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Sehnde Idee: Ein neuer Wald in der Everner Feldmark
Umland Sehnde

Sehnde: Idee: Ein neuer Wald in der Everner Feldmark

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18:06 22.11.2019
In der Feldmark südlich des Mittellandkanals würden die Everner gern einen Wald anlegen. Quelle: Oliver Kühn
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Evern

Was können die Everner für den Klimaschutz in ihrem Dorf tun? Damit hat sich die erste Veranstaltung des vom Bundesumweltministerium geförderten Projekts „Gutklima: Gutes Klima im Dorf – klare Zukunft im Blick“ im Ort beschäftigt. Dabei haben drei gebildete Arbeitskreise bereits einige konkrete Ideen zusammengetragen. Ein Leuchtturmprojekt könnte in der Feldmark südlich des Mittellandkanals in der Verlängerung des Kapellenwegs entstehen: Dort können sich die Teilnehmer vorstellen, einen kleinen Wald anzulegen. Aber auch eine Mitfahrbank an der Straße nach Lehrte oder ein Geschirrmobil statt Plastikbesteck bei Veranstaltungen stehen auf der Agenda.

Gespräche mit Behörden nötig

Ortsbürgermeister Konrad Haarstrich findet den Auftakt gelungen. „Ein Wald wäre ja sehr vernünftig für das Klima.“ Auch der Eigentümer habe bereits Interesse an dieser Idee bekundet. Dabei sollen aber nicht Fichten und Tannen, sondern hochwertige Bäume wie Eichen oder Linden genommen und weitgehend mit der Dorfgemeinschaft in Eigenleistung gepflanzt werden. Mit der Landwirtschaftskammer müsse jedoch noch erörtert werden, ob das Vorhaben genehmigungsfähig ist. Zudem müsse die Finanzierungsfrage geklärt werden, ergänzt die städtische Projektkoordinatorin Anne Kessel – auch ob es dafür eventuell Fördergelder gibt.

Auf der Brache am Ortseingang aus Richtung Dolgen könnte eine Blühfläche für Insekten entstehen. Quelle: Oliver Kühn

Als zweites Projekt könnte eine etwa 3000 Quadratmeter große Brache am Ortseingang aus Richtung Dolgen kommend zu einer großen Blühwiese werden, erläutert Haarstrich. Auch ein Insektenhotel könnten sich die Teilnehmer der Projektwerkstatt dort vorstellen. „Dafür könnten wir auch den Dorfverein mit ins Boot holen.“ Die Menschen vor Ort, so seine Einschätzung, wollten sich engagieren. Aber auch dies müsse mit den zuständigen Behörden geklärt werden.

Großes Interesse an Mitfahrbank

Großes Interesse bestehe im Ort an einer Mitfahrerbank, hat Kessel festgestellt – und zwar an der Straße nach Lehrte. Das bestätigt Haarstrich. „Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es von Evern aus nach Lehrte gerade für ältere Menschen etwa zum Krankenhaus ein langer Weg.“ Sie müssten zuerst nach Sehnde, von dort mit der Bahn oder dem Bus nach Lehrte, und dann noch weiter bis zum Klinikum, das auch den Einzugsbereich Sehnde abdeckt. Sehnde sei dagegen mit dem Halbstundentakt gut erreichbar. Er wolle die Idee eventuell schon am Montag in der Ortsratssitzung zum Thema machen.

Auch ein sogenanntes Geschirrmobil für „nachhaltiges Feiern“ sei erörtert worden, so Kessel, um Plastikbesteck und damit Müll zu vermeiden. Das sei schon in Bolzum diskutiert, doch mit rund 5000 Euro – je nachdem ob mit oder ohne Geschirr – als zu teuer für einen Ort allein befunden worden. „Dafür gibt es zu wenige Veranstaltungen und Feiern“. Laut Haarstrich könne überlegt werden, ob man dies gegen Gebühr auch für private Feste vermieten kann. Denkbar sei auch, nur Geschirr zu kaufen und dies von einem Betrieb spülen zu lassen, so Kessel.

Altpapier nur alle zwei Wochen abholen?

Weiteres Thema war die Altpapierentsorgung, die offenbar bei vielen Einwohnern auf Kritik stößt. „Die Idee ist, die Tonnen nur noch alle zwei Wochen statt wöchentlich abzuholen“, sagt Haarstrich. Viele Tonnen seien nur halb gefüllt, mit einem neuen Rhythmus könne viel Benzin gespart werden, was ein Beitrag für den Klimaschutz wäre.

Bei der Projektwerkstatt haben sich drei Arbeitskreise gegründet, die bereits Ideen zusammengetragen haben. Quelle: Stadt Sehnde

Dass nur 14 Everner zur Auftaktveranstaltung gekommen waren, findet die städtische Projektkoordinatorin nicht weiter schlimm. „Das sind die Vorreiter“, sagt Kessel. „Wenn sich etwas entwickelt, wird das auch andere motivieren.“ Das Projekt laufe schließlich noch drei weitere Jahre. Die Stadt und der Dorfladen Bolzum als Kooperationspartner würden die Ehrenamtlichen in den Arbeitskreisen in Zukunft unterstützen, etwa mit einem „Klimacoaching“, bei der nicht nur Fachwissen zum Klimaschutz weitergegeben, sondern auch Fragen etwa zu Finanzen beantwortet werden, wie man einen Projektantrag schreibt oder andere für eine Mitarbeit gewinnen kann.

Das nächste Treffen der Everner Arbeitskreise ist am Mittwoch, 18. März, um 18.30 Uhr im Schützenhaus, Rethmarsche Straße 13. Für weitere Informationen steht die städtische Koordinatorin Anne Kessel unter Telefon (0 51 38) 70 72 31 oder per E-Mail an Anne.Kessel@sehnde.de zur Verfügung.

Von Oliver Kühn

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