch erstanden, wobei er mit den Verkäufern auch entsprechend handelte. „Die Uhr hat vier statt fünf Euro gekostet.“

Erlös wird in neues Spiel investier

Bei Frederick und Till fand Mattes zwar nichts, aber die beiden hofften an ihrem Stand trotzdem auf ein paar Einnahmen. „Die alten Bücher haben wir schon zu oft gelesen“, sagte Frederick. Till hatte für seinen Anteil schon ein neues Spiel ins Auge gefasst, das er sich kaufen will.

Auf dem Dorfplatz neben der Kirche waren diejenigen Händler untergekommen, die nicht aus Evern kamen. Dazu gehörten Tobias und Björn Kasprzak. Die beiden Algermisser fahren gern auf Flohmärkte und bieten dort ihre Sachen an. Viel Kosmetik war darunter. „Wir haben Kontakte zu Drogeriemärkten“, sagte Tobias Kasprzak. „Wenn dort das Sortiment gewechselt wird, bekommen wir die alte Ware.“

Flugkraft klärt über Knochenmarkspende auf

Nichts verkaufen wollte der Verein Flugkraft. Da eines der Vereinsmitglieder in Evern wohnt, habe sich die Gelegenheit ergeben, für dessen Anliegen beim Flohmarkt zu werben, sagte Lars Michael. Flugkraft informierte dort über das Thema Typisierung zur Knochenmarkspende. Viel Resonanz gebe es zwar nicht, sagte Mitstreiterin Jennifer Huck. „Aber wenn es nur einer ist, lohnt es sich.“ Das könne derjenige sein, der ein Leben rettet.

Zufrieden zeigten sich die Veranstalter. „Ich bin nach sechs Jahren noch überrascht über die Resonanz“, sagte Lothar Brause, Chef des Vereins Dorfgemeinschaft. „Selbst in den Ferien kommen so viele.“ Eigentlich hätte der Flohmarkt dieses Jahr pausieren sollen. „Aber wir hatten so viele Anfragen.“ Die Erlöse werde der Verein an Dorfprojekte weitergeben.

Von Michael Schütz

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